Ein (nahezu) ausverkauftes Olympiastadion, zwei starke Support-Acts, ein bedrohlich schwarzer Himmel und eine vorübergehende Räumung des gesamten Innenraums: Das Berliner Konzert der Foo Fighters am 1. Juli 2026 begann mit deutlich mehr Spannung, als vermutlich selbst die Band eingeplant hatte. Doch die Gewitterfront zog am Stadion vorbei – und anschließend übernahm Dave Grohl mit einer Energie, die das riesige Rund innerhalb weniger Minuten erfasste.
Fast drei Stunden lang lieferten die Foo Fighters im Rahmen ihrer Take Cover Tour 2026 genau jene Mischung, für die der Begriff Stadionrock erfunden worden sein könnte. Es gab große Hymnen, harte Gitarren, einen intimen Abschnitt auf der B-Stage, mehrere persönliche Tributes und zum Abschluss ein großes Feuerwerk rund um das Dach des Olympiastadions. Die Foo Fighters gehören zu den größten noch aktiven Rockbands? Nach diesem Abend kann die Antwort eigentlich nur lauten: ganz klar ja.
Kurz zusammengefasst
Die Foo Fighters spielten am 1. Juli 2026 im (nahezu) ausverkauften Olympiastadion Berlin. Fat Dog und IDLES eröffneten den langen Konzerttag, bevor der komplette Innenraum wegen einer herannahenden Gewitterfront vorübergehend geräumt werden musste. Gegen 19:35 Uhr begann schließlich die knapp dreistündige Hauptshow mit „All My Life“. Dave Grohl bestimmte mit seiner enormen Energie das Tempo, die B-Stage brachte die Band mitten unter die Fans und bei „Everlong“ erhellte ein großes Feuerwerk den Berliner Nachthimmel. Die offiziellen Veranstaltungsseiten bestätigten die „Take Cover Tour“ sowie Fat Dog und IDLES als Support.
Fat Dog und IDLES eröffnen den frühen Konzerttag
Der Einlass ins Olympiastadion begann bereits um 14:45 Uhr, das musikalische Programm um 16:30 Uhr. Wer nicht nur die Foo Fighters, sondern den kompletten Konzerttag erleben wollte, musste entsprechend früh nach Westend kommen. Das lohnte sich allerdings, denn beide Support-Acts lieferten eine gute Show und wirkten nicht wie bloße Lückenfüller vor dem Headliner.
Fat Dog aus Süd-London eröffneten den Nachmittag mit einer wilden Mischung aus Punk, elektronischen Beats, Rave, Art-Pop und Rock. Die Band hat sich seit ihrem Debütalbum „WOOF.“ den Ruf erarbeitet, ihre Auftritte mit einer bewusst unberechenbaren Energie zu spielen. Auch in einem zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig gefüllten Olympiastadion funktionierte diese Mischung als ungewöhnlicher und durchaus mutiger Einstieg.
Mit IDLES folgte anschließend eine Band, die in ihrem Genre längst selbst große Hallen und Festivals füllt. Die 2009 in Bristol gegründete Formation verbindet Punk und Post-Punk mit gesellschaftlichen Themen, wuchtigen Gitarren und einer sehr direkten Live-Präsenz. Entsprechend wirkte ihr Auftritt nicht wie ein klassisches Vorprogramm, sondern wie eine eigenständige Show vor dem eigentlichen Stadionkonzert.
Gerade IDLES brachten noch einmal deutlich mehr Druck auf die Bühne. Als ihr Auftritt endete, war das Olympiastadion musikalisch eigentlich bestens auf die Foo Fighters vorbereitet. Doch zunächst rückte etwas ganz anderes in den Mittelpunkt.
Schwarzer Himmel und Räumung des Innenraums
Gegen 18:30 Uhr war der Himmel über dem Olympiastadion fast vollständig schwarz geworden. Leichter Regen setzte ein, kurz darauf folgte über die Stadionlautsprecher die Durchsage, dass eine Gewitterfront auf Berlin zurolle. Der gesamte Innenraum müsse deshalb umgehend geräumt werden.
Alle Zuschauer auf dem Rasen und in den vorderen Bereichen wurden aufgefordert, sich ruhig und zügig in die geschützten äußeren Umläufe des Stadions zu begeben. Gleichzeitig wurde ein Einlassstopp verhängt, sodass vorübergehend auch niemand mehr auf das Gelände kam. Nach Angaben der Polizei erfolgte die etwa 20-minütige Räumung auf Initiative des Veranstalters und des Sicherheitsdienstes.
Natürlich stellte sich in diesem Moment die Frage, ob der Konzertabend nur verspätet beginnen oder vielleicht sogar vollständig abgebrochen werden müsste. Der schwarze Himmel sah jedenfalls wenig beruhigend aus. Glücklicherweise blieb es bei leichtem Regen, während die eigentliche Gewitterfront offenbar am Olympiastadion vorbeizog.
Gegen 19:15 Uhr wurde der Innenraum wieder freigegeben. Der ursprünglich geplante Beginn der Foo Fighters war damit nicht mehr zu halten. Im Nachhinein erwies sich die Verzögerung jedoch fast als Vorteil: Eine große Stadionproduktion mit Rauch, Licht und beweglichen Bühnenelementen wirkt in der einsetzenden Dunkelheit schließlich deutlich stärker als bei hellem Tageslicht.
Roter Rauch, das FF-Logo und ein langer Steg ins Publikum
Gegen 19:35 Uhr war es schließlich so weit. Im Zentrum der Bühne prangte das große FF-Logo, rechts und links befanden sich LED-Wände mit integrierten Scheinwerfern. Hinzu kamen bewegliche Lichtblöcke, die sich im Verlauf des Abends immer wieder neu positionierten und unterschiedliche Bilder über die komplette Bühne zeichneten.
Dann stieg dichter roter Rauch empor. Innerhalb weniger Augenblicke waren nicht nur die Bühne, sondern auch Teile des vorderen Innenraums von Rauchschwaden durchzogen. Noch bevor der erste Song begann, entstand damit ein mächtiges Bild, das sofort deutlich machte: Hier sollte nicht gekleckert werden.
Dave Grohl erschien als erster Musiker und blieb nicht einfach am Mikrofon auf der Hauptbühne stehen. Er lief über den langen Steg, der bis zu einer kleineren B-Stage mitten in den Innenraum führte, und nahm damit bereits vor dem ersten Ton direkten Kontakt zum Publikum auf.
Kurz darauf setzte „All My Life“ ein.

Dave Grohls Energie bestimmt vom ersten Moment an das Tempo
Was mich an Dave Grohl immer wieder fasziniert, ist die Energie, die er auf die Bühne bringt. Er braucht keine lange Ansprache und kein langsames Aufwärmprogramm. Sobald er erscheint, ist sofort Speed in der Show – und diese Begeisterung überträgt sich innerhalb kürzester Zeit auf das gesamte Stadion.
Grohl steht nie lange an einer Stelle. Mal läuft er nach links, wenige Augenblicke später nach rechts und kurz darauf wieder hinaus auf den Steg. Gleichzeitig spielt er Gitarre, singt, kommuniziert mit seinen Bandmitgliedern und richtet sich immer wieder direkt an einzelne Bereiche des Stadions.
Der leichte Regen zu Beginn war dadurch schnell vergessen. Die Foo Fighters heizten ihrem Publikum ordentlich ein und ließen das wechselhafte Berliner Wetter innerhalb weniger Songs nebensächlich erscheinen. Gerade diese Mischung aus großer Bühne und unmittelbarer Ansprache sorgt dafür, dass selbst ein Stadion mit Zehntausenden Besuchern nicht vollkommen anonym wirkt.
Grohl erwähnte an diesem Abend mehrfach, dass es die größte eigene Headliner-Show sei, welche die Foo Fighters bislang in Deutschland gespielt hätten. Der Blick auf die fast vollständig besetzten Tribünen und den gefüllten Innenraum machte deutlich, welche Dimension dieser Auftritt inzwischen erreicht hatte.




Foto: Dennis Hahn · © Foo Fighters
Foo Fighters sind die Definition von Stadionrock
Wenn es den Begriff Stadionrock gibt, passt er auf die Foo Fighters. Die Band besitzt genügend große Songs, um ein Olympiastadion nicht nur zu bespielen, sondern tatsächlich auszufüllen. Gleichzeitig verlassen sich die Musiker nicht ausschließlich auf ihre bekannten Refrains, sondern verbinden die Songs mit einer sichtbaren Spielfreude und einer Produktion, die der Größe des Ortes gerecht wird.
Bereits der Auftakt war ein Statement. Auf „All My Life“ folgten „The Pretender“ und „Times Like These“. Andere Bands würden drei derart große Songs vermutlich über den ganzen Abend verteilen – die Foo Fighters spielten sie einfach direkt hintereinander.
Mit „Rope“, „Stacked Actors“, „My Hero“, „Learn to Fly“, „These Days“ und „Walk“ setzte sich dieser erste große Block fast ohne Verschnaufpause fort. Das Olympiastadion sang die Refrains mit, während Grohl permanent die Position wechselte und die Band immer wieder zu weiteren Steigerungen antrieb.
Die Foo Fighters sind längst aus dem Alternative Rock der 1990er-Jahre herausgewachsen und zu einer der beständigsten großen Rockbands ihrer Generation geworden. Was ursprünglich als weitgehend allein eingespieltes Projekt des ehemaligen Nirvana-Schlagzeugers begann, ist heute eine Band, die weltweit Stadien füllt.
Dave Grohl im Vordergrund – aber die Band bekommt ihren Raum
Dave Grohl ist klar der Frontmann und Mittelpunkt der Foo Fighters. Die Show trägt seine Handschrift, seine Stimme und vor allem seine Energie. Trotzdem vermittelt er nicht den Eindruck, dass die übrigen Musiker nur eine Begleitband im Hintergrund wären.
Nate Mendel, Pat Smear, Chris Shiflett, Rami Jaffee und Ilan Rubin besitzen selbst jahrzehntelange Erfahrung. Mehrere von ihnen haben bereits in anderen bekannten Bands und Projekten gespielt, bevor sie Teil der Foo Fighters wurden. Ilan Rubin wurde 2025 als neuer Schlagzeuger der Band vorgestellt und hatte zuvor unter anderem mit Nine Inch Nails und Angels & Airwaves gearbeitet.
Grohl kommunizierte während der Show immer wieder sichtbar mit seinen Musikern. Blicke, Gesten und kurze gemeinsame Momente zeigten, dass der Ablauf trotz der gewaltigen Produktion nicht vollständig mechanisch wirkte.
Bei der ausführlichen Bandvorstellung bekam schließlich jeder Musiker seinen eigenen Moment und Raum für ein kurzes Solo. Das war keine hastig abgearbeitete Pflichtvorstellung, sondern ein eigener Teil des Konzerts.


Foto: Dennis Hahn · © Foo Fighters
Dave Grohl zurück am Schlagzeug
Als Ilan Rubin an der Reihe war, wurden die Rollen kurzerhand getauscht. Dave Grohl nahm hinter dem Schlagzeug Platz, während Rubin die Gitarre übernahm. Für einige Minuten erinnerte Grohl daran, dass er ursprünglich selbst als Schlagzeuger weltberühmt wurde.
Der Wechsel wirkte nicht wie eine kleine Showeinlage, bei der der Frontmann für wenige Sekunden auf die Trommeln schlägt. Grohl spielte mit der Wucht und Sicherheit eines Musikers, der dieses Instrument nie wirklich verlassen hat.
Gleichzeitig bekam Ilan Rubin die Gelegenheit, sich außerhalb seiner eigentlichen Position zu präsentieren. Der Moment stand sinnbildlich für die gesamte Bandvorstellung: Grohl blieb der Mittelpunkt, gab seinen Mitmusikern aber bewusst Raum.
Rock ’n’ Roll braucht manchmal keine komplizierte Erklärung. Einer nimmt die Gitarre, der andere setzt sich ans Schlagzeug – und dann wird einfach gespielt.
Von Nirvana zu den größten Stadien
Der Weg von Dave Grohl bleibt bemerkenswert. Mit Nirvana feierte er bereits als junger Schlagzeuger Welterfolge. Nach dem Ende der Band hätte allein diese Geschichte für einen festen Platz in der Rockhistorie gereicht.
Doch Grohl gründete die Foo Fighters und entwickelte aus seinem eigenen Projekt eine der größten Rockbands der Gegenwart. Mehr als drei Jahrzehnte später läuft er noch immer über Stadionstege, spielt Gitarre, übernimmt zwischendurch das Schlagzeug und schafft es, Zehntausende Besucher gleichzeitig mitzuziehen.
Dabei wirkt seine Energie nicht wie eine einstudierte Rolle. Er vermittelt den Eindruck, wirklich genau dort sein zu wollen: auf einer großen Bühne, vor einem riesigen Publikum und umgeben von einer Band, die bereit ist, fast drei Stunden lang alles zu geben.
Lemmy-Tribut bei „No Son of Mine“
Nach „This Is a Call“ folgte mit „No Son of Mine“ einer der härteren Songs des Abends. In die Nummer integrierten die Foo Fighters ein Snippet von Motörheads „Ace of Spades“.
Die kurze Passage war ein Tribut an Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister und passte hervorragend in den druckvollen ersten Teil des Konzerts. Die Gitarren wurden noch einmal härter und direkter, während das Publikum den bekannten Abschnitt sofort erkannte.
Es war einer von mehreren Momenten, in denen die Foo Fighters an Menschen erinnerten, die Dave Grohl und die Band musikalisch oder persönlich geprägt haben.
Die B-Stage bringt Grohl mitten unter die Fans
Nach dem großen elektrischen Auftakt wechselte die Show auf die kleine Bühne am Ende des Stegs. Der Abschnitt auf der B-Stage wirkte deutlich intimer, obwohl natürlich noch immer Zehntausende Menschen im Olympiastadion zusahen.
Gerade das muss man als Band erst einmal beherrschen. Auf der Hauptbühne helfen riesige LED-Flächen, Lichtanlagen, Schlagzeug und mehrere Gitarren dabei, den Raum auszufüllen. Auf der kleinen B-Stage sind die Möglichkeiten deutlich reduzierter.
Trotzdem gelang es Grohl, die Aufmerksamkeit des gesamten Stadions auf diesen vergleichsweise kleinen Bereich zu lenken. Die räumliche Nähe zu den Fans im Innenraum gab diesem Abschnitt eine andere Wirkung und sorgte nach dem ersten lauten Block für einen willkommenen Kontrast.
„Wheels“ eröffnete den ruhigeren Teil, gefolgt von „Marigold“, „Window“ und „Big Me“. Die Stücke reduzierten die Lautstärke, nicht aber die Aufmerksamkeit des Publikums.
„Under You“ allein mit Dave Grohl
Besonders stark war „Under You“. Dave Grohl blieb allein mit seiner E-Gitarre auf der B-Stage zurück. Keine große Gitarrenwand, kein mächtiges Schlagzeug und keine riesige Hauptbühne im Rücken – nur Grohl, sein Instrument und das Publikum.
Gerade in einem Stadion ist ein solcher Moment riskant. Wenn die Spannung nicht stimmt, kann ein ruhiger Solosong schnell in der Größe des Ortes verloren gehen. Hier funktionierte das Gegenteil: Das Olympiastadion wirkte für einige Minuten kleiner und persönlicher.
Es zeigte sich erneut, dass eine große Rockshow nicht nur von maximaler Lautstärke lebt. Der Kontrast zwischen der reduzierten B-Stage und der später wieder vollständig aufdrehenden Hauptbühne gab dem Konzert zusätzliche Dynamik.
„Aurora“ erinnert an Taylor Hawkins
Mit „Aurora“ wurde es im späteren Verlauf des Abends emotional. Der Song erinnerte an den 2022 verstorbenen Foo-Fighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins und gehört inzwischen zu den festen Tribute-Momenten der Band.
„Aurora“ besitzt ohnehin eine schwebende, fast melancholische Atmosphäre. Im Olympiastadion bekam der Song durch den Gedanken an Hawkins noch einmal eine andere Bedeutung. Statt maximaler Härte entstand ein stillerer, gemeinschaftlicher Moment inmitten der großen Stadionproduktion.
Der Song spielte bereits beim offiziellen Taylor-Hawkins-Tribute im Londoner Wembley Stadium eine zentrale Rolle und wurde von den Foo Fighters auch danach immer wieder mit dem verstorbenen Schlagzeuger verbunden.
„The Teacher“ als persönlicher Song für Grohls Mutter
Auch „The Teacher“ war mehr als nur ein weiterer Song der Setlist. Dave Grohl schrieb das fast zehnminütige Stück in Erinnerung an seine Mutter Virginia, die 2022 starb. Er bezeichnete es später als eines der wichtigsten Musikstücke, die er je geschrieben habe.
Live nimmt sich der Song bewusst Zeit. Er folgt keiner einfachen Stadionrock-Formel, sondern entwickelt sich in mehreren Phasen, wird lauter, zieht sich wieder zurück und steigert sich erneut.
Gerade nach den vielen großen und unmittelbar zugänglichen Hymnen wirkte „The Teacher“ wie ein persönlicher Blick hinter die energiegeladene Fassade des Frontmanns. Der Song erinnert daran, dass die jüngere Geschichte der Foo Fighters nicht nur von großen Shows, sondern auch von schweren Verlusten geprägt ist.




Foto: Dennis Hahn · © Foo Fighters
Zurück auf der Hauptbühne: volle Geschwindigkeit bis zum Finale
Nach dem ruhigeren Abschnitt auf der B-Stage kehrte die Band zur vollen Besetzung und Lautstärke zurück. „La Dee Da“ und „Run“ beschleunigten das Konzert erneut, bevor „Monkey Wrench“ und „Breakout“ das Olympiastadion wieder vollständig in Bewegung brachten.
„The Sky Is a Neighborhood“ nutzte die gesamte Breite der Bühne. Zu diesem Zeitpunkt war es längst dunkel geworden, sodass die LED-Wände, die beweglichen Lichtblöcke und die Scheinwerfer ihre volle Wirkung entfalten konnten.
Bei „Best of You“ verwandelte sich das Stadion schließlich in einen einzigen großen Chor. Der langgezogene Refrain gehört zu jenen Momenten, bei denen nicht nur der Innenraum, sondern auch die weit entfernten Ränge laut mitsingen.
Nach „The Teacher“ folgte mit „Exhausted“ noch einmal ein tiefer Griff in die frühe Geschichte der Foo Fighters. Danach blieb nur noch ein Song übrig.
Feuerwerk bei „Everlong“: Klotzen, nicht kleckern
Natürlich konnte dieser Konzertabend nur mit „Everlong“ enden. Bereits bei den ersten Akkorden wusste jeder im Stadion, dass nun das große Finale begonnen hatte.
Doch die Foo Fighters beließen es nicht beim musikalischen Höhepunkt. In den letzten rund eineinhalb Minuten des Songs begann ein großes Feuerwerk: hinter der Bühne und rundherum auf dem Dach des Olympiastadions schossen die Effekte in den Nachthimmel.
Das war genau jener Moment, der zu einer großen Stadionshow gehört. Klotzen, nicht kleckern. Wenn eine Band ein nahezu ausverkauftes Olympiastadion bespielt und zuvor fast drei Stunden alles gegeben hat, darf auch das Ende entsprechend groß ausfallen.
Die Kombination aus „Everlong“, der vollständig erleuchteten Bühne, dem Feuerwerk über dem Stadion und den Zehntausenden mitsingenden Fans setzte den passenden Schlusspunkt unter diesen Abend.
Gehören die Foo Fighters zu den größten Rockbands der Gegenwart?
Ganz klar: ja. Natürlich lässt sich darüber diskutieren, wie man „Größe“ genau definiert. Geht es um Verkaufszahlen, die Zahl der Hits, die Dauer einer Karriere, den Einfluss oder die Fähigkeit, große Stadien zu füllen?
Bei den Foo Fighters kommt vieles davon zusammen. Die Band besitzt einen Katalog voller Songs, die längst zum kollektiven Rockgedächtnis gehören. Gleichzeitig wirkt sie auf der Bühne nicht wie ein nostalgischer Rückblick auf vergangene Erfolge.
Dave Grohl und seine Mitmusiker spielen diese Songs mit einer Energie, die auch nach Jahrzehnten nicht nach Routine aussieht. Genau deshalb funktioniert die Band im Olympiastadion – und genau deshalb passt der Begriff Stadionrock auf kaum eine andere aktuelle Rockband so gut.
Setlist der Foo Fighters in Berlin am 1. Juli 2026
- All My Life
- The Pretender
- Times Like These
- Rope
- Stacked Actors
- My Hero
- Learn to Fly
- These Days
- Walk
- This Is a Call
- No Son of Mine / Ace of Spades – Motörhead-Snippet
- Wheels – akustisch
- Marigold – Late!-Cover
- Window
- Big Me
- Under You – Dave Grohl solo
- La Dee Da
- Run
- Bandvorstellung und Solos
- Monkey Wrench
- Breakout
- The Sky Is a Neighborhood
- Aurora
- Best of You
- The Teacher
- Exhausted
- Everlong
Die Show begann gegen 19:35 Uhr und endete gegen 22:30 Uhr. Die Reihenfolge entspricht der Berliner Setlist der „Take Cover Tour“.
Dennis’ Fazit zum Foo-Fighters-Konzert in Berlin
Der Konzertabend begann mit einer Wetterwarnung, einer vorübergehenden Räumung des Innenraums und der Ungewissheit, wie es weitergehen würde. Er endete mit „Everlong“, einem Feuerwerk rund um das Dach des Olympiastadions und der Erkenntnis, dass die Foo Fighters diese gewaltige Bühne vollkommen ausfüllen können.
Die Band lieferte keine sterile Hochglanzshow, bei der jeder Schritt wichtiger als die Musik ist. Natürlich war die Produktion groß: LED-Wände, bewegliche Lichtelemente, roter Rauch, ein langer Steg, eine B-Stage und schließlich das große Feuerwerk. Im Zentrum standen trotzdem immer die Songs und die Musiker.
Am meisten beeindruckte mich erneut Dave Grohl. Seine Energie ist der Motor des gesamten Konzerts. Er singt, spielt Gitarre, läuft über die Bühne, kommuniziert mit den Fans und seinen Musikern, setzt sich zwischendurch selbst ans Schlagzeug und gibt dabei fast drei Stunden lang das Tempo vor.
Gleichzeitig gab es an diesem Abend viele persönliche Momente. Das Lemmy-Tribut bei „No Son of Mine“, „Aurora“ in Erinnerung an Taylor Hawkins und „The Teacher“ für Grohls Mutter gaben der Show eine emotionale Ebene, die über eine reine Aneinanderreihung von Hits hinausging.
Der Regen war schnell vergessen, die Gewitterfront blieb aus und der verspätete Beginn ließ die Lichtshow sogar stärker zur Geltung kommen. Der angekündigte Sturm traf das Olympiastadion nicht vom Himmel – dafür kam er kurze Zeit später von der Bühne.
Die Foo Fighters gehören aktuell zu den größten Rockbands der Welt. Nach diesem Berliner Abend besteht daran für mich kein Zweifel.

Fakten zum Foo-Fighters-Konzert in Berlin
- Band: Foo Fighters
- Tour: Take Cover Tour 2026
- Datum: Mittwoch, 1. Juli 2026
- Ort: Olympiastadion Berlin
- Einlass: 14:45 Uhr
- Programmbeginn: 16:30 Uhr
- Support: Fat Dog und IDLES
- Foo Fighters: gegen 19:35 Uhr
- Konzertende: gegen 22:30 Uhr
- Dauer der Hauptshow: knapp drei Stunden
- Besonderheit: vorübergehende Räumung des Innenraums wegen einer Gewitterwarnung
- Finale: „Everlong“ mit großem Feuerwerk rund um das Stadiondach und hinter der Bühne
Weitere Hintergründe zur Tour stehen in unserer Ankündigung zur Foo-Fighters-Show im Olympiastadion. Der Konzertabend gehört außerdem zu den großen Terminen in unserem Überblick der Olympiastadion-Konzerte 2026.
FAQ zum Foo-Fighters-Konzert in Berlin 2026
Wann spielten die Foo Fighters 2026 in Berlin?
Die Foo Fighters spielten am 1. Juli 2026 im Olympiastadion Berlin. Das Konzert war Teil ihrer „Take Cover Tour 2026“.
Welche Vorbands traten bei den Foo Fighters in Berlin auf?
Als Support-Acts standen Fat Dog und IDLES auf der Bühne. Besonders IDLES sind im Punk- und Post-Punk-Bereich längst selbst eine international bekannte Liveband.
Warum wurde der Innenraum des Olympiastadions geräumt?
Gegen 18:30 Uhr wurde vor einer herannahenden Gewitterfront gewarnt. Der komplette Innenraum musste deshalb vorübergehend geräumt werden, während gleichzeitig ein Einlassstopp galt. Da das Unwetter am Stadion vorbeizog, konnte der Innenraum gegen 19:15 Uhr wieder freigegeben werden.
Wann begannen die Foo Fighters in Berlin?
Die Foo Fighters sollten ursprünglich gegen 19 Uhr beginnen. Wegen der Wetterunterbrechung startete die Show schließlich gegen 19:45 Uhr.
Wie lange dauerte das Foo-Fighters-Konzert?
Die Show dauerte knapp drei Stunden. Die Foo Fighters begannen gegen 19:30 Uhr und beendeten das Konzert gegen 22:30 Uhr mit „Everlong“.
Welche besonderen Tributes gab es während des Konzerts?
Bei „No Son of Mine“ integrierten die Foo Fighters ein Snippet von Motörheads „Ace of Spades“ als Erinnerung an Lemmy Kilmister. „Aurora“ war Taylor Hawkins gewidmet, während Dave Grohl mit „The Teacher“ an seine verstorbene Mutter Virginia erinnerte.
Gab es bei „Everlong“ ein Feuerwerk?
Ja. In den letzten rund eineinhalb Minuten von „Everlong“ wurde ein großes Feuerwerk hinter der Bühne und rund um das Dach des Olympiastadions gezündet.
Welche Songs spielten die Foo Fighters in Berlin?
Auf der Setlist standen unter anderem „All My Life“, „The Pretender“, „Times Like These“, „My Hero“, „Learn to Fly“, „Monkey Wrench“, „Best of You“, „The Teacher“ und „Everlong“. Insgesamt umfasste die Show 27 Programmpunkte einschließlich Bandvorstellung und Solos.












