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Home Kultur

Festival der Berliner Industriekultur 2026: Programm, Highlights & Termine

Dennis Von Dennis
6. September 2026
in Kultur
0
KI-generierte Illustration zum Festival der Berliner Industriekultur 2026 mit Dampflok, Tempelhof und historischen Industrieanlagen

Das Festival der Berliner Industriekultur 2026 läuft vom 12. September bis 4. Oktober und verbindet historische Orte, Technik, Führungen, Ausstellungen, Kunst und Musik in ganz Berlin. © BerlinMagazine.de / KI-generiertes Bild

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Verborgene Bunker, alte Lokschuppen, ein historisches U-Bahn-Stellwerk, ehemalige Fabriken und ein Hangar, der sonst nicht öffentlich zugänglich ist: Vom 12. September bis 4. Oktober 2026 macht das Festival der Berliner Industriekultur außergewöhnliche Orte in ganz Berlin erlebbar. Aktuell stehen bereits 155 Termine im Programm – viele davon kostenlos.

Berlin ist nicht nur Museumsinsel, Fernsehturm und Schloss Charlottenburg. Ein erheblicher Teil der Stadt wurde von Industrie, Eisenbahn, Elektrizität, Wasserwerken, Brauereien, Verkehrsbauten und Produktionsstätten geprägt.

Beim Festival der Berliner Industriekultur 2026 öffnen sich deshalb Orte, die im normalen Berliner Alltag kaum zugänglich sind. Besucher können ehemalige Fabriken erkunden, mit historischen Bussen fahren, durch alte Bahnanlagen laufen, an Fahrradtouren teilnehmen oder Industriekultur mit Theater, Musik und Essen verbinden. Der aktuelle Festivalkalender umfasst 155 Veranstaltungen in allen zwölf Berliner Bezirken – und soll noch weiter wachsen.

Das Festival beginnt am Wochenende des Tags des offenen Denkmals Berlin und läuft anschließend noch drei Wochen weiter. Damit eignet es sich sowohl für einen einzelnen Ausflug als auch für mehrere sehr unterschiedliche Entdeckungstouren durch Berlin.

Stand: 6. September 2026, 13:30 Uhr

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⚡ Kurz zusammengefasst

Festival: Festival der Berliner Industriekultur 2026
Termin: 12. September bis 4. Oktober 2026
Dauer: 23 Tage
Programm: aktuell 155 Veranstaltungseinträge
Bezirke: alle zwölf Berliner Bezirke
Formate: Führungen, exklusive Einblicke, Ausstellungen, Radtouren, Kanutouren, Theater, Musik, Workshops, Sonderfahrten und Essen
Eintritt: viele Veranstaltungen kostenlos, einzelne Angebote kostenpflichtig
Anmeldung: je nach Programmpunkt erforderlich oder nicht notwendig
Familienangebote: vorhanden
Englischsprachige Angebote: vorhanden
Auftakt: Wochenende des Tags des offenen Denkmals
Veranstalter: Berliner Zentrum Industriekultur und Netzwerk der Schauplätze und Geheimtipps der Berliner Industriekultur
Besondere Termine: Walk of Fame Schöneweide, Aktionstag Tempelhof-Schöneberg, Berliner Eisenbahnfest, U-Bahn-Museum, Flugplatz Gatow, KPM, Malzfabrik und S-Bahn-Museum

Komplettes Festivalprogramm 2026


🏭 Was ist das Festival der Berliner Industriekultur?

Berlin gehörte um 1900 zu den bedeutendsten Industriemetropolen Europas. Elektrizität, Maschinenbau, Eisenbahn, Kommunikation, Chemie und Lebensmittelproduktion veränderten innerhalb weniger Jahrzehnte das gesamte Stadtbild.

Viele Gebäude dieser Zeit stehen noch heute. Manche werden weiterhin industriell genutzt, andere wurden zu Museen, Parks, Kulturorten, Büros oder Veranstaltungsflächen umgebaut. Die Berliner Industriekultur erzählt deshalb nicht nur von stillgelegten Fabriken, sondern auch davon, wie Berlin immer wieder neue Nutzungen für alte Orte gefunden hat.

Das Festival verbindet diese Orte erstmals über mehrere Wochen in einem gemeinsamen Programm. Vertreten sind Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Mitte, Neukölln, Pankow, Reinickendorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick.


📅 Die wichtigsten Termine auf einen Blick

TerminHighlightOrtPreis
12.09.Eröffnung Walk of Fame SchöneweideOberschöneweidekostenlos
12.09.Die Borsig-VerschwörungBorsigwerke Tegel12 €
13.09.Hangar-FührungenFlugplatz Gatowkostenlos
13.09.JugendBauhütte im LokschuppenBw Schöneweidekostenlos
15./18.09.Wildkräuter in der MalzfabrikSchönebergkostenpflichtig
19.09.DJ-Party im U-Bahn-MuseumOlympiastadion20 €
20.09.Aktionstag IndustriekulturTempelhof-Schönebergweitgehend kostenlos
21.09.Radtour mit BMW-ProduktionSpandauAnmeldung
22.09.Radtour mit KPM-ProduktionCharlottenburg/Mittekostenlos
26.–27.09.Berliner EisenbahnfestBw Schöneweide12 €
26.09.S-Bahn im UntergrundGesundbrunnen3–5 €
26.09.Lange Tafel der IndustriekulturÖkowerkab 7 €
01.10.Inforadio ForumAEG-GeländeAnmeldung
02./04.10.Platonic NecrophiliaUmspannwerk Reinickendorf18 €
04.10.Hangar-FührungenFlugplatz Gatowkostenlos

Das ist nur eine Auswahl. Der offizielle Kalender enthält derzeit 155 Einträge und wird laufend ergänzt.


👀 1. Walk of Fame Schöneweide eröffnet das Festival

Einer der sichtbarsten neuen Programmpunkte entsteht in Oberschöneweide.

Am Samstag, 12. September, um 14 Uhr wird der Walk of Fame Schöneweide eröffnet. Entlang der Wilhelminenhofstraße zeigen historische Aufnahmen in roten Sehrohren, wie der ehemalige Industriestandort früher aussah. QR-Codes liefern zusätzliche Informationen zu den Gebäuden.

Der rund einen Kilometer lange Walk führt durch einen der bedeutendsten Orte der Berliner Elektroindustrie. In Schöneweide entstand 1895 das erste Drehstromkraftwerk Deutschlands; später wurden hier Kabel, Elektrogeräte und sogar frühe Elektrofahrzeuge produziert.

Die Installation bleibt bis zum 4. Oktober zugänglich und ist kostenlos. Begleitend gibt es eine Ausstellung im Industriesalon Schöneweide.

Gerade weil keine Anmeldung erforderlich ist, gehört der Walk für mich zu den besten spontanen Festivalangeboten.


✈️ 2. Ein Hangar am Flugplatz Gatow öffnet erstmals

Am ehemaligen Flugplatz Gatow gibt es einen der ungewöhnlichsten Einblicke des Festivals.

Unter dem Titel „Ein Hangar, viele Geschichten“ führen Rundgänge durch das rund 722.000 Quadratmeter große historische Flugplatzensemble. Besonders interessant: Ein Hangar, der bislang nicht öffentlich zugänglich war, wird bei diesen Führungen geöffnet.

Am 13. September starten Führungen stündlich zwischen 11 und 16 Uhr. Am 4. Oktober gibt es weitere Termine um 12, 14 und 16 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das ist eines der Angebote, die ich besonders Familien und Luftfahrtfans empfehlen würde.


🚂 3. Lokschuppen Schöneweide: Handwerk trifft Eisenbahn

Am ersten Festivalwochenende öffnet zusätzlich das Bahnbetriebswerk Schöneweide.

Bei der JugendBauhütte im Lokschuppen können Besucher am Sonntag, 13. September, zwischen 11 und 16 Uhr erleben, wie junge Handwerker schmieden, drechseln, glasen und historische Bauteile restaurieren. Gleichzeitig stehen historische Fahrzeuge der Dampflokfreunde auf dem Gelände.

Die Veranstaltung ist kostenlos und familienfreundlich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wer schon beim Berliner Eisenbahn-Frühlingsfest 2026 in Schöneweide war, bekommt hier einen anderen Blick auf das Gelände: weniger großes Volksfest, dafür mehr Werkstatt, Restaurierung und Denkmalpflege.

BerlinMagazine.de: Eisenbahn-Frühlingsfest im Bw Schöneweide


🎭 4. Die Borsig-Verschwörung: Industriegeschichte als Theater

Industriekultur muss nicht aus einer klassischen Führung bestehen.

Die „Borsig-Verschwörung“ verwandelt das historische Borsig-Areal in Tegel in eine Theaterkulisse. Die Handlung spielt im Jahr 1931: Borsig steht vor wirtschaftlichen Problemen, während die Teilnehmer in die Rolle möglicher Investoren schlüpfen.

Das Format dauert etwa zweieinhalb Stunden und verbindet Industriekultur, Schauspiel und Spaziergang.

Termin: 12. September, 15 Uhr
Ort: Borsigtor, Berliner Straße 27
Preis: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro
Anmeldung: erforderlich

Für mich ist das eines der kreativsten Formate des Festivals.


🌿 5. Wildkräuter zwischen den alten Mauern der Malzfabrik

Die Malzfabrik zeigt sehr gut, wie ehemalige Industrieorte heute völlig anders genutzt werden können.

Die zwischen 1914 und 1917 errichtete Mälzerei gehörte einst zur Schultheiss-Brauerei. Heute befinden sich auf dem Gelände Veranstaltungsflächen, Unternehmen, Grünflächen und ein Biotop.

Während des Festivals verbinden Wildkräuter-Touren die Industriegeschichte mit urbanem Gemüseanbau und essbaren Pflanzen. Nach einem Rundgang durch die historische Mälzerei geht es auf den Schau-Acker; zum Abschluss werden unter anderem Wildkräuterpesto und Kräuterlimonade probiert.

Es gibt deutsche und englische Termine.

Damit gehört die Malzfabrik zu den besten Beispielen dafür, dass Industriekultur nicht ausschließlich aus alten Maschinen bestehen muss.


🎧 6. Party zwischen alten U-Bahn-Hebeln

Ein besonders Berlin-typischer Abend wartet im U-Bahn-Museum am Olympiastadion.

Am Samstag, 19. September, legt DJ John ab 20 Uhr Funk, Soul und R&B im historischen Stellwerk auf. Das Museum befindet sich in einem früheren Stellwerk mit einem 14 Meter langen Hebelwerk, das 1931 zu den größten seiner Art in Europa gehörte.

Eintritt: 20 Euro
Dauer: etwa sechs Stunden
Anmeldung: erforderlich

Dass ausgerechnet zwischen historischen U-Bahn-Schaltern und Signalanlagen getanzt wird, macht den Termin für mich zu einem der ungewöhnlichsten Festivalabende.


🚌 7. Großer Aktionstag in Tempelhof-Schöneberg

Der 20. September dürfte einer der stärksten einzelnen Festivaltage werden.

Sieben Industriekultur-Orte im Bezirk beteiligen sich an einem gemeinsamen Aktionstag. Drei historische Doppeldeckerbusse fahren alle 30 Minuten als kostenloses Hop-on-Hop-off-Shuttle zwischen den Standorten.

Zu den Stationen gehören unter anderem:

  • BSR-Hauptwerkstatt
  • Flughafen Tempelhof
  • THF Tower
  • Schwerbelastungskörper
  • Natur Park Südgelände
  • ufaFabrik

Besonders attraktiv ist der THF Tower. Der Aussichtspunkt ist an diesem Aktionstag kostenlos zugänglich. Von oben öffnet sich der Blick über das ehemalige Flughafengelände und weite Teile Berlins.

Auch der Natur Park Südgelände verzichtet an diesem Tag auf den regulären Parkeintritt. Zwischen überwucherten Gleisen, Lokhalle und Wasserturm lässt sich dort sehen, wie aus einem früheren Rangierbahnhof eine außergewöhnliche Naturlandschaft geworden ist.

Mein stärkster Festivaltag

Wer nur einen einzigen Tag für das Festival einplanen möchte, sollte sich den 20. September merken. Durch die historischen Busse lassen sich mehrere sehr unterschiedliche Orte ohne komplizierte eigene Routenplanung miteinander verbinden.


🏍️ 8. Mit dem Fahrrad ins BMW-Motorradwerk

Spandau verbindet beim Festival historische und moderne Industrie.

Die After-Work-Radtour „Produktion und Munition“ startet am 21. September und führt über rund 17 Kilometer durch den Bezirk. Thematisch geht es von der früheren preußischen Rüstungsindustrie über Siemensstadt bis zur modernen Produktion.

Der Höhepunkt ist ein exklusiver Einblick in das BMW Motorradwerk und die BMW Motorradwelt.

Solche Produktionsbesichtigungen gehören zu den Programmpunkten, bei denen frühe Anmeldung besonders sinnvoll ist.


🍽️ 9. KPM-Produktion und Lange Tafel im Wasserwerk

Auch Charlottenburg-Wilmersdorf hat zwei besonders interessante Termine.

Am 22. September führt eine acht Kilometer lange Fahrradtour vom Bahnhof Zoo über verschiedene Industrieorte. Höhepunkt ist eine Führung durch die Produktion der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Die Tour ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Vier Tage später wird das historische Wasserwerk am Teufelssee zur ungewöhnlichen Gastronomie-Location.

Bei der Langen Tafel der Industriekultur gibt es am 26. September um 12:30 und 13:30 Uhr ein veganes Zwei-Gänge-Menü im ehemaligen Kesselhaus des heutigen Ökowerks. Begleitet wird das Essen von Renaissancemusik auf historischen Instrumenten. Das Menü kostet 7 Euro; eine zusätzliche Führung lässt sich für 3 Euro buchen.


🚆 10. Berliner Eisenbahnfest mit mehr als 40 Fahrzeugen

Das größte klassische Technikereignis des Festivals steigt am 26. und 27. September.

Beim 21. Berliner Eisenbahnfest öffnen die Dampflokfreunde das Bahnbetriebswerk Schöneweide. Mehr als 40 historische und aktuelle Lokomotiven und Wagen sollen gezeigt werden. Der restaurierte Wasserturm von 1906 gehört ebenfalls zu den Highlights.

Im Vorjahr kamen mehr als 10.000 Besucher – damit zählt das Eisenbahnfest zu den größten Veranstaltungen seiner Art in Deutschland.

Samstag: 10–18 Uhr
Sonntag: 10–17 Uhr
Erwachsene: 12 Euro
Kinder 6–14 Jahre: 5 Euro
Kinder unter 6 Jahren: kostenlos
Familienticket: 30 Euro

Für Familien dürfte das einer der stärksten Termine des gesamten Festivals sein.


🚇 11. S-Bahn-Geschichte im Untergrund von Gesundbrunnen

Wer sich für Berliner Verkehrsgeschichte interessiert, sollte am 26. September außerdem nach Gesundbrunnen schauen.

Das Berliner S-Bahn-Museum befindet sich dort tatsächlich unterirdisch in einer ehemaligen Toilettenanlage. Die Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der Nord-Süd-S-Bahn, ihrer Entstehung und der Teilung Berlins.

Führungen starten unter anderem um 11:30 und 14 Uhr.

Ausstellung: 3 Euro
Führung: 5 Euro
Anmeldung: erforderlich

Gerade die Kombination aus historischem Standort und Verkehrsgeschichte macht den Termin interessanter als eine gewöhnliche Fotoausstellung.


🛶 Industriekultur vom Wasser aus entdecken

Berlin wurde zu großen Teilen über seine Wasserwege mit Rohstoffen und Baumaterial versorgt. Beim Festival lässt sich diese Perspektive vom Kanu aus erleben.

Die IndustriekulTOUR führt von der Insel der Jugend in Richtung Oberschöneweide und vorbei an den großen Industriekomplexen der früheren „Elektropolis“.

Eine weitere Tour führt in Richtung Osthafen und über Bereiche, unter denen sich heute noch Verkehrsgeschichte verbirgt.

Die Kanutouren gehören zu den Angeboten, die Industriekultur weniger museal und stärker als Stadterlebnis inszenieren.


🌙 Silent Disco auf alten Gleisen

Auch der Natur Park Südgelände wird am Abend zur Bühne.

Bei silent.beats ziehen Besucher mit kabellosen Kopfhörern und Live-DJ durch das frühere Bahngelände. Gleise, überwucherte Technik und Industriearchitektur werden dabei zur mobilen Tanzfläche.

Mehrere Termine sind während des Festivals angesetzt, darunter auch englischsprachige Veranstaltungen.

Preis: 16,90 Euro

Das ist wahrscheinlich eines der visuell stärksten Formate des Festivals.


🎙️ AEG-Gelände: Was wird aus alten Fabriken?

Zum Ende des Festivals richtet sich der Blick stärker auf die Zukunft.

Am 1. Oktober findet auf dem ehemaligen AEG-Gelände am Humboldthain das rbb24-Inforadio-Forum „Lost Places oder kreative Hotspots?“ statt.

Diskutiert wird, welche Industriegebäude erhalten werden können, wo neue Nutzungen funktionieren und welche Rolle alte Industrieareale für die zukünftige Stadtentwicklung spielen.

Das AEG-Areal passt dafür hervorragend: Um 1900 war der Standort eine regelrechte Fabrikstadt, heute nutzen unter anderem Unternehmen und die TU Berlin Teile des Geländes.


🎭 Theater im stillgelegten Umspannwerk

Eines der ungewöhnlichsten Formate zum Festivalende läuft in Reinickendorf.

„Platonic Necrophilia“ verbindet Tanz, Schauspiel und Livemusik im ehemaligen Umspannwerk an der Breitenbachstraße. Das Gebäude wurde 1925 in Betrieb genommen und ist seit mehr als drei Jahrzehnten stillgelegt.

Termine: unter anderem 2. und 4. Oktober
Preis: 18 Euro, ermäßigt 12 Euro

Das zeigt ziemlich gut, wie weit der Begriff Industriekultur beim Festival gefasst wird.


🗓️ Das Festival nach Wochenenden

12.–13. September: großer Auftakt

Das Festival beginnt parallel zum Tag des offenen Denkmals Berlin 2026.

Besonders interessant:

  • Walk of Fame Schöneweide
  • Die Borsig-Verschwörung
  • Flugplatz Gatow
  • JugendBauhütte im Lokschuppen
  • silent.beats im Südgelände

Mehrere besonders exklusive Führungen dieses Wochenendes sind bereits ausgebucht. Dazu gehören unter anderem „Bunkermythen debunked“, Führungen zur BSR-Geschichte und einzelne U7- sowie Fototouren.

BerlinMagazine.de: Tag des offenen Denkmals Berlin 2026


19.–20. September: das Erlebniswochenende

An diesem Wochenende würde ich besonders priorisieren:

Samstag: DJ-Party im U-Bahn-Museum
Sonntag: großer Aktionstag Tempelhof-Schöneberg

Der Sonntag ist ideal, wenn man mehrere Industriekultur-Orte an einem Tag kennenlernen möchte.


26.–27. September: Eisenbahn, S-Bahn und Industriekultur

Das dritte Wochenende ist besonders stark für Technikfans.

Mit dem Berliner Eisenbahnfest, dem S-Bahn-Museum, der Langen Tafel im Ökowerk sowie Angeboten des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit kommen sehr unterschiedliche Themen zusammen.


3.–4. Oktober: Finale

Zum Abschluss laufen noch einmal Angebote in mehreren Bezirken.

Der Walk of Fame Schöneweide endet am 4. Oktober. Am Flugplatz Gatow gibt es erneut kostenlose Hangar-Führungen, während in Reinickendorf Theater im alten Umspannwerk auf dem Programm steht.


🎟️ Kostenlos heißt nicht automatisch ohne Anmeldung

Das ist beim Festival besonders wichtig.

Viele Veranstaltungen kosten keinen Eintritt, besitzen aber nur eine begrenzte Kapazität. Einige der attraktivsten Führungen sind bereits knapp eine Woche vor Festivalbeginn ausgebucht.

Im offiziellen Kalender lässt sich deshalb gezielt filtern nach:

  • kostenlos
  • ohne Anmeldung
  • mit Anmeldung
  • familienfreundlich
  • englischsprachig

Wer sich nicht festlegen möchte, sollte vor allem Angebote wie den Walk of Fame Schöneweide, den Aktionstag Tempelhof-Schöneberg oder die Hangar-Führungen in Gatow auswählen. Diese funktionieren auch ohne vorherigen Ticketkauf.


👨‍👩‍👧 Welche Angebote eignen sich für Familien?

Familien müssen beim Festival nicht stundenlang historische Gebäudedetails erklären.

Besonders geeignet finde ich:

Berliner Eisenbahnfest: Lokomotiven und historische Züge
JugendBauhütte: Schmieden und Handwerk live erleben
Flugplatz Gatow: Flugzeuge und Hangar
Walk of Fame Schöneweide: kostenloser Spaziergang
Natur Park Südgelände: Bahnrelikte plus Natur
Aktionstag Tempelhof-Schöneberg: Fahrt im historischen Doppeldeckerbus

Mehrere Veranstaltungen sind im Festivalprogramm ausdrücklich als familienfreundlich gekennzeichnet.


🌍 Festival auf Englisch

Auch internationale Besucher finden eigene Angebote.

Dazu gehören beispielsweise englischsprachige Wildkräuter-Touren auf dem Gelände der Malzfabrik sowie eine englische Version der Silent Disco im Natur Park Südgelände.

Am 1. Oktober wird außerdem eine englischsprachige Führung durch das ehemalige Philip-Morris-Werk in Neukölln angeboten. Das aus 30 Gebäuden bestehende Industrieareal wird seit 2022 zu einem Standort für Start-ups, Produktion und Forschung entwickelt.


Warum Berliner Industriekultur mehr ist als alte Fabriken

Das Festival erzählt eigentlich die Geschichte des modernen Berlin.

Eisenbahnstrecken machten die schnell wachsende Stadt beweglich. Wasserwerke versorgten Millionen Menschen. Kraftwerke lieferten Elektrizität. Unternehmen wie AEG, Siemens oder Borsig entwickelten Technik für den Weltmarkt.

Gleichzeitig gehören auch schwierige Kapitel dazu: Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit und die industrielle Infrastruktur der NS-Zeit werden bei mehreren Veranstaltungen ausdrücklich thematisiert.

Genau diese Mischung macht das Festival interessant. Es geht nicht darum, alte Fabriken romantisch zu verklären, sondern zu zeigen, wie Industrie das Leben, Arbeiten und Wohnen in Berlin verändert hat.


📍 Anreise zu den Festivalorten

Eine zentrale Festivaladresse gibt es nicht.

Die Veranstaltungen verteilen sich auf alle zwölf Bezirke. Je nach Programmpunkt geht es unter anderem nach Gatow, Tegel, Gesundbrunnen, Schöneweide, Tempelhof, Schöneberg, Prenzlauer Berg oder Charlottenburg.

ÖPNV

Für die meisten Orte ist der öffentliche Nahverkehr die sinnvollste Wahl. Gerade Industrieareale liegen allerdings nicht immer direkt an einer S- oder U-Bahn-Station.

Auto

Bei einzelnen abgelegenen Standorten kann das Auto praktisch sein. Bei großen Aktionstagen oder dem Eisenbahnfest würde ich wegen begrenzter Parkmöglichkeiten eher auf den ÖPNV setzen.

Fahrrad

Das Fahrrad passt besonders gut zum Festival. Mehrere geführte Touren greifen genau dieses Konzept auf und verbinden unterschiedliche Industrieorte miteinander.

Vor jeder Tour sollten aktuelle BVG- und S-Bahn-Meldungen sowie mögliche Bauarbeiten geprüft werden.


💡 Dennis’ Tipp

Wenn ihr nur einen Termin auswählen wollt, nehmt den 20. September.

Der Aktionstag in Tempelhof-Schöneberg bietet genau das, was ich mir von diesem Festival wünsche: mehrere komplett unterschiedliche Orte, viel davon kostenlos und dazu historische Doppeldeckerbusse, die die Stationen verbinden.

Ich würde morgens an der BSR oder am Flughafen Tempelhof starten, anschließend mit dem Bus zum Schwerbelastungskörper und danach ins Südgelände fahren. Wer noch Energie hat, kann die Tour mit der ufaFabrik beenden.

Wer dagegen mit Kindern kommt, würde ich das Berliner Eisenbahnfest am 26. oder 27. September an erste Stelle setzen.

Und wer ungewöhnliche Berlin-Erlebnisse sucht, bekommt mit der DJ-Party im U-Bahn-Museum, der Borsig-Theatertour oder den Silent-Disco-Rundgängen deutlich mehr als klassische Denkmalführungen.


📌 Faktenbox

Name: Festival der Berliner Industriekultur 2026
Zeitraum: 12. September bis 4. Oktober 2026
Dauer: 23 Tage
Programmstand: aktuell 155 Veranstaltungseinträge
Gebiet: alle zwölf Berliner Bezirke
Veranstaltungsorte: historische Fabriken, Bahnanlagen, Flugplätze, Wasserwerke, Museen, Parks und Industrieareale
Formate: Führungen, Ausstellungen, Fahrrad- und Kanutouren, Theater, Workshops, Sonderfahrten, Musik und Essen
Eintritt: viele Angebote kostenlos; einzelne Veranstaltungen kostenpflichtig
Anmeldung: teilweise erforderlich
Familienangebote: ja
Englisch: mehrere Veranstaltungen
Veranstalter: Berliner Zentrum Industriekultur und Netzwerk der Schauplätze und Geheimtipps
Programminfos: industriekultur.berlin
Besonderheit: Der Kalender wird weiterhin ergänzt.


❓ FAQ zum Festival der Berliner Industriekultur 2026

Wann findet das Festival der Berliner Industriekultur statt?

Das Festival läuft vom 12. September bis 4. Oktober 2026 in Berlin.

Wie viele Veranstaltungen gibt es?

Der offizielle Kalender listet am 6. September 155 Veranstaltungseinträge. Das Programm wird weiterhin ergänzt.

Ist das Festival kostenlos?

Viele Veranstaltungen sind kostenlos. Es gibt aber auch kostenpflichtige Führungen, Touren, Theaterveranstaltungen und Sonderprogramme.

Muss ich mich anmelden?

Das hängt vom jeweiligen Programmpunkt ab. Für einige kostenlose Führungen ist trotzdem eine Anmeldung erforderlich. Andere Angebote sind ohne Anmeldung zugänglich.

Welche Veranstaltungen sind bereits ausgebucht?

Bereits vor Festivalbeginn sind unter anderem mehrere Termine von „Bunkermythen debunked“, Führungen zur BSR-Geschichte sowie einzelne Foto- und Verkehrstouren ausgebucht.

Gibt es Angebote für Familien?

Ja. Besonders geeignet sind das Berliner Eisenbahnfest, die JugendBauhütte im Lokschuppen, der Flugplatz Gatow, der Walk of Fame Schöneweide und der Aktionstag Tempelhof-Schöneberg.

Wo findet das Festival statt?

Das Festival verteilt sich auf alle zwölf Berliner Bezirke. Es gibt keinen zentralen Festivalplatz.

Wann ist das Berliner Eisenbahnfest?

Das Berliner Eisenbahnfest findet am 26. und 27. September 2026 im Bahnbetriebswerk Schöneweide statt. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren 5 Euro.

Wann ist der Aktionstag in Tempelhof-Schöneberg?

Der Aktionstag findet am Sonntag, 20. September 2026 statt. Historische Doppeldeckerbusse verbinden verschiedene Veranstaltungsorte kostenlos im Halbstundentakt.

Gibt es englischsprachige Veranstaltungen?

Ja. Der Festival-Kalender enthält mehrere englischsprachige Führungen und Veranstaltungen, unter anderem in der Malzfabrik, im Natur Park Südgelände und auf dem früheren Philip-Morris-Areal.

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Dennis

Konzerthallen sind sein Wohnzimmer, Premieren sein Revier. Dennis lebt für den Moment, in dem das Licht ausgeht und die Show beginnt. Seit Jahren jagt er für euch nach den spannendsten Events und Attraktionen der Stadt. Seine Mission: Nicht nur über Termine zu berichten, sondern die Emotionen hinter den Kulissen einzufangen und die Geschichten aufzuschreiben, die Berlin so einzigartig machen.

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