Der ehemalige Scorpions-Gitarrist startete seine Europa-Tour 2026 im gut besuchten Lido – mit Mozart, Kunst, „Virgin Killer“ und einer Nähe zum Publikum, die große Arenen nie bieten können
Es gibt Konzertabende, die nicht durch Größe beeindrucken, sondern durch Nähe. Nicht durch Pyro, LED-Wände und Arena-Dimensionen, sondern durch den Blickkontakt zwischen Bühne und Publikum, durch den warmen Klang einer Gitarre, durch Musiker, die nicht mehr beweisen müssen, wer sie sind – und trotzdem jeden Ton so spielen, als zähle er.
Genau so ein Abend war das Konzert von Uli Jon Roth am Samstag, den 9. Mai 2026, im Lido Berlin. Nach seiner USA-Tour markierte Berlin den Start seiner Europa-Tour 2026, die den Ausnahmegitarristen durch mehrere Städte in Deutschland führt, aber auch nach Belgien, Holland, Österreich, Frankreich, Spanien und Griechenland. Im Sommer stehen zudem Festivals auf dem Plan, darunter das legendäre Wacken Open Air, bevor die Reise später auch in eine seiner Wahlheimaten, nach England, führt.
Das Lido war gut besucht, aber nicht ausverkauft. Und ja, das ist ein bisschen schade. Denn Uli Jon Roth gehört für mich zu den größten Gitarren-Virtuosen, die Deutschland in den vergangenen 50 Jahren hervorgebracht hat. Ein Musiker, der Rockgeschichte geschrieben hat, der bei den Scorpions eine prägende Phase mitgestaltete und danach einen ganz eigenen künstlerischen Kosmos erschaffen hat. Gleichzeitig machte genau diese nicht ganz überfüllte Atmosphäre den Abend besonders: intim, konzentriert, direkt. Kein Spektakel vor 10.000 Menschen, sondern ein Konzert, bei dem man den Künstler beinahe atmen hört.
Kurz zusammengefasst
Uli Jon Roth spielte am Samstagabend, den 9. Mai 2026, im Lido Berlin den Auftakt seiner Europa-Tour 2026. Der frühere Scorpions-Gitarrist präsentierte den Abend in zwei Teilen: Zunächst solo mit Backing Tracks, eigenen Kompositionen, Mozart-Bearbeitungen, Kunstpräsentation und der legendären Sky Guitar. Nach der Pause folgte mit Band eine intensive Reise durch das komplette „Virgin Killer“-Album und weitere Scorpions-Klassiker. Das Publikum war älter, rockaffin und hörbar dankbar – und feierte den deutschen Gitarrenmeister im zweiten Set immer enthusiastischer.
🎸 Support: Stan Silver & The Brave Puppies eröffnen mit ehrlichem Rock
Bevor Uli Jon Roth die Bühne betrat, sorgten Stan Silver & The Brave Puppies für den passenden Einstieg in den Abend. Der Support legte früh los und brachte mit solidem, handgemachtem Rock die ersten Köpfe im Publikum zum Nicken. Keine überambitionierte Vorband, die dem Hauptact den Raum nehmen wollte, sondern ein guter Auftakt, der das Lido langsam auf Temperatur brachte.
Gerade bei Konzerten dieser Art ist ein passender Support wichtig. Das Publikum kam nicht wegen eines schnellen Trends, sondern wegen echter Rockmusik, wegen Gitarren, wegen Erinnerungen, wegen Klang. Stan Silver & The Brave Puppies bedienten genau diese Grundstimmung und wurden dafür mit sichtbarer Zustimmung aufgenommen.
🕯️ Das Lido: Intimität statt Arena – und genau das macht den Abend stark
Das Lido ist kein Ort für Distanz. Hier steht man nah an der Bühne, sieht Gesichter, kleine Gesten, Blicke und Reaktionen. Gerade bei einem Künstler wie Uli Jon Roth ist das ein Gewinn. Seine Musik lebt nicht nur von Technik, sondern von Ausdruck. Von Nuancen. Von Momenten, in denen ein Ton länger stehen darf, ein Vibrato fast singt und ein Solo nicht einfach Geschwindigkeit demonstriert, sondern eine Geschichte erzählt.
Das Publikum an diesem Abend war größtenteils höheren Alters – Menschen, die Rockmusik noch als kulturelles Erlebnis kennen, nicht nur als Playlist. Viele dürften Uli Jon Roth seit Jahrzehnten begleiten. Einige haben ihn vielleicht sogar noch in den 1970er-Jahren mit den Scorpions live erlebt. Andere kennen seine Soloarbeit, seine Sky-Guitar-Ära, seine Hendrix-Bezüge oder seine klassisch inspirierten Kompositionen.
Und genau diese Mischung aus Erfahrung, Respekt und Erwartung lag im Raum. Es war kein junges Hype-Publikum, sondern ein Publikum, das zuhören konnte. Das wusste, warum es da war. Und das im Verlauf des Abends immer mehr aus sich herauskam.


Fotos (C)Dennis Hahn
🌌 Das Intro: Bilder, Klang und ein langsamer Eintritt in Roths Kosmos
Kurz nach 20 Uhr begann ein längeres, opulentes Intro, begleitet von Bildern und einer fast zeremoniellen Atmosphäre. Es war kein schneller Start, kein „Hallo Berlin, los geht’s“, sondern eher ein Öffnen eines Tores. Ein Eintritt in eine Welt, die bei Uli Jon Roth immer ein wenig zwischen Rockbühne, Kunstgalerie, spirituellem Raum und kosmischer Gitarrenreise pendelt.
Dann betrat er die Bühne. Zunächst allein. In der Hand seine selbst entworfene Sky Guitar – jenes Instrument, das untrennbar mit seinem künstlerischen Selbstverständnis verbunden ist.
Die Sky Guitar ist mehr als eine besondere Gitarre. Sie ist Roths Versuch, die Grenzen des Instruments zu erweitern. Mit ihrem erweiterten Tonumfang, zusätzlichen hohen Lagen und ihrer aufgespannten klanglichen Idee ermöglicht sie Spielweisen, die fast geigenhaft wirken können. Roth wollte nie nur ein Rockgitarrist sein, der schnelle Läufe spielt. Er wollte die E-Gitarre näher an Gesang, Violine, Klassik und spirituelle Klangräume führen. Die Sky Guitar ist genau dafür geschaffen: ein Instrument für Höhe, Weite und Ausdruck.
🧿 Der Look: Hippie, Mystiker, Gitarren-Schamane
Uli Jon Roth ist auch optisch seit Jahrzehnten eine Ausnahmeerscheinung. Er passt nicht in das klassische Leder-und-Nieten-Bild des Heavy Metal. Keine harte Pose, kein kalkulierter Rocker-Panzer. Roth wirkt eher wie ein Musiker aus einer anderen Zeit, irgendwo zwischen psychedelischer Hippie-Ästhetik, 1960er-Jahre-Vision, Jimi-Hendrix-Spiritualität und eigenem kosmischen Weltbild.
Sonst oft mit Stirnband bekannt, trug er an diesem Abend eine Mütze. Seine Kleidung erinnerte an psychedelische Muster, florale Formen, Paisley-Anmutungen und jene farbige, symbolisch aufgeladene Ästhetik, die man eher mit Hendrix, Woodstock und spiritueller Gegenkultur verbindet als mit klassischem Hard Rock. Schmuck, Accessoires, große Ketten, Ringe und talismanartige Details verstärkten diese Aura.
Das wirkt bei ihm nicht verkleidet. Es ist kein Kostüm. Es ist Teil einer jahrzehntelang gewachsenen Künstleridentität. Uli Jon Roth sieht aus wie jemand, der wirklich in seiner eigenen Welt lebt – und der sein Publikum für einen Abend dorthin mitnimmt.
🎼 Set 1: Solo, Mozart und die Sky Guitar als Stimme
Der erste Teil des Abends war ein Soloset mit Backing Tracks. Uli Jon Roth präsentierte eigene Kompositionen, klassisch inspirierte Stücke und Bearbeitungen von Mozart. Das klingt auf dem Papier vielleicht ungewöhnlich, funktioniert bei ihm aber erstaunlich organisch.
Set 1: Uli Solo Guitar with Backing Tracks
- Intro: Starship of Dawn
- Amadeus
- Rondo Alla Turca
- Queen of the Night
- The Cry
- Sky Overture
- Aquila – The Eagle and the Rainbow
- In Search of the Alpha Law
- Spirit of the Heart
- The Sails of Charon
Besonders faszinierend war, wie Roth Mozart über die E-Gitarre in einen Rockkontext überführt. „Rondo Alla Turca“ und „Queen of the Night“ werden bei ihm nicht zu bloßen Klassik-Covern, sondern zu Übersetzungen. Mozart klingt plötzlich nicht museal, sondern lebendig, dramatisch, beinahe elektrisch. Es ist, als würde Roth zeigen wollen: Diese Musik war immer schon voller Energie – man muss sie nur durch ein anderes Instrument leuchten lassen.
Ein Höhepunkt des ersten Sets war für mich „Sky Overture“. Der Sound war klar, opulent und weit. Kein bloßes Gitarrenstück, sondern fast ein orchestrales Arrangement, getragen von der Sky Guitar, die bei Roth nicht nur Soloinstrument, sondern Erzählerin ist. Die Töne hatten Raum, die Phrasen wirkten groß, und gleichzeitig blieb alles kontrolliert und emotional.


Fotos (C)Dennis Hahn
🖼️ Uli Jon Roth als Maler: „Aquila – The Eagle and the Rainbow“
Ein besonderer Moment war die Präsentation von „Aquila – The Eagle and the Rainbow“, bei der Roth auch über seine Kunst sprach. Viele kennen ihn vor allem als Gitarristen, aber seine künstlerische Arbeit geht weit über Musik hinaus. Er malt seit vielen Jahren, sucht auch außerhalb der Bühne nach kreativen Ausdrucksformen und verbindet Bild, Klang und Symbolik zu einem eigenen Universum.
Zwischen den Songs erzählte er ruhig und nahbar von dieser Seite seines Schaffens. Das passte perfekt zur Atmosphäre im Lido. In einer großen Arena würden solche Gespräche vielleicht verloren wirken. Hier aber waren sie Teil des Abends. Man hörte zu, sah die Bilder, bekam einen anderen Zugang zu einem Musiker, der seit über 50 Jahren unterwegs ist und dennoch nicht den Eindruck macht, innerlich abgeschlossen zu haben.
Auch die Verbindung zu Monika Dannemann, der letzten Partnerin von Jimi Hendrix, gehört zu Roths künstlerischer Geschichte. Diese Beziehung prägte ihn nicht nur persönlich, sondern auch künstlerisch. Hendrix ist bei Uli Jon Roth nie bloß ein Einfluss unter vielen. Er ist eine Art geistiger Fixstern. Roth hat zahlreiche Werke mit Hendrix-Bezug geschaffen, und man spürt diese Verbindung bis heute – in Haltung, Klangfarbe, Ästhetik und dem Verständnis von Gitarre als spirituellem Ausdrucksinstrument.
🔥 „The Sails of Charon“ als Brücke zwischen den Welten
Das erste Set endete mit einem Stück, das im Roth-Kosmos natürlich eine besondere Rolle spielt: „The Sails of Charon“. Dieser Song gehört zu den großen Momenten seiner Scorpions-Zeit und zeigt bis heute, wie weit Roths Spiel damals schon über klassischen Hard Rock hinausging.
Interessant war, dass dieser Song später im zweiten Set noch einmal auftauchte – anders interpretiert, anders eingebettet, mit anderer Energie. Genau das zeigte, wie wandelbar ein Stück sein kann, wenn ein Musiker es nicht als festes Denkmal behandelt, sondern als lebendigen Organismus. „The Sails of Charon“ wurde so an diesem Abend fast zu einer Klammer: einmal als atmosphärischer Übergang, später als kraftvoller Bandmoment.
⚡ Set 2: „Virgin Killer“ und Scorpions-Magie mit Band
Nach der Pause änderte sich die Energie deutlich. Uli Jon Roth kehrte mit Band zurück – Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger und Keyboarder – und nun stand das Scorpions-Erbe im Mittelpunkt. Gespielt wurde das komplette „Virgin Killer“-Album, ergänzt um weitere Klassiker aus jener Phase.
Set 2: Virgin Killer and Other Scorpions Selections
- Pictured Life
- Catch Your Train
- In Your Park
- Backstage Queen
- Virgin Killer
- Hell-Cat
- Crying Days
- Polar Nights
- Yellow Raven
- Sun in My Hand
- We’ll Burn the Sky
- In Trance
- The Sails of Charon
Und plötzlich war das Publikum noch einmal deutlich wacher, lauter, emotionaler. Man merkte: Viele im Raum hatten genau auf diesen Teil gewartet. Die Songs aus Roths Scorpions-Zeit besitzen für diese Generation eine enorme Bedeutung. Das ist nicht nur Nostalgie, sondern ein Stück deutscher Rockgeschichte.
„Pictured Life“ eröffnete diesen Teil mit klassischer Energie. Ein Song, der bis heute zeigt, wie international, frisch und eigenständig die Scorpions Mitte der 1970er-Jahre klangen. „Catch Your Train“ brachte mehr Vorwärtsdrang, „In Your Park“ öffnete eine melancholischere Seite, während „Backstage Queen“ diesen rauen Rock’n’Roll-Charme der Zeit transportierte.
Der Titelsong „Virgin Killer“ war natürlich ein Höhepunkt – kraftvoll, kantig, kompromisslos. Aber dieses Album besteht nicht nur aus einem Namen. „Hell-Cat“ brachte Biss, „Crying Days“ zeigte die melodische Schwere, „Polar Nights“ ließ Roths Handschrift besonders deutlich hervortreten. Und mit „Yellow Raven“ wurde es fast poetisch, getragen von einer Atmosphäre, die weit über typischen Hard Rock hinausgeht.

Fotos (C)Dennis Hahn
🤘 Die Finger fliegen noch immer
Was man an diesem Abend erneut sehen konnte: Uli Jon Roth ist auch mit über 70 Jahren immer noch ein Meister seines Instruments. Natürlich spielt er nicht wie ein junger Gitarrenheld, der nur beweisen will, wie schnell er ist. Das muss er nicht. Aber wenn die Soli kommen, dann fliegen die Finger immer noch über das Griffbrett. Und wichtiger noch: Sie tun es mit Sinn.
Bei Roth geht es nicht um bloßes Tempo. Es geht um Ton. Um Biegung. Um Phrasierung. Um diesen Moment, in dem ein Solo nicht wie ein technisches Statement klingt, sondern wie eine Stimme. Genau darin liegt seine Größe. Viele Gitarristen können schnell spielen. Wenige können eine Note so setzen, dass sie nachhallt.
Und immer wieder sah man dieses Grinsen in seinem Gesicht. Diese positive Ausstrahlung, dieses Versinken in der Musik. Das ist für mich einer der schönsten Aspekte bei Livekonzerten: Wenn man merkt, dass ein Künstler nicht nur auf der Bühne steht, weil es sein Beruf ist, sondern weil Musik sein Leben ist. Weil die Songs sein Vermächtnis sind. Weil Publikum, Applaus und gemeinsames Erleben nicht Routine, sondern Energiequelle bleiben.
🌠 „In Trance“, „We’ll Burn the Sky“ und der lange Schatten der Scorpions
Die späten Songs des zweiten Sets trugen noch einmal besondere emotionale Wucht. „We’ll Burn the Sky“ gehört zu den Stücken, die zeigen, wie tief, dramatisch und atmosphärisch diese Scorpions-Phase war. Kein einfacher Hard-Rock-Song, sondern ein Stück mit Spannung, Weite und fast tragischer Schönheit.
„In Trance“ wiederum ist einer dieser Songs, der eine ganze Ära atmet. Man hört darin die 1970er, die Aufbruchsstimmung, das Dunkle, das Melodische, dieses besondere Gespür für Rockmusik, die gleichzeitig hart und verletzlich sein konnte.
Dass Roth diese Stücke heute noch spielt, wirkt nicht wie ein bloßer Blick zurück. Eher wie ein Weitertragen. Diese Songs gehören nicht mehr nur einer Bandhistorie, sondern auch seinem eigenen künstlerischen Gedächtnis. Sie leben, weil er sie noch immer ernst nimmt.
🎶 „The Sails of Charon“ als Finale: Ein Song, zwei Gesichter
Am Ende stand erneut „The Sails of Charon“. Und gerade im Vergleich zum ersten Set wurde deutlich, wie unterschiedlich ein Song wirken kann, je nachdem, wie er arrangiert, interpretiert und gerahmt wird.
Im ersten Teil war das Stück Teil einer eher solistischen, fast kosmischen Reise. Im zweiten Teil wurde es zum Bandstatement, zum finalen Ausrufezeichen, zum Verbindungspunkt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es zeigte, was Uli Jon Roth bis heute ausmacht: Er spielt seine Klassiker nicht wie Museumsstücke, sondern wie lebendige Musik.
Das Publikum dankte es ihm hörbar. Im Verlauf des zweiten Sets wurde die Reaktion immer stärker, die Begeisterung immer offener. Vielleicht brauchte der Abend genau diese Entwicklung: erst Zuhören, dann Eintauchen, dann Feiern.
❤️ Ein sympathischer Meister ohne Rockstar-Pose
Was Uli Jon Roth besonders sympathisch macht, ist seine ruhige Art. Er trägt eine enorme Geschichte mit sich: Scorpions-Vergangenheit, Hendrix-Verbindungen, Solojahrzehnte, weltweite Touren, eigene Instrumentenentwicklung, Kunst, Klassik, Rock, Festivals. Und trotzdem wirkt er auf der Bühne nicht wie jemand, der sich selbst als Denkmal inszeniert.
Er spricht ruhig, freundlich, manchmal fast schüchtern. Er erklärt, erzählt, lächelt. Diese Hippie-Art, diese Sanftheit, dieses Mystische ohne Arroganz macht ihn unglaublich nahbar. Gerade im Lido konnte man das spüren. Man stand nicht vor einem unerreichbaren Star, sondern vor einem Künstler, der sein Leben in Musik, Klang und Bilder übersetzt hat.
💡 Dennis’ Fazit
Uli Jon Roth im Lido Berlin war ein Abend für Menschen, die Rockmusik nicht nur hören, sondern fühlen wollen. Ein Abend mit Geschichte, Virtuosität, Kunst, Scorpions-Erbe, Mozart, Hendrix-Geist und einer Sky Guitar, die manchmal eher singt als spielt.
Natürlich hätte dieser Saal ausverkauft sein dürfen. Vielleicht sogar müssen. Denn Uli Jon Roth ist einer der wichtigsten deutschen Gitarristen der letzten 50 Jahre. Aber vielleicht lag gerade in der nicht ganz vollen, intimen Atmosphäre auch der besondere Reiz dieses Konzerts. Man war nah dran. Am Künstler, an den Tönen, an den Blicken, an den Emotionen.
Der erste Teil zeigte Roth als Solokünstler, Klangmaler und Grenzgänger zwischen Klassik und Rock. Der zweite Teil brachte mit „Virgin Killer“ und weiteren Scorpions-Songs die Energie, auf die viele gewartet hatten. Und am Ende blieb der Eindruck eines Musikers, der sein Vermächtnis nicht verwaltet, sondern weiterlebt.
Uli Jon Roth ist ein deutscher Meister an der Gitarre. Einer, der seit über fünf Jahrzehnten Fans rund um den Globus begeistert. Einer, der durch seine ruhige, sympathische, fast schamanische Art absolut nahbar bleibt. Und einer, dessen Rückkehr nach Berlin wir uns hoffentlich nicht erst wieder in sieben Jahren wünschen müssen.
Bewertung
Konzert: Uli Jon Roth – Europa-Tourstart 2026
Ort: Lido Berlin
Besuchte Show: Samstagabend
Support: Stan Silver & The Brave Puppies
Publikum: gut besucht, nicht ausverkauft, überwiegend älteres Rockpublikum
Stärken: Gitarrenvirtuosität, Nähe, Sky Guitar, Scorpions-Klassiker, „Virgin Killer“-Set, persönliche Kunstmomente
Besonderer Moment: „Sky Overture“ im ersten Set und das komplette „Virgin Killer“-Kapitel im zweiten Teil
BerlinMagazine.de-Wertung: 8,5 von 10 fliegende Gitarrentöne
📌 Faktenbox: Uli Jon Roth im Lido Berlin
Künstler: Uli Jon Roth
Datum: Samstag, 9. Mai 2026
Ort: Lido Berlin
Tour: Europa-Tour 2026
Besonderheit: Tourstart in Europa nach der USA-Tour
Support: Stan Silver & The Brave Puppies
Konzept: zweigeteilter Abend mit Solo-Set und Band-Set
Set 1: Solo Guitar with Backing Tracks, eigene Kompositionen, Mozart-Bearbeitungen, Kunstpräsentation
Set 2: „Virgin Killer“ und weitere Scorpions-Songs mit Band
Instrument: Sky Guitar
Genre: Rock, Hard Rock, Classic Rock, Neo-Classical Rock, Psychedelic Rock
Für Fans von: Scorpions, Jimi Hendrix, Gitarrenrock, Classic Rock, virtuoser E-Gitarre
FAQ zum Uli Jon Roth Konzert im Lido Berlin
Wie war das Uli Jon Roth Konzert im Lido Berlin?
Das Konzert war ein intensiver, nahbarer Abend mit zwei sehr unterschiedlichen Teilen: einem solistischen ersten Set mit Sky Guitar, Mozart-Bearbeitungen und Kunstmomenten sowie einem zweiten Set mit Band, Scorpions-Songs und dem kompletten „Virgin Killer“-Album.
War das Konzert ausverkauft?
Nein, das Lido war gut besucht, aber nicht ausverkauft. Die Atmosphäre war dadurch sehr intim und nah am Künstler.
Wann spielte Uli Jon Roth im Lido Berlin?
Uli Jon Roth spielte am Samstag, den 9. Mai 2026, im Lido Berlin. Das Konzert markierte den Start seiner Europa-Tour 2026 nach der USA-Tour.
Was machte den Abend besonders?
Besonders war die Kombination aus Gitarrenvirtuosität, persönlicher Kunstpräsentation, Scorpions-Geschichte, kleinem Clubrahmen und der sichtbaren Freude, mit der Uli Jon Roth seine Musik spielte.
Welche Songs wurden gespielt?
Im ersten Teil spielte Uli Jon Roth unter anderem „Amadeus“, „Rondo Alla Turca“, „Queen of the Night“, „The Cry“, „Sky Overture“ und „The Sails of Charon“. Im zweiten Teil folgten Scorpions-Songs wie „Pictured Life“, „Catch Your Train“, „Virgin Killer“, „Polar Nights“, „Yellow Raven“, „We’ll Burn the Sky“, „In Trance“ und erneut „The Sails of Charon“.
Was ist die Sky Guitar?
Die Sky Guitar ist ein von Uli Jon Roth entwickeltes Gitarrenmodell mit erweitertem Tonumfang. Sie ermöglicht besonders hohe Register und einen fast geigenartigen Ausdruck, der stark zu Roths klassisch inspiriertem Gitarrenspiel passt.
Welche Rolle spielt Jimi Hendrix für Uli Jon Roth?
Jimi Hendrix ist für Uli Jon Roth ein zentraler künstlerischer Einfluss. Auch durch seine Verbindung zu Monika Dannemann, der letzten Partnerin von Hendrix, wurde Roths künstlerische Entwicklung stark geprägt.
Warum ist Uli Jon Roth für die deutsche Rockgeschichte wichtig?
Uli Jon Roth prägte in den 1970er-Jahren eine wichtige Phase der Scorpions und entwickelte später als Solokünstler einen eigenen Stil zwischen Rock, Klassik, Psychedelic, spiritueller Klangkunst und Gitarrenvirtuosität.














