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48 Stunden Neukölln 2026: Ein ganzer Bezirk wird für zwei Tage zur Galerie

Dennis Von Dennis
21. Juni 2026
in Berlin, Kultur, Kunst, Wochenendtipps
0
Bunte Neuköllner Straßenszene mit offenen Ateliers, Kunst, Performance und Street Art zum Festival 48 Stunden Neukölln 2026

48 Stunden Neukölln verwandelt den Bezirk vom 3. bis 5. Juli 2026 in eine große Kunstlandschaft mit offenen Ateliers, Performances, Installationen und Kunst im öffentlichen Raum. Bild: BerlinMagazine.de / KI-generiert

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Vom 3. bis 5. Juli öffnen Ateliers, Projekträume, Kirchen, Cafés, Parks und ungewöhnliche Orte – das kostenlose Kunstfestival steht unter dem Motto „OUT/SIDE/IN“

Manchmal befindet sich die spannendste Ausstellung nicht in einem Museum, sondern in einer ehemaligen Kaufhausfiliale, einer Fahrschule, einem Gemeinschaftsgarten oder hinter einer unscheinbaren Tür im Hinterhof. Genau davon lebt 48 Stunden Neukölln. Vom Freitag, den 3. Juli, bis Sonntag, den 5. Juli 2026, verwandelt sich der Bezirk erneut in eine weit verzweigte Kunstlandschaft, die man sich Schritt für Schritt erschließen kann.

Für 48 Stunden ziehen Ausstellungen, Installationen, Performances, Filme, Konzerte, Lesungen und Workshops durch Neukölln. Bekannte Kulturorte wie das KINDL, die Galerie im Körnerpark oder die Genezarethkirche treffen auf kleine Ateliers, Cafés, Bars, Ladenlokale und temporär genutzte Räume, an denen man im Alltag vielleicht achtlos vorbeigehen würde.

Der Eintritt ist frei. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich das Festival ohne Vorbereitung vollständig erfassen lässt. Das Programm umfasst mehrere hundert Beiträge in ganz Neukölln. Statt alles schaffen zu wollen, lohnt sich eine eigene Route mit einigen festen Anlaufpunkten und genügend Raum für spontane Entdeckungen.

Stand: 20. Juni 2026

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Kurz zusammengefasst

48 Stunden Neukölln 2026 findet vom 3. bis 5. Juli 2026 im gesamten Bezirk Neukölln statt. Die ersten Projekte beginnen am Freitag um 19 Uhr, das Festival endet am Sonntag gegen 19 Uhr.

Die 28. Ausgabe steht unter dem Jahresthema „OUT/SIDE/IN“. Im Mittelpunkt stehen Grenzen, Übergänge und die Frage, wann aus einem Innen ein Außen wird – räumlich, körperlich, gesellschaftlich oder politisch.

Der Eintritt zu den Festivalprojekten und Führungen ist grundsätzlich frei. Die Veranstaltungen verteilen sich auf Ateliers, Galerien, Parks, Kirchen, Cafés, Bars, Werkstätten, leerstehende Flächen und Kulturorte in Nord- und Süd-Neukölln.

Zum Programm gehören unter anderem:

  • bildende Kunst und Fotografie
  • Installationen und Medienkunst
  • Tanz, Theater und Performance
  • Musik und Literatur
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Workshops und Mitmachangebote
  • offene Ateliers
  • 23 kostenlose Führungen in acht Sprachen
  • Angebote für Familien und Kinder

Für die kostenlosen Führungen ist keine Anmeldung notwendig. Die Plätze werden bei großem Andrang nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, ist dabei“ vergeben.

Das vollständige Programm findet ihr hier:
Programm von 48 Stunden Neukölln 2026


🎨 Was 48 Stunden Neukölln besonders macht

48 Stunden Neukölln ist weder eine klassische Kunstmesse noch eine zentral kuratierte Großausstellung. Es gibt keinen Haupteingang, hinter dem das komplette Festival wartet, und auch keinen Rundgang, den jeder Besucher in derselben Reihenfolge absolvieren muss.

Das Festival entsteht aus der Kunstszene des Bezirks. Professionelle Galerien und größere Institutionen beteiligen sich ebenso wie freie Projekträume, Künstlergruppen, Nachbarschaftsinitiativen und offene Ateliers. Manche Arbeiten wurden speziell für das Jahresthema entwickelt, andere zeigen, woran in den Neuköllner Ateliers aktuell gearbeitet wird.

Dadurch kann ein Festivalabend sehr unterschiedlich aussehen. Eine Route führt vielleicht von einer Videoinstallation in den Neukölln Arcaden zu einer Performance im öffentlichen Raum und anschließend zu einem Konzert in einer Bar. Eine andere beginnt bei einer Führung im Körnerpark, führt durch kleine Ateliers an der Karl-Marx-Straße und endet bei einer nächtlichen Installation im CANK.

Das Unvorhersehbare gehört zum Konzept. Nicht jeder Beitrag wird jeden Besucher gleichermaßen berühren. Dafür entsteht immer wieder dieser besondere Moment, in dem man einen Ort betritt, von dem man vorher nichts wusste, und dort länger bleibt als geplant.


„OUT/SIDE/IN“: Das Festivalthema 2026

Das Jahresthema „OUT/SIDE/IN“ beschäftigt sich mit Grenzen – allerdings nicht nur mit sichtbaren Linien auf Karten oder zwischen Ländern. Gemeint sind auch die Übergänge zwischen privat und öffentlich, Körper und Umgebung, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Natur und Stadt sowie Mensch und Technik.

Die Grundidee: Grenzen sind keine unveränderlichen Mauern. Sie können sich verschieben, überlagern, auflösen oder neu gezogen werden. Gerade in der Kunst werden solche Zwischenräume interessant, weil dort vertraute Zuordnungen unsicher werden.

Das Thema passt besonders gut zu Neukölln. Der Bezirk ist selbst von Übergängen geprägt: zwischen Wohnviertel und Ausgehkiez, Innenstadt und Stadtrand, öffentlichem Raum und privaten Hinterhöfen, alteingesessenen Nachbarschaften und ständiger Veränderung.

Viele Projekte beschäftigen sich deshalb mit Migration, Identität, Erinnerung, Körperbildern, queeren Perspektiven, sozialer Zugehörigkeit und den Grenzen digitaler Technologien. Andere nähern sich dem Thema spielerisch über Klang, Bewegung, Gerüche, Berührung oder urbane Spaziergänge.


Die großen Festivalorte im Überblick

CANK an der Karl-Marx-Straße

Das frühere C&A-Gebäude an der Karl-Marx-Straße 95 gehört erneut zu den wichtigsten Festivalzentren. Die großen, ehemaligen Verkaufsflächen bieten viel Raum für Installationen, Videoarbeiten, Performances und interdisziplinäre Projekte.

Zu den kuratierten Arbeiten gehört „MY BODY IS_An Archive“ von Harshini J. Karunaratne. Die Ausstellung verbindet Performance, Fotografie und Video und betrachtet Migration nicht nur als geografische Bewegung, sondern als etwas, das sich in Körper, Erinnerung und Alltag einschreibt.

In „Eden.exe“ verhandelt Julia Sysalova die Beziehung zwischen Mensch und Algorithmus. Teil der Arbeit ist der temporäre KI-Kurator Noah 33. Dabei geht es weniger um technische Effekte als um die Frage, wer eigentlich wen erschafft, auswählt und beeinflusst.

Daneben finden im CANK zahlreiche weitere Ausstellungen, Musikprojekte und Performances statt. Wer zum ersten Mal bei 48 Stunden Neukölln unterwegs ist, bekommt hier an einem Ort bereits einen guten Eindruck von der Bandbreite des Festivals.

Neukölln Speicher

Im Neukölln Speicher an der Ziegrastraße treffen mehrere kuratierte Perspektiven aufeinander. „Fiction makes me nauseous“ verbindet persönliche Geschichten, politische Analyse und performative Eingriffe zu einem panoramischen Setting.

Bei „Infinite Sequence“ werden Malerei und Bewegtbild miteinander verbunden. Der Körper erscheint als Projektionsfläche für Nähe, Begehren, Distanz und Sichtbarkeit.

Der Speicher bietet sich gut als Ausgangspunkt für eine Route durch das östliche Neukölln an. Von dort lassen sich weitere Orte rund um Sonnenallee, Karl-Marx-Straße und Schillerkiez miteinander verbinden.

Galerie im Körnerpark

Die Galerie im Körnerpark gehört zu den etablierten Kunstorten des Bezirks. Im Rahmen des Festivals ist dort unter anderem „ATLAS / Атлас / أطلس“ zu erleben.

Das Projekt bringt ukrainische und syrische Perspektiven in einen Dialog. Video, Sound und Installation schaffen ein vielstimmiges Archiv, in dem Migration, Erinnerung und kulturelles Wissen nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Der Körnerpark selbst wird ebenfalls Teil des Festivals. Aktionen, Interventionen und Musikprojekte nutzen die Grünanlage und ihre Architektur als öffentlichen Kunstraum.

Genezarethkirche am Herrfurthplatz

Die Genezarethkirche wird mit „Leaking Matters“ zu einem Ort für Klang, Installation und Performance. Das Bild des Lecks steht dabei für etwas, das Grenzen durchlässig macht: Wasser, Informationen, Gefühle oder Rituale können von innen nach außen und wieder zurück dringen.

Der Ort eignet sich gut für eine Schillerkiez-Route. Rund um Herrfurthplatz, Tempelhofer Feld und Boddinstraße liegen zahlreiche weitere Ateliers und Projekte, die sich zu Fuß erreichen lassen.

U8 Haus, KINDL und Berlin Global Village

Auch das U8 Haus beteiligt sich mit kuratierten Arbeiten. „Excessive romanticism“ von Zuzanna Tetera beschäftigt sich mit Erinnerungen, weiblichen Biografien und der Frage, wie persönliche Geschichten später politisch umgedeutet werden.

Im und rund um das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst entstehen Ausstellungen, Workshops und Projekte im öffentlichen Raum. Das weitläufige Gelände mit Gemeinschaftsgarten und ehemaligen Industrieflächen passt besonders gut zum Spiel zwischen Innen und Außen.

Das Berlin Global Village bringt Kultur, entwicklungspolitische Organisationen und zivilgesellschaftliche Perspektiven zusammen. Zum Festival gehören dort Ausstellungen, offene Formate und das BGVestival mit einem umfangreichen Programm.


Unsere Programmtipps für 48 Stunden Neukölln 2026

Bei mehreren hundert Veranstaltungen kann jede Auswahl nur ein Einstieg sein. Diese Projekte zeigen jedoch besonders gut, wie unterschiedlich das Jahresthema interpretiert wird.

SENSE THIS WAY: Neukölln mit allen Sinnen erleben

Das Projekt „SENSE THIS WAY“ verteilt sich auf mehrere Orte und beschäftigt sich mit Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Statt Kunst ausschließlich anzuschauen, werden die Besucher selbst Teil einer sinnlichen Route durch den Bezirk.

Stationen befinden sich unter anderem an der Thomashöhe und auf dem KINDL-Areal. Weitere Punkte widmen sich gezielt dem Geschmacks-, Tast- oder Sehsinn.

Das Format passt gut zu allen, die sich bei Kunstfestivals lieber aktiv beteiligen, statt nur von Ausstellung zu Ausstellung zu gehen. Mehrere Stationen sind barrierefrei zugänglich.

Baker’s Dozen: 13 Künstler und 13 Kabinette

Bei „Baker’s Dozen“ verteilen sich Arbeiten auf 13 kleine Kabinette und Orte im Neuköllner Stadtraum. Dazu gehören unter anderem das Anker Kabinett, Hobrecht Kabinett, Kienitzer Kabinett und Sonnenkabinett.

Die einzelnen Stationen ergeben gemeinsam eine dezentrale Ausstellung. Gleichzeitig funktioniert jedes Kabinett auch für sich. Das Projekt eignet sich deshalb besonders gut für eine Route, bei der man mehrere kleine Orte miteinander verbindet.

Die Stadt hat Organe

Auf dem Karl-Marx-Platz greift „Die Stadt hat Organe“ mit keramischen Arbeiten in den öffentlichen Raum ein. Der Stadtraum erscheint dabei nicht als unbewegliche Kulisse, sondern als lebendiger Körper mit sichtbaren und verborgenen Funktionen.

Die Intervention ist von Freitagabend bis Sonntag zu sehen und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch das Richard- und Körnerkiez verbinden.

The Republic of Chicken auf der Sonnenallee

Der performative Spaziergang „The Republic of Chicken“ startet an der Skulptur „Tanzendes Paar“ am Hermannplatz. Die Tour verbindet öffentliche Geschichte, fiktionale Welten und die Sonnenallee als politischen und kulturellen Raum.

Statt einer gewöhnlichen Stadtführung entsteht ein gemeinsames Gedankenspiel darüber, wem Straßen, Erinnerungen und Erzählungen gehören.

#PinkSquareProject

Das #PinkSquareProject zieht am Samstag und Sonntag durch die Neuköllner Straßen. Kleine pinkfarbene Markierungen greifen in den Stadtraum ein und lenken die Aufmerksamkeit auf Stellen, die sonst kaum wahrgenommen werden.

Das Projekt lässt sich nicht nur an einem klassischen Ausstellungsort besuchen. Es taucht unterwegs auf und macht den Weg zwischen zwei Programmpunkten selbst zum Teil des Festivals.

OUT/SIDE/IM Sandkasten

Auf dem Inca-Spielplatz in der Thomasstraße verbindet „OUT/SIDE/IM Sandkasten“ Performance, Workshop und öffentlichen Raum. Das Projekt nimmt einen vertrauten Ort für Kinder und Familien ernst und untersucht, wie dort Regeln, Grenzen und gemeinsames Spiel entstehen.

Das ist kein Programmpunkt, bei dem Kinder lediglich beschäftigt werden, während Erwachsene Kunst ansehen. Der Spielplatz wird selbst zur Bühne und zum künstlerischen Raum.


23 kostenlose Führungen in acht Sprachen

Wer angesichts des riesigen Programms nicht weiß, wo er anfangen soll, kann sich einer der kostenlosen Führungen anschließen. Insgesamt werden 23 Führungen in acht Sprachen angeboten.

Davon führen 15 Termine durch kuratierte Ausstellungen. Acht weitere Termine folgen vier thematischen Routen durch den Bezirk. Die Führungen dauern ungefähr eine bis eineinhalb Stunden.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bei großem Andrang können jeweils die ersten 30 Personen teilnehmen.

Habitus∩Habitat

Diese Route beginnt im CANK und untersucht die Übergänge zwischen Mensch, Natur und nicht menschlichen Lebensformen. Käfige, Keramik, Glasobjekte und hybride Figuren werden zu Ausgangspunkten für die Frage, wie gemeinsames Leben anders gedacht werden könnte.

  • Samstag, 4. Juli, 13 Uhr auf Deutsch
  • Sonntag, 5. Juli, 15 Uhr auf Englisch

QueƏrgang

Der Stadtrundgang „QueƏrgang“ beginnt am Impact Hub in der Rollbergstraße. Die Route verbindet Projekte zu queerer Sichtbarkeit, öffentlichem und privatem Raum sowie technischen und gesellschaftlichen Störungen.

  • Freitag, 3. Juli, 21 Uhr auf Deutsch
  • Samstag, 4. Juli, 13 Uhr auf Englisch

Family Matters

„Family Matters“ führt zu Arbeiten über Fürsorge, Geborgenheit, Erinnerungen und Familiengeschichten. Fotografische Archive, Musik und partizipative Projekte zeigen Familie nicht als starre Einheit, sondern als verletzlichen und immer wieder neu ausgehandelten Raum.

  • Samstag, 4. Juli, 17 Uhr auf Deutsch
  • Sonntag, 5. Juli, 12 Uhr auf Deutsch
  • Treffpunkt: Kollektivbar ES, Pflügerstraße 52

Arab Berlin Tour

Die Arab Berlin Tour beginnt am Eingang zum Tempelhofer Feld an der Herrfurthstraße. Der Spaziergang erzählt Geschichten der palästinensischen Community und der arabischen Diaspora in Neukölln.

Dabei treffen historische Zusammenhänge auf heutige Erfahrungen von Exil, Alltag, Solidarität und kultureller Prägung.

  • Samstag, 4. Juli, 16 Uhr auf Deutsch
  • Sonntag, 5. Juli, 16 Uhr auf Deutsch

Alle Führungen und Treffpunkte:
Kostenlose Führungen bei 48 Stunden Neukölln


48 Stunden Neukölln mit Kindern

Das Festival richtet sich nicht ausschließlich an ein erwachsenes Kunstpublikum. Viele Projekte laden Kinder und Familien ausdrücklich zum Mitmachen, Beobachten und Ausprobieren ein.

Im KinderKünsteZentrum läuft am Sonntag von 11 bis 17 Uhr die Mitmach-Ausstellung „LUFTKUNST“. Das Angebot findet drinnen und draußen statt und eignet sich bereits für Kinder ab drei Jahren.

In der Kindervilla Kivi verbindet ein Workshop Kunst und Gespräche über das Vatersein. Auf dem Inca-Spielplatz wird der Sandkasten zum Performanceort, während mehrere Stationen von „SENSE THIS WAY“ Wahrnehmung und Sinne spielerisch erfahrbar machen.

Nicht jedes Festivalprojekt eignet sich automatisch für Kinder. Bei Videoarbeiten, Performances oder späteren Abendveranstaltungen lohnt sich deshalb vorher ein genauer Blick in die jeweilige Programmbeschreibung.

Für einen entspannten Familienbesuch ist der Sonntagvormittag wahrscheinlich die beste Zeit. Viele Orte öffnen zwischen 10 und 12 Uhr, die Straßen sind noch ruhiger und mehrere Mitmachangebote laufen bis in den Nachmittag.


Freitag, Samstag oder Sonntag – welcher Festivaltag passt?

Freitagabend: Der intensive Auftakt

Am Freitag beginnt das Festival um 19 Uhr. Viele Ateliers, Galerien und Projekträume öffnen gleichzeitig, einige bleiben bis Mitternacht geöffnet.

Der erste Abend eignet sich gut für eine kompakte Route in Nord-Neukölln. CANK, Karl-Marx-Straße, Körnerkiez, Neukölln Speicher oder Genezarethkirche lassen sich je nach Auswahl miteinander verbinden.

Freitagabend ist besonders spannend für alle, die Performances, Eröffnungen und eine lebendige Kiezatmosphäre mögen. Viele Orte sind allerdings gut besucht, und bei kleinen Räumen können Wartezeiten entstehen.

Samstag: Die größte Auswahl

Samstag ist der umfangreichste Festivaltag. Erste Projekte beginnen bereits am Vormittag, viele offene Ateliers laufen zwischen 12 und 22 Uhr, einige Orte bieten bis Mitternacht Programm.

Dieser Tag eignet sich für eine längere Route, eine Führung oder die Verbindung mehrerer Stadtteile. Dabei sollte der Plan trotzdem nicht zu voll werden. Vier bis sechs Hauptstationen reichen meist vollkommen aus, wenn dazwischen noch spontane Entdeckungen möglich bleiben sollen.

Am Abend verschiebt sich das Programm stärker in Richtung Performance, Musik, Tanz, Film und Partys. Wer tagsüber Ausstellungen besucht, kann den Festivaltag damit ohne großen Ortswechsel verlängern.

Sonntag: Familien, Spaziergänge und zweite Chancen

Am Sonntag startet das Programm an einigen Orten bereits gegen 9 oder 10 Uhr. Viele Ausstellungen bleiben bis 19 Uhr geöffnet.

Der letzte Tag ist gut für Familien, ruhigere Rundgänge und Projekte, die am Freitag oder Samstag nicht mehr in die eigene Route gepasst haben. Auch mehrere Führungen finden am Sonntag noch einmal auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Griechisch oder anderen Sprachen statt.

Um 19 Uhr endet das Festival. Bei einzelnen Veranstaltungsorten können die Öffnungszeiten davon abweichen.


So plant ihr eure persönliche Route

Der größte Fehler bei 48 Stunden Neukölln ist der Versuch, das Festival wie eine Checkliste abzuarbeiten. Die Entfernungen wirken auf der Karte oft kleiner, als sie im dichten Stadtverkehr tatsächlich sind. Hinzu kommen volle Räume, Gespräche, spontane Performances und Projekte, bei denen man länger bleibt.

Sucht euch zunächst einen Kiez oder einen größeren Festivalort aus. Fügt anschließend zwei oder drei kleinere Stationen in der Umgebung hinzu. So entsteht eine Route, die sich zu Fuß bewältigen lässt und trotzdem unterschiedliche Kunstformen verbindet.

Auf der offiziellen Programmseite können einzelne Beiträge auf einem Merkzettel gespeichert werden. Dort stehen auch genaue Uhrzeiten, Adressen, Kunstsparten und Hinweise zur Barrierefreiheit.

Hilfreiche Festivalzentren für eine Route sind beispielsweise:

  • Karl-Marx-Straße und CANK
  • Körnerkiez und Galerie im Körnerpark
  • Schillerkiez und Genezarethkirche
  • KINDL-Areal und Rollbergviertel
  • Weserstraße und Reuterkiez
  • Sonnenallee und Neukölln Speicher
  • Britz und Süd-Neukölln

Karte mit allen Veranstaltungsorten:
Veranstaltungsorte von 48 Stunden Neukölln


Barrierefreiheit und Zugänglichkeit

Die einzelnen Festivalorte unterscheiden sich stark. Moderne Kulturhäuser und größere Zentren sind häufig stufenlos zugänglich, während kleine Ateliers, Hinterhöfe oder Keller nur über Treppen erreicht werden können.

Im Onlineprogramm sind barrierefreie Zugänge und barrierefreie Toiletten mit eigenen Symbolen gekennzeichnet. Diese Hinweise sollten vor der Anreise bei jedem gewünschten Programmpunkt einzeln geprüft werden.

Viele Führungen und Projekte werden in mehreren Sprachen angeboten. Im Programm gibt es außerdem einen Zugang zu Informationen in Deutscher Gebärdensprache.

Da manche Orte nur begrenzten Platz bieten, kann es bei Performances und Führungen zu Einlassstopps kommen. Besonders wichtige Programmpunkte sollten deshalb nicht zu knapp in die Route eingeplant werden.


Anfahrt zu 48 Stunden Neukölln

Das Festival verteilt sich über den gesamten Bezirk. Eine einzige Haltestelle für alle Programmpunkte gibt es deshalb nicht.

Für viele Orte rund um Karl-Marx-Straße, Richardplatz und Körnerpark eignen sich:

  • S- und U-Bahnhof Neukölln
  • U7 Karl-Marx-Straße
  • U7 Rathaus Neukölln

Der Schillerkiez und das KINDL-Areal sind unter anderem über folgende Stationen erreichbar:

  • U8 Boddinstraße
  • U8 Leinestraße
  • U8 Hermannstraße
  • S-Bahnhof Hermannstraße

Für den Reuterkiez und die nördliche Sonnenallee sind je nach Route auch Hermannplatz, Schönleinstraße oder Busverbindungen entlang der Sonnenallee praktisch.

Vom Alexanderplatz dauert die Fahrt nach Nord-Neukölln je nach Verbindung ungefähr 20 bis 30 Minuten. Vom Berliner Hauptbahnhof sollten etwa 30 bis 40 Minuten eingeplant werden, vom Zoologischen Garten ungefähr 30 bis 45 Minuten.

Zwischen nahe gelegenen Stationen ist der Fußweg häufig sinnvoller als ein weiterer Umstieg. Bei weiter entfernten Projekten in Britz, Buckow oder Rudow sollte die Route dagegen gezielt mit U-Bahn oder Bus geplant werden.

Ich würde euch empfehlen, am Festivaltag aktuelle Störungen, Bauarbeiten und Fahrplanänderungen bei BVG und S-Bahn zu prüfen. Bei einem dezentralen Festival kann bereits eine gesperrte Station die geplante Reihenfolge deutlich verändern.


Essen, Trinken und Pausen

48 Stunden Neukölln findet mitten in einem der gastronomisch vielfältigsten Bezirke Berlins statt. Rund um Karl-Marx-Straße, Sonnenallee, Hermannstraße und Weserstraße gibt es Restaurants, Imbisse, Bars und Cafés in nahezu jeder Preisklasse.

Trotzdem lohnt es sich, Pausen bewusst einzuplanen. Wer sechs Stunden von Ausstellung zu Ausstellung läuft, bemerkt oft erst spät, dass seit dem Frühstück nichts mehr gegessen wurde.

Gerade kleinere Cafés und Bars sind während des Festivals selbst Veranstaltungsorte. Damit lässt sich eine Pause gut mit einem weiteren Programmpunkt verbinden.

Für eine längere Route rund um Karl-Marx-Straße kann auch die Kalle Halle eine mögliche Station für eine Essenspause sein. Mehr über den Food Market findet ihr hier:

Kalle Halle in Neukölln: Food Market, Restaurants und Kulturort


Dennis’ Insider Tipp

48 Stunden Neukölln funktioniert am besten, wenn man den Anspruch ablegt, möglichst viel gesehen zu haben. Drei starke Projekte, ein überraschender Hinterhof und ein Gespräch mit einem Künstler bleiben meist länger im Gedächtnis als zwölf hastig abgehakte Stationen.

Mein persönlicher Ansatz wäre eine feste Führung als Ankerpunkt. Darum herum lassen sich zwei größere Festivalorte und mehrere kleine Ateliers in Laufweite legen. So gibt es einen klaren Plan, ohne dass der Abend seine Spontaneität verliert.

Besonders reizvoll finde ich Orte, die im Alltag keine offensichtlichen Galerien sind. Eine Fahrschule, ein Dönerladen, ein Gemeinschaftsgarten oder eine Motorradwerkstatt verändern den Blick auf die Kunst – und manchmal auch auf den ganzen Kiez.

Speichert euch außerdem nicht nur die großen Namen. Die kleinen Projekte sind oft genau jene, über die man später noch spricht, weil dort direkter Kontakt entsteht und die Kunst nicht durch eine große Ausstellungsarchitektur auf Abstand gehalten wird.


Faktenblock: 48 Stunden Neukölln 2026

  • Veranstaltung: 48 Stunden Neukölln
  • Ausgabe: 28. Festival
  • Datum: 3. bis 5. Juli 2026
  • Beginn: Freitag um 19 Uhr
  • Ende: Sonntag um 19 Uhr
  • Dauer: 48 Stunden
  • Ort: zahlreiche Orte im gesamten Bezirk Neukölln
  • Festivalthema: OUT/SIDE/IN
  • Eintritt: frei
  • Programm: Ausstellungen, Installationen, Performances, Film, Musik, Tanz, Theater, Literatur, Workshops und offene Ateliers
  • Veranstaltungsorte: Galerien, Ateliers, Cafés, Bars, Kirchen, Parks, Gärten, Ladenlokale und öffentlicher Raum
  • Führungen: 23 kostenlose Führungen
  • Sprachen der Führungen: insgesamt acht
  • Dauer der Führungen: ungefähr 60 bis 90 Minuten
  • Anmeldung für Führungen: nicht erforderlich
  • Kapazität: bei großem Andrang maximal die ersten 30 Teilnehmer
  • Familienangebote: Workshops, Mitmachkunst und Programme für Kinder
  • Barrierefreiheit: abhängig vom jeweiligen Veranstaltungsort
  • Veranstalter: Kulturnetzwerk Neukölln
  • Programm: https://48-stunden-neukoelln.de/de/programm
  • Führungen: https://48-stunden-neukoelln.de/de/fuehrungen
  • Karte: https://48-stunden-neukoelln.de/de/programm/karte

FAQ zu 48 Stunden Neukölln 2026

Wann findet 48 Stunden Neukölln 2026 statt?

Das Festival findet von Freitag, den 3. Juli, bis Sonntag, den 5. Juli 2026 statt. Es beginnt am Freitag um 19 Uhr und endet am Sonntag gegen 19 Uhr.

Was kostet der Eintritt?

Der Eintritt zu 48 Stunden Neukölln ist grundsätzlich kostenlos. Auch die offiziellen Festivalführungen können ohne Eintritt besucht werden.

Wo findet das Festival statt?

Die Veranstaltungen verteilen sich über den gesamten Bezirk Neukölln. Ein großer Teil des Programms konzentriert sich auf Nord-Neukölln, doch auch in Britz und weiteren südlichen Ortsteilen gibt es Projekte.

Was bedeutet das Thema „OUT/SIDE/IN“?

Das Thema beschäftigt sich mit Grenzen und Übergängen zwischen innen und außen. Dazu gehören körperliche, räumliche, gesellschaftliche, politische und digitale Grenzen.

Gibt es einen zentralen Festivalort?

Nein. 48 Stunden Neukölln ist dezentral organisiert. Größere Festivalzentren sind unter anderem CANK, Neukölln Speicher, Galerie im Körnerpark, KINDL, Berlin Global Village und die Genezarethkirche.

Muss ich Tickets reservieren?

Für die meisten Projekte sind keine Tickets notwendig. Bei kleinen Räumen und Performances kann die Kapazität jedoch begrenzt sein.

Muss ich mich für eine Führung anmelden?

Nein. Die offiziellen Führungen sind kostenlos und können ohne Anmeldung besucht werden. Bei großem Andrang werden die ersten 30 Teilnehmer mitgenommen.

Wie viele Führungen gibt es?

2026 werden 23 kostenlose Führungen in acht Sprachen angeboten. Dazu gehören kuratorische Rundgänge und thematische Routen.

Ist das Festival für Kinder geeignet?

Ja. Es gibt mehrere Familienangebote, Workshops und Mitmachprojekte. Dazu gehört die LUFTKUNST-Ausstellung im KinderKünsteZentrum für Kinder ab drei Jahren.

Sind alle Veranstaltungsorte barrierefrei?

Nein. Die Zugänglichkeit unterscheidet sich je nach Ort. Im Onlineprogramm sind barrierefreie Zugänge und Toiletten gekennzeichnet.

Wie plane ich meine Route?

Am besten wählt ihr zunächst einen Kiez oder einen größeren Festivalort. Anschließend könnt ihr über den Online-Merkzettel mehrere Projekte in der Umgebung speichern.

Welche Bahnhöfe eignen sich für die Anreise?

Wichtige Ausgangspunkte sind S- und U-Bahnhof Neukölln, U Karl-Marx-Straße, U Rathaus Neukölln, U Boddinstraße, U Leinestraße, U Hermannstraße und S Hermannstraße.

Wann wird das Wetter für das Festival ergänzt?

Eine belastbare Wetterprognose ist derzeit noch nicht möglich. Der Artikel wird kurz vor dem Festival mit dem aktuellen Wetter für Freitag, Samstag und Sonntag ergänzt.

Tags: 48 Stunden NeuköllnKunstfestival BerlinNeukölln KulturOffene Ateliers Berlin
Dennis

Dennis

Konzerthallen sind sein Wohnzimmer, Premieren sein Revier. Dennis lebt für den Moment, in dem das Licht ausgeht und die Show beginnt. Seit Jahren jagt er für euch nach den spannendsten Events und Attraktionen der Stadt. Seine Mission: Nicht nur über Termine zu berichten, sondern die Emotionen hinter den Kulissen einzufangen und die Geschichten aufzuschreiben, die Berlin so einzigartig machen.

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