Der Traum vom WM-Finale ist geplatzt: Deutschlands Basketballerinnen verlieren das historische Halbfinale der Heim-WM gegen Frankreich mit 64:86. Nach einer starken ersten Hälfte zieht Frankreich nach der Pause davon. Für Deutschland ist das Turnier aber noch nicht vorbei – schon heute wartet Spanien im Spiel um Bronze.
Deutschland hat bei der Basketball-WM der Frauen 2026 das Finale verpasst. Das Team von Bundestrainer Olaf Lange unterlag Frankreich am Samstag in Berlin mit 64:86. Vor 12.650 Zuschauern hielt Deutschland vor allem in der ersten Hälfte dagegen, ehe Frankreich nach der Pause entscheidend davonzog.
Nach dem ersten Viertel lag Deutschland nur 23:25 zurück, zur Halbzeit stand es 38:45. Im dritten Abschnitt setzte sich Frankreich mit 19:12 weiter ab, das Schlussviertel ging mit 22:14 ebenfalls an die Französinnen.
Damit zieht Frankreich erstmals ins Finale einer Frauen-Basketball-Weltmeisterschaft ein. Deutschland bekommt dagegen noch eine zweite Chance auf eine historische Medaille: Am Sonntag, 13. September, um 16:30 Uhr geht es gegen Spanien um Bronze.
Stand: 13. September 2026, 02:35 Uhr
⚡ Kurz zusammengefasst
Halbfinale: Frankreich – Deutschland 86:64
Viertel: 25:23, 20:15, 19:12, 22:14
Halbzeit: 45:38
Zuschauer: 12.650
Beste deutsche Werferinnen: Nyara Sabally 12, Marie Gülich 12, Leonie Fiebich 9 Punkte
Frankreich: Gabby Williams 22 Punkte
Entscheidender Faktor: 24 deutsche Ballverluste
Deutschland: erstmals überhaupt im WM-Halbfinale
Nächstes Spiel: Spanien – Deutschland
Spiel um Bronze: Sonntag, 13. September
Beginn: 16:30 Uhr
Ort: Berlin Arena
TV: ProSieben Maxx
Stream: Joyn
Zusätzlich: MagentaSport / MagentaTV
Finale: USA – Frankreich, 20:00 Uhr
Deutschland hält eine Halbzeit mit Frankreich mit
Frankreich startete offensiv stärker und traf früh von außen. Deutschland ließ sich davon aber nicht abschütteln.
Leonie Fiebich traf einen wichtigen Dreier, Nyara Sabally punktete trotz der aggressiven französischen Verteidigung und Marie Gülich brachte Deutschland im ersten Viertel sogar kurz in Führung.
Nach zehn Minuten stand es nur 23:25.
Auch im zweiten Viertel blieb Deutschland zunächst in Schlagdistanz. Frankreich erhöhte allerdings zunehmend den defensiven Druck und zwang das DBB-Team zu immer mehr Ballverlusten.
Zur Halbzeit lag Deutschland dennoch nur 38:45 zurück. Das Finale war zu diesem Zeitpunkt weiterhin völlig offen.
24 Ballverluste werden zum größten Problem
Nach der Pause änderte sich das Spiel.
Frankreich nutzte die deutschen Ballverluste konsequent aus und setzte sich schnell zweistellig ab. Nach dem bereits 13. Turnover fiel das 38:47, wenig später stand es 38:52.
Deutschland versuchte noch einmal zurückzukommen. Sabally traf aus der Distanz, Gülich verkürzte auf 45:54 und später auf 47:55.
Doch weitere Ballverluste verhinderten einen echten Lauf. Nach 30 Minuten führte Frankreich bereits 64:50.
Am Ende standen 24 deutsche Turnover – eine Zahl, die gegen ein Team mit Frankreichs Geschwindigkeit und Athletik kaum zu kompensieren war.
Frankreich zieht im Schlussviertel davon
Im letzten Viertel versuchte Deutschland noch einmal alles.
Frieda Bühner eröffnete mit zwei Punkten, Alexis Peterson verkürzte auf 55:64 und Emily Bessoir brachte Deutschland mit einem Dreier sogar noch einmal auf 60:69 heran.
Frankreich ließ sich davon jedoch nicht mehr aus der Ruhe bringen. Gabby Williams sorgte mit Tempo und Ballgewinnen immer wieder für einfache Punkte.
Nach dem 64:78 gelangen Deutschland keine weiteren Zähler mehr. Frankreich beendete die Partie mit einem deutlichen Lauf und gewann schließlich 86:64.
Gabby Williams wird zum entscheidenden Faktor
Deutschlands größtes Problem war Gabby Williams.
Die französische Führungsspielerin erzielte 22 Punkte und war sowohl im Halbfeld als auch im Umschaltspiel kaum zu stoppen. FIBA zeichnete sie als beste Spielerin der Partie aus.
Deutschland bekam ihre Geschwindigkeit über die gesamte Partie nicht zuverlässig kontrolliert.
Frankreich führte insgesamt fast die komplette Spielzeit. Laut FIBA lag Deutschland lediglich elf Sekunden in Führung. Der größte französische Vorsprung betrug 26 Punkte.
🏀 Sabally und Gülich führen Deutschland an
Die deutsche Offensive verteilte sich diesmal vergleichsweise breit, ohne dass eine Spielerin einen außergewöhnlichen Scoring-Abend erwischte.
Nyara Sabally: 12 Punkte
Marie Gülich: 12 Punkte
Leonie Fiebich: 9 Punkte
Alexis Peterson: 7 Punkte
Alexandra Wilke: 6 Punkte
Emma Eichmeyer: 6 Punkte
Emily Bessoir: 6 Punkte
Luisa Geiselsöder: 4 Punkte
Frieda Bühner: 2 Punkte
Gerade Bühner, die Deutschland in mehreren vorherigen WM-Spielen offensiv getragen hatte, kam diesmal kaum zur Entfaltung.
📊 Deutschland trifft ordentlich – verliert aber zu viele Bälle
Bemerkenswert ist: Die reine Wurfquote erklärt die deutliche Niederlage nicht.
Frankreich traf insgesamt 45 Prozent seiner Würfe, Deutschland kam auf 44 Prozent. Bei den Zweipunktwürfen lagen beide Teams sogar bei 50 Prozent.
Von außen traf Frankreich 37 Prozent, Deutschland 33,3 Prozent. Deutlicher war der Unterschied an der Freiwurflinie: Frankreich verwandelte 85,7 Prozent, Deutschland lediglich 60 Prozent.
Das eigentliche Problem waren deshalb weniger die Würfe als die fehlenden Abschlüsse durch die vielen Ballverluste.
Historische Heim-WM trotz verpasstem Finale
Die Niederlage ändert nichts daran, dass Deutschland bei dieser WM bereits Geschichte geschrieben hat.
Noch nie zuvor hatte eine deutsche Frauen-Nationalmannschaft überhaupt ein WM-Viertelfinale erreicht. Nach dem 93:74 gegen Europameister Belgien ging es sogar erstmals ins Halbfinale.
Der bisherige deutsche Turnierweg:
Spanien – Deutschland 83:53
Deutschland – Japan 74:58
Deutschland – Mali 83:58
Deutschland – Südkorea 94:56
Belgien – Deutschland 74:93
Frankreich – Deutschland 86:64
Deutschland – Spanien 53:83: der WM-Auftakt
Deutschland schlägt Japan 74:58
Deutschland schlägt Mali 83:58
Deutschland schlägt Südkorea 94:56
Unser großer Guide zur Basketball-WM der Frauen 2026
🥉 Jetzt Spanien gegen Deutschland um Bronze
Für Deutschland bleibt nur wenige Stunden Zeit, die Halbfinalniederlage abzuschütteln.
Im Spiel um Platz drei wartet ausgerechnet Spanien. Die Spanierinnen verloren ihr Halbfinale gegen die USA mit 66:76.
Damit kommt es am letzten WM-Tag zu einer Neuauflage des deutschen Auftaktspiels.
Am 4. September war Spanien noch klar überlegen und gewann 83:53. Seitdem hat sich die deutsche Mannschaft allerdings erheblich gesteigert.
Eine deutsche Revanche hätte diesmal historische Bedeutung: Bronze wäre die erste WM-Medaille der deutschen Frauen überhaupt.
Spanien bleibt unangenehmer Gegner
Spanien geht trotz der Niederlage gegen die USA mit viel Qualität in das kleine Finale.
FIBA hebt insbesondere Iyana Martín als wichtigste spanische Scorerin hervor. Gleichzeitig liegen beide Teams bei vielen Turnierwerten relativ nah beieinander.
Deutschland hat vor allem beim Rebound Vorteile: durchschnittlich 45,3 Rebounds pro Spiel, Spanien kommt auf 39,2.
Auch die deutsche Bank war im Turnier bislang deutlich produktiver: Deutschland erzielt im Schnitt 42 Bankpunkte, Spanien 26,2.
Der größte Warnhinweis bleibt das erste direkte Duell. Spanien traf damals 14 von 28 Dreiern.
📺 Spanien – Deutschland live im TV und Stream
Das Spiel um Bronze findet bereits heute Nachmittag statt.
Sonntag, 13. September 2026
Spanien – Deutschland
Beginn: 16:30 Uhr
Ort: Berlin Arena
Free-TV: ProSieben Maxx
Stream: Joyn
Zusätzlich: MagentaSport und MagentaTV
Spanien – Deutschland bei FIBA
🏆 USA gegen Frankreich im WM-Finale
Während Deutschland und Spanien um Bronze spielen, steht am Abend das Finale an.
Die USA setzten sich im zweiten Halbfinale 76:66 gegen Spanien durch. Frankreich erreichte mit dem Sieg gegen Deutschland erstmals überhaupt das WM-Endspiel.
Finale: USA – Frankreich
Sonntag, 13. September
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: Berlin Arena
💡 Dennis’ Fazit
Die 64:86 sehen am Ende deutlicher aus, als sich die Partie lange angefühlt hat.
Deutschland war zur Halbzeit nur sieben Punkte zurück und kam selbst im Schlussviertel noch einmal auf neun Punkte heran. Der entscheidende Unterschied waren für mich nicht fehlende Qualität oder eine völlig unterlegene Wurfquote, sondern die 24 Ballverluste.
Genau das muss gegen Spanien sofort besser werden.
Das Gute: Deutschland kennt diesen Gegner bereits – und weiß nach dem 53:83 am ersten WM-Tag sehr genau, was diesmal anders laufen muss. Eine Bronzemedaille nach diesem Turnierverlauf wäre ein gewaltiger Abschluss dieser Heim-WM.
📌 Faktenbox
Spiel: Frankreich – Deutschland
Ergebnis: 86:64
Wettbewerb: Basketball-WM Frauen 2026
Runde: Halbfinale
Ort: Berlin Arena
Zuschauer: 12.650
Viertel: 25:23, 20:15, 19:12, 22:14
Halbzeit: 45:38
Deutsche Topscorerinnen: Sabally und Gülich je 12 Punkte
Frankreich: Gabby Williams 22 Punkte
Deutschland Turnover: 24
Folge: Deutschland verpasst das WM-Finale
Nächstes Spiel: Spanien – Deutschland
Spiel um Platz 3: 13. September, 16:30 Uhr
TV: ProSieben Maxx
Stream: Joyn
Zusätzlich: MagentaSport / MagentaTV
Finale: USA – Frankreich, 20:00 Uhr
❓ FAQ zu Deutschland – Frankreich bei der Basketball-WM 2026
Wie endete Deutschland gegen Frankreich?
Frankreich gewann das WM-Halbfinale gegen Deutschland mit 86:64. Zur Halbzeit lag Deutschland lediglich 38:45 zurück.
Warum hat Deutschland verloren?
Ein entscheidender Faktor waren 24 Ballverluste. Frankreich nutzte viele davon für einfache Punkte und setzte sich besonders nach der Halbzeit zunehmend ab.
Wer war Deutschlands beste Werferin?
Nyara Sabally und Marie Gülich erzielten jeweils 12 Punkte. Leonie Fiebich kam auf neun.
Ist Deutschland jetzt ausgeschieden?
Deutschland kann nicht mehr Weltmeister werden, spielt aber noch um Bronze.
Gegen wen spielt Deutschland um Platz drei?
Deutschland trifft auf Spanien, das sein Halbfinale gegen die USA mit 66:76 verlor.
Wann spielt Deutschland gegen Spanien?
Das Spiel um Bronze beginnt am Sonntag, 13. September, um 16:30 Uhr in Berlin.
Wo läuft Spanien gegen Deutschland?
Die Partie wird bei ProSieben Maxx und Joyn sowie bei MagentaSport/MagentaTV übertragen.
Hat Deutschland schon einmal eine WM-Medaille gewonnen?
Nein. Schon der Halbfinaleinzug 2026 ist das beste deutsche Ergebnis bei einer Frauen-Basketball-WM. Mit Bronze könnte Deutschland das Turnier mit seiner ersten WM-Medaille abschließen.













