Am 13. August 2026 jährt sich der Beginn des Berliner Mauerbaus zum 65. Mal. Berlin erinnert heute und noch bis zum Wochenende mit Gedenkveranstaltungen, Zeitzeugengesprächen, einer 30 Meter langen Installation am Brandenburger Tor, der Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“, Führungen, Musik und zahlreichen weiteren Angeboten in der ganzen Stadt.
Der 13. August gehört zu den zentralen Daten der Berliner Nachkriegsgeschichte. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begann die DDR-Führung, die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin abzuriegeln. Stacheldraht, Barrikaden und gesperrte Straßen wurden in den folgenden Tagen und Jahren zu einem immer stärker ausgebauten Grenzsystem, das Berlin mehr als 28 Jahre lang teilte.
65 Jahre später stehen nicht nur politische Gedenkakte im Mittelpunkt. Das Sonderprogramm versucht, die Folgen der Teilung über historische Fotografien, Kunst, Zeitzeugen, persönliche Biografien und konkrete Erinnerungsorte sichtbar zu machen. Besonders präsent ist dabei der Platz des 18. März am Brandenburger Tor, wo die temporäre Installation „vi|ew“ inzwischen tatsächlich steht.
Update – Stand: 13. August 2026, 10:37 Uhr: Der temporäre Erinnerungsort am Brandenburger Tor wurde am Mittwoch offiziell eröffnet. Heute läuft seit 10 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung an der Bernauer Straße mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner und weiteren Gästen. Ab Mittag beginnt außerdem das öffentliche Programm am Brandenburger Tor. Wichtig für das Wochenende: Am Samstag, 15. August, sind Installation und Ausstellung wegen Rave The Planet komplett geschlossen. Dafür können sie zusätzlich am Montag, 17. August, besucht werden.
🧱 Kurz zusammengefasst
Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus läuft in Berlin rund um den 13. August 2026 ein überwiegend kostenloses Sonderprogramm. Die beiden wichtigsten Orte sind die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße und der temporäre Erinnerungsort am Brandenburger Tor mit der 30 Meter langen Installation „vi|ew“ des Künstlers Hubertus Hamm und der Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“.
Am Brandenburger Tor gibt es am 13., 14. und 16. August kostenlose Führungen, Live Speaking, Zeitzeugengespräche, Lesungen und Musik. Am Samstag bleibt dieser Bereich wegen Rave The Planet geschlossen, andere Programmpunkte etwa an der Bernauer Straße oder der East Side Gallery laufen dagegen weiter. Die Ausstellung am Brandenburger Tor kann dafür noch am Montag, 17. August, besucht werden.
🕯️ Heute: Zentrale Gedenkveranstaltung an der Bernauer Straße
Die zentrale Gedenkveranstaltung hat am heutigen Donnerstag um 10 Uhr in der Gedenkstätte Berliner Mauer begonnen. In der Kapelle der Versöhnung stehen eine Andacht, die Erinnerung an die Opfer und die Weitergabe persönlicher Familiengeschichten im Mittelpunkt. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hält die zentrale Rede.
Auch Kai Wegner nimmt an der Veranstaltung teil. Gegen 11:15 Uhr ist das Gedenken am Denkmal der Gedenkstätte mit Kränzen vorgesehen. Die Veranstaltung innerhalb der Kapelle ist geladenen Gästen vorbehalten; sie wird auf den Vorplatz übertragen.
Inhaltlich spielt dabei auch die Geschichte der Familie Hildebrandt eine Rolle. Jörg und Franz Hildebrandt berichten über ihre Familiengeschichte an der Bernauer Straße und die frühere Versöhnungskirche, die nach dem Mauerbau innerhalb des Grenzstreifens lag und später gesprengt wurde.
Gedenken an Peter Fechter am heutigen Mittag
Ein weiterer Gedenktermin folgt heute gegen 12:30 Uhr an der Peter-Fechter-Gedenkstele in der Zimmerstraße 27. Dort wird mit einer Kranzniederlegung und einem Schweigemoment sowohl an die Opfer der Berliner Mauer als auch an Peter Fechter erinnert.
Fechter wurde 1962 bei einem Fluchtversuch an der Berliner Mauer angeschossen und starb im Grenzstreifen. Sein Tod wurde zu einem der international bekanntesten Symbole für die Brutalität des DDR-Grenzregimes.
🏛️ Erinnerungsort am Brandenburger Tor ist jetzt eröffnet
Seit Mittwoch ist der zentrale temporäre Erinnerungsort auf dem Platz des 18. März tatsächlich aufgebaut und eröffnet. Damit lässt sich inzwischen beurteilen, wie die Installation im Stadtraum wirkt – sie ist kein nachgebautes Stück Betonmauer.
Das Werk „vi|ew“ von Hubertus Hamm ist rund 30 Meter lang und fast drei Meter hoch. Seine feine Aluminiumstruktur verändert sich je nach Blickwinkel: Mal scheint sie nahezu geschlossen, aus einer anderen Position lässt sich hindurchsehen. Genau dieser Wechsel zwischen scheinbarer Undurchdringlichkeit und Transparenz gehört zum Konzept.
Das funktioniert am Brandenburger Tor besonders gut, weil hier die historische Grenze tatsächlich verlief. Heute bewegen sich Menschen selbstverständlich zwischen Pariser Platz, Tiergarten und Straße des 17. Juni. Vor wenigen Jahrzehnten war genau diese Bewegung unmöglich.
📷 „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ läuft bis 17. August
Direkt an der Installation befindet sich die kostenlose Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“. Sie zeigt historische Fotografien aus der geteilten Stadt und richtet den Blick bewusst nicht nur auf Beton, Wachtürme und Grenzanlagen.
Im Mittelpunkt stehen auch die Menschen, die mit der Mauer leben mussten, sie beobachteten, fotografierten oder überwachten. Dadurch treffen sehr unterschiedliche Perspektiven aufeinander: private Eindrücke, journalistische Bilder, touristische Blicke sowie Aufnahmen der DDR-Staatsmacht und westlicher Einsatzkräfte.
Offiziell läuft die Ausstellung vom 13. bis 17. August 2026. Allerdings gibt es eine entscheidende Ausnahme: Am Samstag, 15. August, bleiben Ausstellung und Installation geschlossen.
⚠️ Samstag geschlossen: Rave The Planet übernimmt die Straße des 17. Juni
Am Samstag ist ausgerechnet einer der zentralsten Berliner Orte des Mauer-Gedenkens nicht zugänglich. Grund ist die große Rave The Planet Parade, die am 15. August auf der Straße des 17. Juni stattfindet.
Installation und Ausstellung am Platz des 18. März bleiben deshalb den gesamten Samstag geschlossen. Wer wegen Rave The Planet ohnehin am Brandenburger Tor vorbeikommt, sollte den Besuch des Erinnerungsortes nicht für denselben Tag einplanen.
Dafür wurde die Laufzeit um einen Tag verlängert: Am Montag, 17. August, sind Installation und Ausstellung noch einmal geöffnet. Das vollständige Programm von Rave The Planet mit Route, Line-up, Regeln und Anreise gibt es im BerlinMagazine.de-Guide zu Rave The Planet 2026.
🎤 Das öffentliche Programm heute am Brandenburger Tor
Nach der Gedenkveranstaltung an der Bernauer Straße verlagert sich ein großer Teil des öffentlichen Programms zum Brandenburger Tor.
Von 12 bis 18 Uhr stehen dort Live-Speaking-Guides bereit. Sie beantworten Fragen zum Mauerbau, zum historischen Grenzort und zur Ausstellung. Das Angebot ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Neben Deutsch und Englisch werden teilweise auch Spanisch, Italienisch, Französisch und Leichte Sprache angeboten.
Reguläre deutschsprachige Führungen durch „Mauerblicke“ starten heute um 12 und 14 Uhr. Eine englischsprachige Führung wird am Nachmittag angeboten. Die Führungen dauern jeweils ungefähr 30 Minuten.
Um 17 Uhr folgt eine Kuratorinnenführung mit Dr. Susanne Muhle. Ab 17:30 Uhr sprechen Christine Bartels und Mahmoud Dabdoub über ihre fotografischen Blicke auf die Mauer.
„140 Menschen – 140 Namen“ erinnert an die Opfer
Einer der stärksten Teile des gesamten Sonderprogramms bleibt „140 Menschen – 140 Namen“. Statt die Zahl der Todesopfer lediglich zu nennen, werden ihre einzelnen Biografien vorgelesen.
Heute läuft die Lesung in der Kapelle der Versöhnung von 13 bis 16:30 Uhr. Am Freitag wird sie dort von 9 bis 15 Uhr fortgesetzt. Schauspieler, Mitarbeiter der Stiftung und weitere Sprecher lesen die Lebensgeschichten der Menschen, die an der Berliner Mauer ums Leben kamen.
Am Brandenburger Tor folgt heute von 18 bis 18:30 Uhr ein weiterer Teil der Lesung. Am Freitag werden dort von 18:30 bis 19 Uhr erneut Biografien vorgelesen.
Gerade dieses Format macht aus einer historischen Opferzahl wieder einzelne Menschen mit Namen, Familien und eigenen Lebensgeschichten.
🎵 Masha Qrella und hackedepicciotto heute Abend
Auch Musik gehört heute zum Programm am historischen Grenzort. Um 18:30 Uhr spielt Masha Qrella ein rund halbstündiges Kurzkonzert mit Vertonungen von Texten des Schriftstellers Thomas Brasch.
Später am Abend folgt hackedepicciotto, das Berliner Duo von Alexander Hacke und Danielle de Picciotto. Das Konzert ist ebenfalls kostenlos; angekündigt ist der Auftritt für 20:30 Uhr.
Dazwischen beginnt um 19:30 Uhr das Zeitzeugengespräch „Erinnerungen an den 13. August 1961“. Jörg Hildebrandt und Renate Werwigk-Schneider sprechen über Mauerbau, Repression, Flucht und die Folgen der Teilung für ihre eigenen Lebenswege. Moderiert wird das Gespräch von Marion Brasch.
Freitag: Tunnelfluchten, Flucht 1989 und Revolutionslieder
Auch am Freitag, 14. August, lohnt sich der Erinnerungsort am Brandenburger Tor. Von 12 bis 18 Uhr gibt es erneut Live Speaking; deutschsprachige Führungen beginnen unter anderem um 12, 14 und 17 Uhr.
Um 18 Uhr sprechen Hubert Hohlbein und Joachim Neumann über Tunnelfluchten an der Berliner Mauer. Beide waren an Fluchttunnelprojekten beteiligt, darunter dem bekannten „Tunnel 57“.
Nach der Lesung „140 Menschen – 140 Namen“ um 18:30 Uhr spielt das Jo Ambros Revolution Trio um 19 Uhr Lieder über Freiheit, Solidarität und Selbstbestimmung.
Um 19:30 Uhr folgt das Zeitzeugengespräch „Flucht und Ausreise 1989“ mit Anne Hahn, Maik Hupe und Mario Röllig. Ein weiterer Auftritt des Jo Ambros Revolution Trio ist für 20 Uhr vorgesehen.
Samstag: Brandenburger Tor zu – Programm läuft anderswo weiter
Die Schließung am Brandenburger Tor bedeutet nicht, dass am Samstag das komplette Sonderprogramm pausiert.
An der Gedenkstätte Berliner Mauer öffnet von 13 bis 17 Uhr wieder der Aktionspavillon. Besucher können dort bei Live Speaking, Malen, Basteln und Rätseln die Geschichte der Bernauer Straße und erhaltene Mauerspuren entdecken. Das Angebot eignet sich ausdrücklich auch für Familien und benötigt keine Anmeldung.
Um 18 Uhr folgt in der Kapelle der Versöhnung „Biermann ohne Biermann“. Ekkehard Maaß, Zeitzeuge und langjähriger Wegbegleiter Wolf Biermanns, erzählt aus dessen Leben und singt Lieder des DDR-Liedermachers. Der Eintritt ist frei.
Auch die East Side Gallery beteiligt sich am Samstag. Zwischen 14 und 16 Uhr gibt es dort Live Speaking mit der Künstlerin Karina Bjerregaard sowie Musik. Ab 15 Uhr beginnen außerdem Kurzführungen zu erhaltenen Mauerspuren, dem historischen Grenzverlauf und der Geschichte der East Side Gallery.
Sonntag: Brandenburger Tor wieder geöffnet
Am Sonntag, 16. August, kehrt das Programm zum Brandenburger Tor zurück. Von 12 bis 18 Uhr stehen erneut Live-Speaking-Guides bereit.
Um 17 Uhr führt Dr. Sarah Bornhorst als Kuratorin durch „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.
Direkt danach beginnt um 17:30 Uhr das Gespräch „Kindheitserinnerungen: Leben an der Mauer“ mit Martin Cartolano-Löffler und Alexandra Weltz-Rombach. Beide erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven vom Aufwachsen in einer geteilten Stadt.
Um 18 Uhr folgt ein weiterer Höhepunkt: Der Liedermacher und frühere DDR-Bürgerrechtler Stephan Krawczyk spricht über Kunst, Repression und Freiheit in der DDR und spielt eigene Lieder.
Montag ist die letzte Chance für Installation und Ausstellung
Ursprünglich konzentrierte sich das Hauptprogramm auf den Zeitraum bis Sonntag. Weil der Erinnerungsort am Samstag wegen Rave The Planet geschlossen werden muss, können Installation und Ausstellung zusätzlich am Montag, 17. August, besucht werden.
Wer das Brandenburger Tor vor allem wegen der Installation und der Fotografien besuchen möchte und keinen Wert auf das umfangreiche Begleitprogramm legt, bekommt damit einen zusätzlichen und vermutlich deutlich ruhigeren Besuchstag.
🚉 Grenz- und Geisterbahnhöfe werden selbst zum Erinnerungsort
Besonders gelungen ist weiterhin die Verbindung zwischen Brandenburger Tor und Bernauer Straße über die ehemalige Nord-Süd-S-Bahn.
An den Bahnhöfen Brandenburger Tor, Friedrichstraße, Oranienburger Straße und Nordbahnhof wird auf die Geschichte der früheren Grenz- und Geisterbahnhöfe aufmerksam gemacht. Am Bahnhof Friedrichstraße und am Nordbahnhof stehen zusätzliche Ausstellungstafeln.
Während der Teilung fuhren West-Berliner Züge unter Ost-Berliner Gebiet hindurch, ohne an mehreren Stationen halten zu dürfen. Die Bahnsteige waren geschlossen und bewacht. Friedrichstraße nahm als Grenzbahnhof eine besondere Stellung ein.
Damit wird selbst der Weg zwischen den beiden zentralen Erinnerungsorten zu einem Teil des historischen Programms.
👨👩👧 Angebote für Familien an der Bernauer Straße
Auch für Familien ist der Jahrestag nicht ausschließlich als klassische Gedenkveranstaltung angelegt.
Der offene Aktionspavillon an der Gedenkstätte Berliner Mauer läuft heute sowie Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 17 Uhr. Kinder und Erwachsene können dort malen, basteln, rätseln und gemeinsam nach Spuren der früheren Grenze suchen.
Live-Speaking-Guides beantworten unter anderem Fragen dazu, wo heute noch Teile der Mauer erkennbar sind, warum die Bernauer Straße eine besondere Rolle spielte und wo sich der berühmte Tunnel 57 befand.
Für Familien würde ich diesen Zugang weiterhin eher empfehlen als mehrere formelle Gedenkveranstaltungen hintereinander.
☀️ Wetter: Freitag und Samstag wird es sehr heiß
Für Besucher des überwiegend draußen stattfindenden Programms wird das Wetter in den kommenden Tagen zunehmend wichtig.
Am heutigen Donnerstag werden in Berlin rund 29 Grad und viel Sonne erwartet. Am Freitag steigt die Temperatur auf ungefähr 33 Grad, am Samstag sogar auf bis zu 36 Grad.
Dass die Installation am Samstag ohnehin geschlossen bleibt, ist deshalb auch aus Besuchersicht relevant. Wer Freitag am Brandenburger Tor längere Zeit bei Führungen und Abendprogramm verbringen möchte, sollte ausreichend trinken und Sonnenschutz einplanen.
Am Sonntag wird es mit etwa 24 Grad deutlich angenehmer, allerdings ist am Nachmittag ein Regenschauer möglich. Für Montag werden ungefähr 22 Grad erwartet.
🎟️ Eintritt: Fast das gesamte Kernprogramm ist kostenlos
Installation und Ausstellung am Brandenburger Tor können kostenlos besucht werden. Gleiches gilt für Live Speaking, die regulären Führungen, Kuratorinnenführungen, Zeitzeugengespräche, die Lesung „140 Menschen – 140 Namen“ und die genannten Konzerte am Brandenburger Tor.
Auch das Außengelände, das Besucherzentrum und das Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer sind grundsätzlich kostenfrei zugänglich.
Bei einzelnen Angeboten anderer beteiligter Institutionen können dagegen Anmeldung, Reservierung oder Eintritt erforderlich sein. Das vollständige Programm der Stiftung Berliner Mauer zeigt die aktuellen Termine.
🚆 Anreise zum Brandenburger Tor und zur Bernauer Straße
Öffentliche Verkehrsmittel
Das Brandenburger Tor ist mit der U5 sowie den S-Bahn-Linien der Nord-Süd-Strecke erreichbar. Die Station liegt direkt am Veranstaltungsbereich auf dem Platz des 18. März.
Zur Gedenkstätte Berliner Mauer eignet sich besonders der Bahnhof Nordbahnhof. Von dort beginnt praktisch direkt das Außengelände der Gedenkstätte. Alternativ fahren die U8 bis Bernauer Straße sowie die Tram M10.
Aktuell laufen allerdings größere Bauarbeiten im nördlichen S-Bahn-Netz. Bis Montagmorgen gibt es unter anderem Einschränkungen auf S1, S25 und S26 sowie keinen regulären S-Bahnverkehr zwischen Bornholmer Straße und Schönholz. Wer von weiter nördlich anreist, sollte deshalb besonders aufmerksam planen.
Für die kurze Verbindung Brandenburger Tor – Nordbahnhof bleibt die Nord-Süd-Strecke grundsätzlich nutzbar; je nach Tag und Linie können sich aber Takte und Linienwege ändern.
Auto
Mit dem Auto würde ich die zentralen Orte weiterhin vermeiden. Rund um Brandenburger Tor und Bernauer Straße sind Parkmöglichkeiten begrenzt.
Für Samstag gilt das noch deutlicher: Wegen Rave The Planet ist rund um Straße des 17. Juni, Tiergarten und Brandenburger Tor mit umfangreichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Der Erinnerungsort ist an diesem Tag ohnehin geschlossen.
Fahrrad
Mit dem Fahrrad lassen sich Brandenburger Tor, Nordbahnhof und Bernauer Straße gut miteinander verbinden. Wer mehr Zeit hat, kann daraus sogar eine kleine Tour entlang ehemaliger Grenzorte machen.
Vor der Anreise sollten aktuelle Verbindungen, Verspätungen, Störungen, Bauarbeiten und Sperrungen bei BVG, S-Bahn Berlin, VBB und Deutsche Bahn geprüft werden.
💡 Dennis’ Tipp: Sonntag ist für einen längeren Besuch wahrscheinlich der beste Tag
Wer heute Zeit hat, bekommt natürlich den eigentlichen Jahrestag mit dem umfangreichsten symbolischen Programm. Gerade die Kombination aus Bernauer Straße am Vormittag und Brandenburger Tor am Nachmittag und Abend ist historisch besonders passend.
Für einen ruhigeren Besuch würde ich inzwischen aber den Sonntag bevorzugen. Dann ist der Erinnerungsort nach der Rave-The-Planet-Schließung wieder zugänglich, die Temperaturen fallen voraussichtlich von 36 Grad am Samstag auf ungefähr 24 Grad und ab 17 Uhr liegen Kuratorinnenführung, Zeitzeugengespräch und Stephan Krawczyk direkt hintereinander.
Mein grundsätzlicher Tipp bleibt außerdem: Nicht nur die 30-Meter-Installation fotografieren und danach weitergehen. Vom Brandenburger Tor mit der S-Bahn zum Nordbahnhof fahren und anschließend durch die Bernauer Straße laufen. Erst dort wird wirklich greifbar, wie unmittelbar die Grenze Häuser, Straßen und Nachbarschaften zerschnitt.
Wer noch weitere Veranstaltungen für das Wochenende sucht, findet im Artikel BerlinMagazine.de Wochenendtipps 14.–16. August 2026 insgesamt 15 aktuelle Tipps für Berlin und Brandenburg.
Fazit: Heute wird aus dem angekündigten Programm tatsächliches Gedenken
Als wir den Guide am 10. August veröffentlicht haben, waren Installation, Ausstellung und Gedenkveranstaltungen noch bevorstehende Programmpunkte. Inzwischen ist der Erinnerungsort eröffnet – und heute, exakt 65 Jahre nach dem 13. August 1961, findet das zentrale Gedenken statt.
Besonders überzeugend bleibt dabei, dass Berlin den Jahrestag nicht auf einen politischen Termin reduziert. Die Kombination aus historischen Orten, Zeitzeugen, Fotografien, Musik, den Biografien der Todesopfer und Angeboten für jüngere Besucher eröffnet sehr unterschiedliche Wege in das Thema.
Auch der Kontrast am Brandenburger Tor ist kaum zu übersehen: Dort, wo eine Grenze jahrzehntelang Bewegung und Begegnung verhindern sollte, steht heute eine Installation, die je nach Perspektive geschlossen oder durchlässig wirkt. Einen passenderen Ort für die Frage, was Grenzen mit Menschen machen, hätte man in Berlin kaum wählen können.
📌 Faktenbox: 65 Jahre Mauerbau Berlin 2026
Jahrestag: Donnerstag, 13. August 2026
Historisches Datum: Beginn der Grenzabriegelung am 13. August 1961
Sonderprogramm: 13. bis 16. August 2026
Installation und Ausstellung: 13., 14., 16. und zusätzlich 17. August zugänglich
Samstag, 15. August: Brandenburger Tor wegen Rave The Planet geschlossen
Zentrale Orte: Brandenburger Tor und Gedenkstätte Berliner Mauer
Installation: „vi|ew“ von Hubertus Hamm
Größe: rund 30 Meter lang und fast drei Meter hoch
Ausstellung: „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“
Zentrale Gedenkveranstaltung: 13. August, 10 Uhr, Gedenkstätte Berliner Mauer
Gedenkprojekt: „140 Menschen – 140 Namen“
Live Speaking Brandenburger Tor: 13., 14. und 16. August, jeweils 12 bis 18 Uhr
Eintritt: Kernprogramm überwiegend kostenlos
Familienangebot Bernauer Straße: 13., 15. und 16. August, jeweils 13 bis 17 Uhr
Todesopfer an der Berliner Mauer: mindestens 140 nach aktuellem Forschungsstand
Historische Grenzanlagen rund um West-Berlin: rund 155 Kilometer
Programm: Stiftung Berliner Mauer – Programm
❓ Häufige Fragen zu 65 Jahre Mauerbau Berlin 2026
Was passiert heute zum 65. Jahrestag des Mauerbaus?
Die zentrale Gedenkveranstaltung hat am 13. August um 10 Uhr an der Gedenkstätte Berliner Mauer begonnen. Ab Mittag laufen am Brandenburger Tor kostenlose Führungen und Live Speaking, am späteren Nachmittag und Abend folgen Zeitzeugengespräche, die Lesung „140 Menschen – 140 Namen“ sowie Konzerte von Masha Qrella und hackedepicciotto.
Wo befindet sich die Installation zum Jahrestag?
Die rund 30 Meter lange und fast drei Meter hohe Installation „vi|ew“ steht auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor. Sie stammt vom Künstler Hubertus Hamm.
Ist das eine Rekonstruktion der Berliner Mauer?
Nein. Die Installation ist ausdrücklich kein Nachbau. Das Material lässt sie je nach Blickwinkel transparent oder nahezu undurchdringlich erscheinen.
Wann kann man „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ besuchen?
Die Open-Air-Ausstellung läuft vom 13. bis 17. August. Am 15. August ist sie wegen Rave The Planet geschlossen, dafür bleibt sie am Montag, 17. August, zusätzlich geöffnet.
Warum ist das Brandenburger Tor am Samstag geschlossen?
Am Samstag findet auf der Straße des 17. Juni die Rave The Planet Parade statt. Deshalb werden Installation und Ausstellung für diesen Tag geschlossen.
Gibt es am Samstag trotzdem Mauerbau-Programm?
Ja. Unter anderem gibt es an der Bernauer Straße den Aktionspavillon für Familien sowie „Biermann ohne Biermann“. An der East Side Gallery laufen Live Speaking und Kurzführungen.
Ist das Programm kostenlos?
Der überwiegende Teil des zentralen Programms ist kostenlos. Das gilt insbesondere für Installation, Ausstellung, Live Speaking, zahlreiche Führungen, Lesungen, Zeitzeugengespräche und Konzerte am Brandenburger Tor.
Was ist „140 Menschen – 140 Namen“?
Dabei werden die Biografien der mindestens 140 bekannten Todesopfer an der Berliner Mauer vorgelesen. Die Lesung findet sowohl an der Bernauer Straße als auch am Brandenburger Tor statt.
Welcher Tag eignet sich am besten für einen Besuch?
Wer den eigentlichen Jahrestag erleben möchte, sollte den heutigen Donnerstag nutzen. Für einen längeren und wetterbedingt wahrscheinlich angenehmeren Besuch bietet sich der Sonntag, 16. August, an. Samstag ist das Brandenburger Tor geschlossen.














