Keine große Inszenierung, kaum Ansagen und trotzdem ein Konzert, das immer wieder seine ganze Wirkung entfaltete: Die Pixies feierten am Dienstagabend ihr 40-jähriges Bestehen in der Zitadelle Spandau. Bei ihrer Berliner Station der „P40 – Celebrating 40 Years“-Tour spielte die Band 24 Songs aus nahezu allen Phasen ihrer Karriere – von frühen, rohen Stücken bis zu ihren größten Erfolgen.
Die Zitadelle gehört für mich zu den schönsten Berliner Orten für Open-Air-Konzerte. Die historischen Mauern geben selbst einem eher nüchtern inszenierten Rockkonzert eine besondere Atmosphäre. Gleichzeitig sind Konzerte hier durch feste zeitliche Vorgaben etwas eingeschränkt, sodass für lange Unterbrechungen, ausgedehnte Ansprachen oder ein endloses Finale kaum Raum bleibt.
An diesem Abend passte die kompakte Form allerdings erstaunlich gut zu den Pixies. Die Band spielte konzentriert, präzise und ohne unnötige Umwege. Die Zitadelle war gut gefüllt, aber nicht so vollgepackt, dass der Abend anstrengend wurde. Nach den deutlich wärmeren Tagen am Wochenende war es außerdem spürbar kühler – für ein Open-Air-Konzert eigentlich genau richtig.
Stand: 30. Juni 2026
Kurz zusammengefasst
Die Pixies spielten am 30. Juni 2026 im Rahmen des Citadel Music Festival in der Zitadelle Spandau. Das Konzert gehörte zur Jubiläumstour „P40 – Celebrating 40 Years“, mit der die Band auf vier Jahrzehnte Musikgeschichte zurückblickt.
Als Support eröffnete das britische Duo GANS den Abend. Anschließend spielten die Pixies 24 Songs, darunter „Here Comes Your Man“, „Wave of Mutilation“, „Monkey Gone to Heaven“, „Debaser“, „Velouria“, „Where Is My Mind?“ und „Hey“.
Die Band verzichtete weitgehend auf Ansagen und konzentrierte sich vollständig auf die Musik. Die Zitadelle war gut besucht, ohne unangenehm überfüllt zu wirken. Das kühlere Wetter sorgte für nahezu perfekte Bedingungen bei diesem sommerlichen Open-Air-Konzert.
🏰 Die Zitadelle ist für mich eine besondere Konzertkulisse
Bereits der Weg durch die mächtigen Mauern und Tore verändert das Gefühl eines Konzertbesuchs. Die Zitadelle ist keine neutrale Mehrzweckarena, sondern ein Ort mit Geschichte, Ecken, Übergängen und einer Atmosphäre, die sich kaum künstlich herstellen lässt.
Ich mag besonders, dass sich die Konzerte hier trotz der Größe nicht wie klassische Stadionveranstaltungen anfühlen. Der Innenhof wirkt offen, aber nicht verloren. Man kann weit vorne dicht bei der Bühne stehen oder das Konzert etwas entspannter von hinten verfolgen, ohne sich vollständig vom Geschehen entfernt zu fühlen.
Beim Pixies-Konzert war genau diese Mischung angenehm. Vor der Bühne stand das Publikum dicht, weiter hinten blieb aber genügend Bewegungsfreiheit. Die Zitadelle war durchaus gut gefüllt, jedoch nicht bis in den letzten Winkel vollgepackt. Dadurch entstand Konzertstimmung, ohne dass man permanent zwischen anderen Besuchern eingeklemmt war.
Jedes Jahr spielen im Rahmen des Citadel Music Festival zahlreiche bekannte Bands und Künstler in Spandau. Die besondere Kulisse hat allerdings auch eine Kehrseite: Aufgrund der Lage und entsprechender Auflagen müssen die Veranstaltungen zeitlich vergleichsweise straff organisiert werden. Das kann gerade bei längeren Rockshows spürbar werden.
Unseren ursprünglichen Vorbericht zum Berliner Jubiläumskonzert findet ihr unter Vierzig Jahre Lautstärke: Die Pixies feiern ihr Jubiläum in Berlin.
GANS eröffnen den Abend mit kantigem Post-Punk
Bevor die Pixies auf die Bühne kamen, gehörte der Abend zunächst GANS. Hinter dem Namen steckt ein britisches Duo aus den West Midlands, bestehend aus Thomas Rhodes und Euan Woodman, die beim Konzert aber noch durch einen dritten Musiker unterstützt wurden. Um 19:30 Uhr ging es los.
Die Musik lässt sich nur bedingt in eine einzelne Schublade stecken. Post-Punk bildet zwar das Fundament, dazu kommen elektronische Elemente, Noise, nervöse Rhythmen und immer wieder Momente, die eher an einen kleinen, dunklen Club als an ein sommerliches Open Air erinnern.
Genau dieser Kontrast machte den Auftritt interessant. GANS versuchten nicht, möglichst gefällig zu klingen oder das Publikum mit bekannten Refrains abzuholen. Die Musik war kantig, laut und teilweise bewusst sperrig.
Für einen Teil des Publikums dürfte das zunächst ungewohnt gewesen sein. Gleichzeitig waren GANS deutlich mehr als eine beliebige Vorgruppe, die lediglich die Zeit bis zum Hauptact füllen sollte. Sie brachten eine eigene Haltung mit und passte damit grundsätzlich gut zu einer Band, die selbst nie für musikalische Bequemlichkeit stand. Und am Ende ernteten sich dafür viel Applaus vom Berliner Publikum.
🎸 Die Pixies beginnen ohne große Vorwarnung
Als die Pixies um 20:30 Uhr die Bühne betraten, gab es keine lange Einleitung, keinen dramatischen Film und kein künstlich aufgebautes Spektakel. Die Band nahm ihre Positionen ein und begann zu spielen.
Mit „Ed Is Dead“ startete das Konzert tief in der frühen Geschichte der Pixies. Direkt danach folgten „Cactus“ und „Vamos“. Bereits diese ersten drei Stücke machten deutlich, dass die Jubiläumstour kein glatt poliertes Best-of-Programm werden sollte.
„Cactus“ wirkte live ebenso reduziert wie eindringlich. Der Song lebt nicht von einer riesigen Melodie, sondern von seiner seltsamen Spannung und der Art, wie Black Francis einzelne Worte beinahe aus dem Stück herauspresst.
Bei „Vamos“ rückte Joey Santiago stärker in den Mittelpunkt. Sein Gitarrenspiel gehört zu den Dingen, die man kaum angemessen beschreiben kann. Es klingt nicht klassisch schön und soll das vermutlich auch gar nicht. Die Gitarre kratzt, schreit und erzeugt Geräusche, die bei anderen Bands wie ein Fehler wirken würden, bei den Pixies aber genau an der richtigen Stelle sitzen. Und ab und an nahm er sogar seine Cap zum Spielen der Saiten her oder spielte einfach am Kabel der E-Gitarre herum, um einen speziellen Sounds aus dem Verstärkern zu erhalten.




Foto: Dennis Hahn / BerlinMagazine.de
Ein früher Hitblock – und trotzdem keine Best-of-Show
Nach „Death Horizon“ folgte mit „Gouge Away“ der erste große Klassiker des Abends. Kurz darauf standen bereits „Here Comes Your Man“ und „Wave of Mutilation“ auf dem Programm.
Damit spielten die Pixies drei ihrer bekanntesten Titel vergleichsweise früh. Andere Bands würden solche Songs vermutlich bis zum letzten Drittel zurückhalten. Die Pixies verteilten ihre Erfolge stattdessen über das gesamte Konzert.
„Here Comes Your Man“ war einer dieser Momente, bei denen sich die Stimmung auf dem Gelände sofort veränderte. Das markante Gitarrenmotiv ist nach wenigen Sekunden erkennbar, und der Song besitzt bis heute eine Leichtigkeit, die innerhalb des häufig kantigen Pixies-Katalogs fast ungewöhnlich wirkt.
Gerade live fiel erneut auf, wie geschickt diese Band Eingängigkeit und Eigenwilligkeit verbindet. „Here Comes Your Man“ klingt beinahe wie ein perfekter Popsong – wäre da nicht dieses leicht verschobene Gefühl, das verhindert, dass es wirklich konventionell wird.
Auch „Wave of Mutilation“ funktionierte sofort. Die Melodie wirkt zunächst vergleichsweise ruhig, trägt darunter aber jene unterschwellige Unruhe, die viele Pixies-Songs auszeichnet.
Neil Young passt erstaunlich gut in diesen Abend
Mit „Winterlong“ folgte ein Cover von Neil Young. Solche Fremdkompositionen können in einem Jubiläumsset schnell wie ein verschenkter Platz wirken. An diesem Abend fügte sich der Song jedoch überraschend selbstverständlich ein.
Die melancholische Melodie und die leicht raue Grundstimmung passen gut zum Klang der Pixies. Die Band machte aus „Winterlong“ keine originalgetreue Kopie, sondern ließ das Stück wie einen Teil des eigenen Repertoires erscheinen.
Gerade zwischen „Wave of Mutilation“ und „The Happening“ entstand dadurch ein ruhigerer Abschnitt, bevor das Konzert anschließend wieder stärker anzog.
„Monkey Gone to Heaven“ entfaltet seine alte Wirkung
Mit „Monkey Gone to Heaven“ erreichte das Konzert einen weiteren Höhepunkt für mich. Der Song gehört zu den Stücken, die selbst Menschen kennen, die sich nie intensiver mit der Band beschäftigt haben.
Die Kombination aus eingängiger Melodie, surrealen Bildern und einem immer intensiver werdenden Aufbau funktioniert auch Jahrzehnte später. Live wirkte der Song nicht wie ein historischer Pflichtpunkt, sondern weiterhin lebendig.
Black Francis musste dafür keine großen Gesten machen. Seine Stimme bleibt das zentrale Instrument dieser Band. Sie kann ruhig, beinahe beiläufig klingen und im nächsten Moment in einen Schrei umschlagen, der durch die gesamte Zitadelle trägt.
Genau dieses Wechselspiel ist ein wesentlicher Teil des Pixies-Sounds. Die Band gilt als eine der wichtigsten Vorlagen für den späteren Alternative Rock, aber live wirkt die berühmte Dynamik nicht wie eine erlernte Formel. Sie entsteht aus den Songs selbst.
„Planet of Sound“, „Caribou“ und „Debaser“ treiben das Tempo hoch
Nach „Monkey Gone to Heaven“ wurde es mit „Planet of Sound“ wieder härter. Der Song besitzt eine direkte, beinahe aggressive Energie und zeigte, wie gut David Lovering die abrupten Bewegungen der Musik am Schlagzeug zusammenhält.
„Caribou“ führte anschließend noch einmal weit zurück in die frühe Bandgeschichte. Gerade bei solchen Titeln zeigte sich, dass diese Jubiläumstour nicht nur auf Gelegenheitshörer zugeschnitten war. Die Pixies spielten auch Stücke, auf die langjährige Fans vermutlich besonders gewartet hatten.
Mit „Debaser“ folgte dann einer der großen Momente des Abends. Bereits das Gitarrenspiel reicht aus, um den Song sofort zu erkennen. Black Francis’ Gesang, Joey Santiagos kantige Akzente und die markante Basslinie greifen hier so präzise ineinander, dass das Stück noch immer erstaunlich frisch wirkt.
„Debaser“ fasst vieles zusammen, was die Pixies so besonders macht: Der Song ist eingängig und gleichzeitig seltsam, tanzbar und trotzdem aggressiv. Er besitzt einen Refrain, der sofort hängen bleibt, ohne auch nur einen Moment nach klassischem Mainstream-Rock zu klingen.
Emma Richardson wirkt längst wie ein Teil der Band
Am Bass stand Emma Richardson, die seit 2024 zur Besetzung der Pixies gehört. Jede Musikerin auf dieser Position wird zwangsläufig mit Kim Deal verglichen, deren Bass und Stimme den klassischen Sound der Band wesentlich geprägt haben.
Richardson versucht allerdings nicht, Deal nachzuahmen. Sie spielt kontrolliert, präzise und eher zurückhaltend. Gerade dadurch fügt sie sich überzeugend in die aktuelle Besetzung ein.
Bei einem Konzert wie diesem fällt auf, wie wichtig der Bass für viele Songs ist. Die Pixies leben nicht allein von Francis’ Stimme und Santiagos Gitarre. Unter den scheinbar chaotischen Ausbrüchen liegt ein sehr stabiles rhythmisches Gerüst.
Richardson und David Lovering hielten dieses Gerüst zusammen, während die Musik darüber jederzeit auseinanderzubrechen schien. Das funktionierte auch bei den abrupten Übergängen erstaunlich selbstverständlich.
„Velouria“ bringt einen anderen Klang in die Zitadelle
Nach „Subbacultcha“ und „Nimrod’s Son“ folgte mit „Velouria“ ein weiterer bekannter Song. Für mich gehörte er zu den atmosphärischsten Momenten des Konzerts.
„Velouria“ besitzt etwas Schwebendes. Der Song wirkt melodischer und weiter als viele der kurzen, aggressiveren Stücke. In der offenen Zitadelle konnte sich diese Stimmung besonders gut entfalten.
Gerade weil die Pixies ihre Songs häufig ohne größere Pausen direkt aneinanderreihten, waren solche Kontraste wichtig. Die Setlist bestand nicht nur aus Lautstärke und Tempo, sondern wechselte zwischen rohen frühen Nummern, melodischen Klassikern und neueren Stücken.
Mit „Snakes“ und „Isla de Encanta“ ging es anschließend wieder in eine härtere Richtung.
Auch die neueren Pixies bekommen ihren Platz
Ein Jubiläumskonzert kann schnell den Eindruck vermitteln, dass alles nach den frühen Alben nur noch eine Fußnote sei. Die Pixies vermieden das, indem sie auch mehrere neuere Songs einbauten.
„The Vegas Suite“, „Chicken“ und „Motoroller“ standen direkt vor dem großen Schlussblock. Natürlich reagierte das Publikum auf diese Stücke nicht so unmittelbar wie auf „Debaser“ oder „Here Comes Your Man“.
Trotzdem waren sie wichtig. Die Pixies sind keine Band, die seit ihrer Wiedervereinigung ausschließlich das alte Material verwaltet. Die neue Musik mag nicht denselben historischen Stellenwert besitzen, sie zeigt aber, dass die Band weiterhin arbeitet und sich nicht vollständig in der eigenen Vergangenheit eingerichtet hat.
Der Wechsel zwischen älteren und jüngeren Titeln gelang weitgehend flüssig. Es gab keine deutliche Trennung zwischen dem vermeintlich wichtigen historischen Teil und einem neueren Pflichtprogramm.
🌌 „Where Is My Mind?“ ist der erwartete große Moment
Als die ersten Töne von „Where Is My Mind?“ erklangen, war die Reaktion natürlich besonders deutlich. Dieser Song hat längst ein Eigenleben entwickelt, das weit über die ursprüngliche Veröffentlichung hinausgeht.
Durch Filme, Serien, Werbung, Coverversionen und Streaming ist er vermutlich zum bekanntesten Pixies-Song überhaupt geworden. Selbst viele Menschen, die kaum einen anderen Titel der Band nennen könnten, erkennen diese Melodie sofort.
In der Zitadelle entstand bei „Where Is My Mind?“ jener seltene Moment, in dem nahezu das gesamte Publikum gleichzeitig bei einem Song ankommt. Vorne wurde mitgesungen, weiter hinten gingen zahlreiche Handys nach oben, und die Stimmung wurde für einige Minuten deutlich gemeinschaftlicher.
Trotz dieser enormen Erwartung wirkte der Song nicht überinszeniert. Die Pixies spielten ihn genau so zurückhaltend und direkt, wie es zu ihnen passt. Kein künstlich verlängertes Ende, keine große Publikumsregie und keine pathetische Ansprache.
Der Song durfte einfach für sich selbst stehen – und das reichte vollkommen aus.


Foto: Dennis Hahn / BerlinMagazine.de
„Into the White“ löst die Melodie wieder auf
Direkt nach „Where Is My Mind?“ folgte „Into the White“. Diese Platzierung war besonders wirkungsvoll.
Nach dem bekanntesten und zugänglichsten Moment des Abends bewegte sich die Band wieder in Richtung Lärm, Gitarrenflächen und kontrollierter Auflösung. „Into the White“ wirkt live weniger wie ein klassischer Song als wie ein Klangzustand, der sich immer weiter ausbreitet.
Damit verhinderten die Pixies, dass das Konzert nach „Where Is My Mind?“ einfach in einem vorhersehbaren Triumph endete. Stattdessen wurde die gerade entstandene Harmonie wieder aufgebrochen.
Genau das entspricht der Haltung dieser Band. Sobald ein Moment zu angenehm oder zu eindeutig wird, folgt häufig etwas, das ihn wieder infrage stellt.
„Hey“ ist der perfekte letzte Song
Den Abschluss bildete „Hey“. Für mich war das eine sehr gute Entscheidung.
Der Song ist kein klassischer Hit im üblichen Sinn, gehört für viele Fans aber zu den wichtigsten Stücken der Pixies. Die markante Basslinie, der langsame Aufbau und die Spannung zwischen Zurückhaltung und Ausbruch machen ihn live besonders wirkungsvoll.
„Hey“ braucht kein Feuerwerk und kein großes Bühnenbild. Der Song entwickelt seine Kraft aus kleinen Veränderungen, Blicken innerhalb der Band und der Erwartung auf den nächsten Ausbruch.
Als letzter Titel wirkte er nicht triumphal, sondern intensiv und beinahe offen. Danach war der Abend vorbei. Keine lange Abschiedsrede, keine ausufernde Verbeugung und kein künstlich hinausgezögerter Schluss.
Das war vielleicht etwas abrupt, passte aber vollkommen zu diesem Konzert.
Wenig Worte zwischen den Songs
Wer bei einem 40-jährigen Jubiläum auf ausführliche Erinnerungen, (Berliner) Geschichten oder emotionale Danksagungen gehofft hatte, wurde vermutlich enttäuscht.
Die Pixies sprachen kaum mit dem Publikum. Die Songs folgten häufig direkt aufeinander. Selbst nach besonders starken Reaktionen gab es nur wenige sichtbare Unterbrechungen.
Das kann man konsequent finden oder etwas distanziert. Ich schwankte an diesem Abend zwischen beiden Eindrücken.
Einerseits ist es angenehm, wenn eine Band nicht ständig mit einstudierten Aussagen und künstlichen Publikumsaktionen arbeitet. Die Pixies müssen niemanden auffordern, die Hände zu heben oder lauter zu schreien. Ihre Songs funktionieren auch ohne diese Mechanismen.
Andererseits hätte gerade bei einer Tour zum 40-jährigen Bestehen ein persönlicher Satz mehr durchaus gepasst. Eine kurze Erinnerung, ein Dank an Berlin (den es schon gab in gewisser Form) oder einfach etwas mehr Nähe zum Publikum hätte den Abend menschlicher gemacht.
Die Pixies feiern ihre Geschichte jedoch nicht, indem sie darüber sprechen. Sie spielen die Songs – und überlassen den Rest den Besuchern.

Foto: Dennis Hahn / BerlinMagazine.de
Ein Publikum aus verschiedenen Generationen
Im Publikum standen auffällig unterschiedliche Generationen. Natürlich waren viele Besucher dabei, die „Surfer Rosa“, „Doolittle“ oder „Bossanova“ schon seit Jahrzehnten kennen.
Gleichzeitig sah man zahlreiche jüngere Fans, die die Pixies erst viel später entdeckt haben. Manche dürften über „Where Is My Mind?“, Filme, Serien, Streaming oder jüngere Bands zur Musik gekommen sein.
Diese Mischung passte zum Jubiläum. Die Pixies sind heute einerseits ein wichtiger Teil der Alternative-Rock-Geschichte, andererseits keine Band, die ausschließlich von einem älteren Stammpublikum lebt.
Bei den bekannten Songs spielten diese Altersunterschiede ohnehin keine Rolle mehr. „Here Comes Your Man“, „Monkey Gone to Heaven“, „Debaser“ und natürlich „Where Is My Mind?“ funktionierten quer durch das gesamte Publikum.
Die komplette Setlist der Pixies in Berlin
- Ed Is Dead
- Cactus
- Vamos
- Death Horizon
- Gouge Away
- Here Comes Your Man
- Wave of Mutilation
- Winterlong – Neil-Young-Cover
- The Happening
- Monkey Gone to Heaven
- Planet of Sound
- Caribou
- Debaser
- Subbacultcha
- Nimrod’s Son
- Velouria
- Snakes
- Isla de Encanta
- The Vegas Suite
- Chicken
- Motoroller
- Where Is My Mind?
- Into the White
- Hey
Die Setlist bot damit einen breiten Querschnitt durch vier Jahrzehnte Pixies. Die bekanntesten Songs wurden nicht für einen einzigen Schlussblock aufbewahrt, sondern über den gesamten Abend verteilt.
Bereits im ersten Drittel standen „Gouge Away“, „Here Comes Your Man“ und „Wave of Mutilation“ auf dem Programm. In der Mitte folgten „Monkey Gone to Heaven“, „Caribou“, „Debaser“ und „Velouria“. Der späte Höhepunkt bestand aus „Where Is My Mind?“, „Into the White“ und „Hey“.
Dennis’ Fazit: Keine Nostalgieshow, sondern ein konzentriertes Rockkonzert
Die Pixies haben in der Zitadelle keine klassische Jubiläumsshow präsentiert. Es gab keine große Rückschau, keine historischen Videoeinspieler, keine prominenten Gäste und kaum Geschichten aus 40 Jahren Bandgeschichte.
Stattdessen spielten sie 24 Songs. Direkt, konzentriert und weitgehend ohne Umwege.
Für mich lag genau darin die Stärke des Abends. Die Pixies behandelten ihre Klassiker nicht wie wertvolle Museumsstücke. „Here Comes Your Man“, „Monkey Gone to Heaven“, „Debaser“, „Velouria“ und „Where Is My Mind?“ wurden nicht feierlich angekündigt, sondern als selbstverständlicher Teil eines weiterhin lebendigen Repertoires gespielt.
Besonders gut gefiel mir die Verteilung der großen Songs. Das Konzert bestand nicht aus einem langen Mittelteil, den man nur bis zum Hitfinale überstehen musste. Immer wieder tauchte ein bekannter Titel auf, bevor es mit einem kantigeren, älteren oder neueren Stück weiterging.
Der Schluss mit „Where Is My Mind?“, „Into the White“ und „Hey“ war für mich der stärkste Abschnitt. Zunächst der weltbekannte Song, den nahezu jeder erwartete, danach die Auflösung in Lärm und schließlich ein zurückhaltender, intensiver Abschluss.
GANS waren zuvor ein passender, durchaus eigenwilliger Auftakt. Das Duo spielte keinen leicht konsumierbaren Festival-Pop, sondern brachte einen sperrigen, modernen Post-Punk-Sound mit.
Die Zitadelle war gut gefüllt, aber nicht überladen. Das kühlere Wetter passte perfekt zum Open-Air-Konzert, und die historischen Mauern verliehen dem Abend eine Kulisse, die selbst ohne große Showproduktion wirkte.
Mein einziger größerer Kritikpunkt bleibt die Distanz. Ein paar persönliche Worte mehr und ein weniger abrupter Abschied hätten dem Jubiläum gutgetan. Auch die straffen zeitlichen Vorgaben des Veranstaltungsortes waren spürbar.
Musikalisch lieferten die Pixies jedoch einen überzeugenden Abend. Sie klangen nicht wie eine Band, die nur noch ihre Vergangenheit verwaltet. Sie klangen weiterhin eigenwillig, rau und an den richtigen Stellen unberechenbar.
Nach 40 Jahren ist das vielleicht das größte Kompliment, das man ihnen machen kann.
Welche Songs waren für euch die Höhepunkte des Abends – und wie hat euch das Konzert in der Zitadelle gefallen? Schreibt eure Eindrücke gerne in die Kommentare.
📍 Faktenbox: Pixies in Berlin 2026
- Künstler: Pixies
- Tour: P40 – Celebrating 40 Years
- Datum: Dienstag, 30. Juni 2026
- Ort: Zitadelle Spandau
- Festival: Citadel Music Festival
- Einlass: 17 Uhr
- Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr
- Support: GANS
- Anzahl der Pixies-Songs: 24
- Eröffnungssong: „Ed Is Dead“
- Letzter Song: „Hey“
- Coverversion: „Winterlong“ von Neil Young
- Große Hits: „Here Comes Your Man“, „Monkey Gone to Heaven“, „Debaser“ und „Where Is My Mind?“
- Besetzung: Black Francis, Joey Santiago, David Lovering und Emma Richardson
- Stimmung: gut besucht, aber nicht überfüllt
- Wetter: kühler als am Wochenende und ideal für ein Open Air
- Besonderheit: Jubiläumstour zum 40-jährigen Bestehen
- Kritikpunkt: wenig Kommunikation und ein enges Zeitfenster
FAQ zum Pixies-Konzert in Berlin
Wann spielten die Pixies 2026 in Berlin?
Die Pixies spielten am Dienstag, 30. Juni 2026, in der Zitadelle Spandau.
Welche Tour führte die Pixies nach Berlin?
Das Berliner Konzert gehörte zur Tour „P40 – Celebrating 40 Years“, mit der die Band ihr 40-jähriges Bestehen feiert.
Wer spielte als Support?
Als Support trat das britische Duo GANS auf.
Wie viele Songs spielten die Pixies?
Die Pixies spielten in der Zitadelle Spandau insgesamt 24 Songs.
Mit welchem Song begann das Konzert?
Die Band eröffnete das Konzert mit „Ed Is Dead“. Danach folgten „Cactus“ und „Vamos“.
Welche bekannten Hits wurden gespielt?
Zu den bekanntesten Songs gehörten „Here Comes Your Man“, „Wave of Mutilation“, „Monkey Gone to Heaven“, „Debaser“, „Velouria“, „Where Is My Mind?“ und „Hey“.
Spielten die Pixies eine Coverversion?
Ja. Mit „Winterlong“ spielte die Band einen Song von Neil Young.
Welcher Song bildete den Abschluss?
Der letzte Song des Abends war „Hey“. Zuvor spielten die Pixies „Where Is My Mind?“ und „Into the White“.
Wer gehört zur aktuellen Besetzung?
Zur aktuellen Besetzung gehören Black Francis, Joey Santiago, David Lovering und Bassistin Emma Richardson.
Wie voll war die Zitadelle Spandau?
Die Zitadelle war gut gefüllt, aber nicht unangenehm überfüllt. Vor der Bühne stand das Publikum dicht, während in den hinteren Bereichen noch ausreichend Platz blieb.
Wie war das Wetter beim Konzert?
Es war deutlich kühler als am Wochenende und damit sehr angenehm für ein Open-Air-Konzert. Am späteren Abend war eine leichte Jacke sinnvoll.
Wie war der Auftritt der Pixies?
Die Pixies spielten eine konzentrierte und musikalisch präzise Show mit wenig Ansagen. Im Mittelpunkt standen die Songs und die charakteristischen Wechsel zwischen Melodie, Ruhe und plötzlicher Lautstärke.
Was war der größte Kritikpunkt?
Die geringe Kommunikation mit dem Publikum wirkte teilweise distanziert, auch wenn es schon in gewisser Weise ein Danke an Berlin und die Fans gab.












