🎸 Berlin, 25. April 2026 – Es gibt Konzerte, die vergisst man nach ein paar Tagen. Und dann gibt es Abende, die sich einbrennen. Nicht wegen der Größe der Location, nicht wegen perfekt inszenierter Shows – sondern wegen dieses einen Moments, in dem alles passt. Ich habe wirklich schon viel gesehen: kleine Clubshows im Quasimodo, große Produktionen in der Uber Arena, Sommernächte in der Waldbühne oder epische Open-Air-Konzerte im Olympiastadion. Von intim bis gigantisch war alles dabei.
Denn diesmal führte mich der Weg nach Berlin-Pankow. Nichts Ungewöhnliches zunächst. Doch das Ziel war kein Club, keine Halle, keine Bühne im klassischen Sinne – sondern die Verkaufshalle eines Autohauses. Genauer gesagt: die F/G/M Mettchen Müller GmbH, ein Mercedes-Händler. Und genau hier sollte am Freitagabend eine der größten Glam-Rock-Bands aller Zeiten auftreten: The Sweet. Glam-Rock-Legenden
Spätestens an diesem Punkt stellt man sich zwangsläufig die Frage: Ein Konzert zwischen Neuwagen und Hochglanzlack – kann das wirklich funktionieren?
Die Antwort: Ja. Und zwar besser, als man denkt.
🚗 Eine Bühne zwischen Neuwagen und Rockgeschichte
Die große Verkaufshalle wurde für diesen Abend zur Konzertlocation umgebaut – und das überraschend professionell. Bühne, Licht, Sound, Bestuhlung, Stehbereich: alles da. Rund 600 Gäste sorgten für eine angenehm dichte Atmosphäre, irgendwo zwischen Clubgig und Eventabend.
Gegen 20 Uhr betrat Frank Mettchen, einer der Inhaber, die Bühne. Sympathisch, bodenständig, mit spürbarer Leidenschaft für Musik und Events. Man merkt sofort: Hier geht es nicht nur ums Geschäft, sondern um ein echtes Erlebnis (auch wenn Mercedes einige Male an diesem Abend fällt). Ein Selfmade-Unternehmer, der früher selbst im Nachtleben aktiv war und heute unter anderem das Theater am See in Bad Saarow betreibt – jemand, der weiß, wie man Stimmung erzeugt.
🎤 Warm-up mit Überraschungseffekt
Den Auftakt übernahmen The Stringmans, ein Akustik-Duo aus dem Osten Deutschlands. Und was zunächst nach klassischem Warm-up klingt, entwickelte sich schnell zu einem echten Stimmungs-Booster.
Mit Songs wie „Personal Jesus“, „Billie Jean“ oder dem Mitsing-Klassiker „Country Roads“ hatten sie das Publikum sofort auf ihrer Seite. Es wurde geklatscht, gesungen, gefeiert – und schon hier war klar: Das Publikum in Pankow hat richtig Bock auf diesen Abend.
🔥 „We want Sweet!“ – der Moment, in dem alles kippt
Um 20:47 Uhr verändert sich die Stimmung schlagartig.
„We want Sweet! We want Sweet!“ hallt es durch die Halle.
Die ersten Gäste springen auf, dann immer mehr. Die Sitzordnung löst sich auf, Menschen strömen nach vorne – und plötzlich fühlt sich alles nicht mehr nach Eventlocation an, sondern nach echtem Rockkonzert. Ganz nah, Rock fast zum Anfassen sozusagen.
Dann betreten sie die Bühne: The Sweet.
Im Mittelpunkt: Andy Scott. 77 Jahre alt, seit über fünf Jahrzehnten auf Tour, das letzte verbliebene Gründungsmitglied. Eine lebende Legende. Kein großes Spektakel nötig – seine Präsenz reicht.


Foto (C)Dennis Hahn
🎸 Druckvoller Start & eine Band, die funktioniert
Der Opener „Action“ (1975) setzt sofort ein Statement. Kein vorsichtiges Herantasten, kein Nostalgie-Modus – sondern direkt nach vorne. Druckvoll, laut, klar. Andy Scotts Gitarre dominiert, die Drums treiben, und die Halle ist ab der ersten Sekunde im Konzertmodus.
Unterstützt wird Scott von einer starken Besetzung:
Paul Manzi am Gesang – charismatisch, kraftvoll, mit enormer Bühnenpräsenz.
Lee Small am Bass – immer wieder mit auffälligen Momenten und viel Energie.
Tom Cory an Keyboard und Gitarre – musikalisches Bindeglied.
Adam Booth an den Drums – seit 2024 dabei, druckvoll, präzise.
Und ja, die Diskussion im Publikum gab es: Ist das noch The Sweet?
Ganz ehrlich: Solange Andy Scott da steht – ist es The Sweet.


Foto (C)Dennis Hahn
🎶 Hitmaschine: Glam-Rock in Bestform
Die Setlist? Ein einziger Ritt durch die 70er und 80er.
Die Setlist liest sich wie ein Best-of der Glam-Rock-Geschichte, ohne jemals wie ein Pflichtprogramm zu wirken. „Hellraiser“, „The Six Teens“, „Don’t Bring Me Water“ und „Circus“ rollen wie eine Welle durch den Raum und reißen das Publikum Stück für Stück mit. Spätestens bei „Teenage Rampage“ ist klar, dass dieser Abend eine Eigendynamik entwickelt hat, die man nicht mehr einfangen kann. Es wird getanzt, gesungen, gefeiert – und zwar nicht halbherzig, sondern mit voller Überzeugung.
🍹 Mitmach-Momente & pure Eskalation
Eine kurze Pause nutzt Andy Scott für einen Schluck Whisky-Cola – ganz entspannt, ganz Rock’n’Roll. Die Band übernimmt und liefert mit „Wig-Wam Bam“ und „Little Willy“ zwei absolute Mitmach-Hymnen.
Und jetzt passiert das, was ein gutes Konzert von einem besonderen unterscheidet:
Das Publikum wird Teil der Show.
Pankow singt. Pankow tanzt. Pankow lebt diesen Abend.
🌌 Gänsehaut: Wenn „Love Is Like Oxygen“ den Raum füllt
Mit „Love Is Like Oxygen“ erreicht das Konzert eine neue Ebene. Der Song baut sich langsam auf, entfaltet seine ganze Größe – fast schon episch.
Andy Scott zeigt hier nochmal eindrucksvoll, was ihn seit Jahrzehnten auszeichnet: Gefühl, Timing, Sound. Und wenn man ihm ins Gesicht schaut, sieht man es ganz deutlich – der Mann hat immer noch Spaß daran, auf der Bühne zu stehen.
🍻 Der vielleicht schönste Moment des Abends
Ein kurzer Schluck, ein Lächeln – und plötzlich stimmt das Publikum an:
„Ein Prosit der Gemütlichkeit!“
Ein Moment, der so eigentlich gar nicht hierher passt – und gerade deshalb perfekt ist. Genau diese Mischung aus Rockkonzert und Berliner Herz macht den Abend so besonders.
🦊 Finale für die Ewigkeit
Dann geht alles ganz schnell – und gleichzeitig will man, dass es nie endet:
„Fox on the Run“ – pure Euphorie
„Blockbuster“ – maximale Energie
Und natürlich der finale Höhepunkt:
👉 „Ballroom Blitz“
„Are you ready, Steve?“
(Uh-huh)
„Andy?“
(Yeah)
„Alright, fellas… let’s go!“
Und dann explodiert die Halle.
💡 Dennis’ Fazit:
„Ich habe wirklich schon viele Konzerte in meinem Leben gesehen – von kleinen, verschwitzten Clubnächten bis hin zu den ganz großen Bühnen dieser Welt. Aber dieser Abend in Berlin-Pankow hat mir wieder eindrucksvoll gezeigt, worauf es am Ende wirklich ankommt. Ein Konzert in einem Autohaus klingt im ersten Moment wie eine verrückte Idee, vielleicht sogar wie ein Experiment. Doch genau solche Abende sind es, die einen daran erinnern, warum Live-Musik so besonders ist.
Denn es ist eben nicht die Location, die ein Konzert unvergesslich macht.
Aber dieser Abend hat gezeigt, worauf es wirklich ankommt:
Nicht die Location macht das Konzert.
Nicht die Größe.
Nicht der Rahmen.
Sondern:
Die Musik. Die Band. Die Energie. Das Publikum.
Diese ganz besondere Energie, die entsteht, wenn alles zusammenkommt. Und genau das hat hier von der ersten bis zur letzten Minute funktioniert.
The Sweet – allen voran Andy Scott – haben eindrucksvoll bewiesen, dass Legenden nicht von der Zeit leben, sondern vom Moment. Von der Leidenschaft, die sie immer noch auf die Bühne bringen, und von der Verbindung zum Publikum. Und genau dafür braucht es Menschen wie Frank Mettchen und sein Team, die den Mut haben, neue Wege zu gehen und solchen Künstlern im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne zu geben, sonst würden solche besonderen Live-Momente schlicht nicht stattfinden.
Dieser Abend war kein gewöhnliches Konzert. Er war ein Statement. Dafür, dass Rock’n’Roll lebt. Dafür, dass Musik keine Grenzen kennt. Und dafür, dass manchmal genau die ungewöhnlichsten Orte die größten Geschichten schreiben.
Thank you, The Sweet.
Thank you, Andy Scott.
Bitte hört nicht auf. Denn genau solche Abende sind es, die bleiben – lange nachdem der letzte Ton verklungen ist.“
🎟️ Lust bekommen?
Wer jetzt richtig Lust auf The Sweet und dieses besondere Konzerterlebnis im Autohaus bekommen hat, hat tatsächlich noch eine Chance:
👉 Heute Abend spielen The Sweet erneut – diesmal im F/G/M Mettchen Müller GmbH Center Prenzlau Automeile 11, Prenzlau (Brandenburg)
Tickets gibt es online HIER oder spontan an der Abendkasse für 59 € Wenn der Abend in Pankow eines gezeigt hat, dann das:
Das ist kein gewöhnliches Konzert – das ist ein Erlebnis.













