🕰️ Berlin, Pei-Bau – Ab dem 8. Mai 2026 wird deutsche Geschichte greifbar. Das Deutsche Historische Museum (DHM) gewährt mit seiner neuen Sonderausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung“ einen exklusiven Einblick in sein Herzstück: die über eine Million Objekte starke Sammlung.
Vom prunkvollen Bernstein-Brettspiel aus dem Jahr 1607 bis hin zum umfunktionierten IKEA-Stockbett einer Flüchtlingsunterkunft von 2015 – die Schau präsentiert rund 200 Exponate, von denen viele noch nie zuvor öffentlich gezeigt wurden.
🏛️ Teil 1: Die Biografie eines Museums
Hinter jedem Objekt steht nicht nur eine Epoche, sondern auch eine Sammel-Strategie. Der erste Teil der Ausstellung, kuratiert von Wolfgang Cortjaens, beleuchtet die wechselvolle, 150-jährige Geschichte des DHM selbst.
Das Zeughaus war nicht immer nur ein Museum. Der Rundgang führt durch fünf prägende Epochen:
- Preußisches Waffenarsenal & Ruhmeshalle: Die Anfänge im späten 19. Jahrhundert.
- NS-Zeit: Die Instrumentalisierung als „Heeresmuseum“.
- DDR-Ära: Das „Museum für deutsche Geschichte“ als sozialistisches Zentralmuseum.
- Wiedervereinigung: Die Übernahme durch das 1987 im Westen gegründete DHM.
- Moderne: Die Erweiterung durch den ikonischen Pei-Bau im Jahr 2003.
Die Erkenntnis: Sammeln war nie neutral. Ob eine japanische Samurai-Rüstung (ein Geschenk an Adolf Hitler) oder sozialistischer Tischschmuck aus Nordvietnam – Exponate waren immer auch politische Statements.
🌍 Teil 2: Räume, Schauplätze & Schicksale
Im zweiten Teil verlassen wir die Chronologie und blicken auf den Raum. Wie verändert sich Geschichte durch Wanderung, Handel und Grenzen? Die Exponate erzählen von globalen Verflechtungen und menschlichen Schicksalen:
- Dynastischer Luxus: Ein kostbarer Bernstein-Brettspielkasten (1607), gefertigt für die englische Königin Anna von Dänemark, zeigt, wie vernetzt die Ostsee-Elite schon damals war.
- Glaubenskämpfe: Ein gravierter „Willkomm-Becher“ (Gläsernes Gästebuch) der Grafen Oettingen zeugt von den religiösen Wirren der Reformation.
- Industrieller Wandel: Die schwere Ausrüstung eines Bergmanns der Zeche Prosper Haniel (geschlossen 2018) markiert das Ende einer Ära im Ruhrgebiet.
- Subkultur: Seltene Vintage-Fotografien zeigen Wandergesellen auf der Walz – ein subversive Gegenentwurf zur bürgerlichen Enge des frühen 20. Jahrhunderts.
🚤 Flucht und Ankunft: Ein berührender Abschluss
Besonders bewegend endet die Schau mit zwei Beispielen von „Objektmigration“: Ein komplettes Biedermeier-Interieur, das nach einer jahrzehntelangen Odyssee infolge des Zweiten Weltkriegs nach Berlin zurückkehrte, steht einem IKEA-Etagenbett gegenüber. Die Kinderzeichnungen auf dem Bettgestell aus einer Unterkunft von 2015 erzählen von der lebensgefährlichen Flucht über das Mittelmeer.
📅 Alle Infos zur Ausstellung auf einen Blick
- Titel: Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung
- Laufzeit: 08. Mai 2026 – 31. Oktober 2027
- Ort: Deutsches Historisches Museum, Pei-Bau, Hinter dem Gießhaus 3, 10117 Berlin
- Inklusiv: Die Ausstellung ist weitgehend barrierefrei, bietet Hörführungen (DE/EN) und mediale Vertiefungsstationen.
- Special: Im Juni 2026 erscheint der spannende Tagungsband „Spielerische Allianzen“ zum Bernstein-Brettspiel.
🎫 Ihr Besuch im DHM: Alle Infos auf einen Blick
Damit euer Ausflug in die deutsche Geschichte reibungslos klappt, haben wir hier die wichtigsten Eckdaten für euch zusammengefasst. Wichtig: Das historische Zeughaus ist wegen Sanierung aktuell geschlossen – das gesamte Programm findet im modernen Pei-Bau statt.
🕙 Öffnungszeiten & Besondere Ruhezeiten
- Täglich: 10:00 – 18:00 Uhr
- Quiet Hours: Wer die Ausstellung lieber ohne Gruppenführungen und Trubel genießen möchte, kommt dienstags (16–18 Uhr) oder samstags (10–12 Uhr). Gehörschutz gibt es gegen Pfand vor Ort.
- Schließtage: Am 7. Mai 2026 (Vortag der Eröffnung) sowie am 24. Dezember bleibt das Museum zu.
💰 Eintrittspreise & Spartipps
- Einzelticket: 7 € | ermäßigt 3,50 €
- Kombiticket (alle Ausstellungen): 10 € | ermäßigt 5 €
- Bis 18 Jahre: Eintritt frei!
- Familienticket: 18 € (Eintritt + Führung für 2 Erw. & max. 3 Kinder – nur vor Ort erhältlich).
- Eintritt frei: Markiert euch den 26.04. und den 17.5.2026 fett im Kalender – da kommt ihr umsonst rein!
📍 Lage & Anfahrt
- Adresse: Unter den Linden 2, 10117 Berlin
- Eingang: Der Zugang erfolgt über den Pei-Bau, Hinter dem Gießhaus 3.
🎒 Garderobe & Komfort
- Taschen-Check: Große Taschen und Rucksäcke (über 30x20x10 cm) müssen abgegeben werden.
- Durstlöscher: Im Untergeschoss des Pei-Baus gibt es einen kostenlosen Wasserspender.
- Barrierefreiheit: Das Museum ist inklusiv gestaltet; Buggys können entliehen werden und Wickelmöglichkeiten sind vorhanden.
🎧 Führungen & Gruppen
- Audioguide: Für 3 € (6 € für Familien) bekommt ihr die volle Ladung Expertenwissen aufs Ohr.
- Gruppen: Ab 15 Personen (6 € Einzelticket / 9 € Kombiticket). Bitte meldet euch mindestens eine Woche vorher unter
fuehrung@dhm.dean.
👉 Tickets online buchen: DHM Ticket-Shop
💡 Dennis’ Insider-Tipp: Geschichte zum Anfassen
„Leute, wer denkt, das DHM sei nur was für staubige Geschichtsbücher, wird hier eines Besseren belehrt. Dass sie ein simples IKEA-Bett neben preußischen Prunk stellen, zeigt, wie modern und mutig das Museum heute agiert.
Mein Tipp: Nutzt das kartografische Leitsystem in der Ausstellung. Es ist super spannend zu sehen, welche Wege die Objekte – genau wie wir Menschen – über die Jahrhunderte zurückgelegt haben. Und wer danach noch Energie hat: Der Pei-Bau ist allein wegen seiner Architektur ein Foto wert!“








