„The Heart of the Matter“ zeigt vier Jahrzehnte Carrie Mae Weems
C/O Berlin widmet der US-amerikanischen Künstlerin Carrie Mae Weems derzeit eine umfangreiche Retrospektive. Unter dem Titel „The Heart of the Matter“ sind bis zum 3. Februar 2027 mehr als 100 Fotografien und Videos aus über vier Jahrzehnten zu sehen. Es ist die erste umfassende Retrospektive von Carrie Mae Weems in Berlin.
Die Ausstellung reicht von frühen autobiografischen Arbeiten über die berühmte „Kitchen Table Series“ bis zu neueren Werkgruppen wie „Preach“. Immer wieder geht es um Erinnerung, Familie, gesellschaftliche Machtverhältnisse und die Frage, wer in Bildern und historischen Erzählungen sichtbar wird.
Update vom 26. September 2026, 09:00 Uhr
⚡ Kurz zusammengefasst
„Carrie Mae Weems – The Heart of the Matter“ läuft bis 3. Februar 2027 bei C/O Berlin im Amerika Haus. Die Retrospektive umfasst mehr als 100 Fotografien und Videos. Regulär ist das Ausstellungshaus täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 15 Euro, ermäßigt kostet der Eintritt 8 Euro, Besucher bis einschließlich 18 Jahre kommen kostenlos hinein.
Für heute, Samstag, 26. September, gibt es eine wichtige Besonderheit: Ein Teil der Ausstellung ist nur eingeschränkt zugänglich und ab 14 Uhr geschlossen. Wer speziell wegen Carrie Mae Weems kommt, sollte den Besuch deshalb möglichst auf den Vormittag legen.
Warum Carrie Mae Weems zu den bedeutenden Fotokünstlerinnen der Gegenwart gehört
Carrie Mae Weems wurde 1953 in Portland im US-Bundesstaat Oregon geboren. Seit mehr als vier Jahrzehnten arbeitet sie mit Fotografie, Text, Video, Audio und Installation.
Ihre Werke beschäftigen sich häufig damit, wie Bilder unsere Wahrnehmung von Geschichte und Gesellschaft prägen. Persönliche Erfahrungen und Familiengeschichten verbindet Weems dabei mit größeren Fragen nach Zugehörigkeit, Macht und Repräsentation.
Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zu ihren Ehrungen gehören unter anderem ein MacArthur Fellowship und die National Medal of Arts. Werke von Weems befinden sich in bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art, dem Museum of Modern Art und der Tate Modern.
Die „Kitchen Table Series“ gehört zu den Höhepunkten
Eine der bekanntesten Werkgruppen der Ausstellung ist die „Kitchen Table Series“ von 1990. Carrie Mae Weems fotografierte sich darin selbst an einem Küchentisch und entwickelte aus einer alltäglichen Situation eine vielschichtige Erzählung über Beziehungen und gesellschaftliche Rollen.
Der Tisch wird zur Bühne für Partnerschaft, Mutterschaft, Freundschaft, Einsamkeit und Selbstbestimmung. Personen kommen und gehen, während der Ort selbst unverändert bleibt.
Gerade durch diese Konzentration auf einen einzigen Raum entfaltet die Serie ihre Wirkung. Sie gehört heute zu den bekanntesten Arbeiten von Carrie Mae Weems und nimmt auch in der Berliner Retrospektive eine zentrale Rolle ein.
Frühe Familienbilder treffen auf große gesellschaftliche Fragen
Die Ausstellung beginnt deutlich früher in Weems‘ Karriere. In der Werkgruppe „Family Pictures and Stories“ von 1978 bis 1984 verbindet sie Aufnahmen ihrer eigenen Familie mit autobiografischen Texten.
Aus privaten Momenten entsteht dabei eine größere Erzählung über Erinnerung, Herkunft und gesellschaftliche Identität. Familie wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines kulturellen und historischen Zusammenhangs.
Diese Verbindung zwischen persönlichen Erfahrungen und größeren politischen oder gesellschaftlichen Strukturen zieht sich durch viele Arbeiten der Künstlerin.
Museen, Denkmäler und die Frage nach Sichtbarkeit
Später richtet Carrie Mae Weems ihren Blick zunehmend auf öffentliche Räume und Institutionen. Dazu gehören Filmstudios, historische Orte, Museen und Denkmäler.
In der Serie „Museums“ setzt sie sich mit großen Kulturinstitutionen auseinander. Dabei geht es nicht nur um Architektur, sondern auch um die Frage, welche Geschichten solche Institutionen erzählen und welche Perspektiven darin vorkommen.
Weems untersucht damit immer wieder, wie Geschichte dargestellt wird – und wer in dieser Darstellung möglicherweise fehlt.
„Preach“ führt die Retrospektive bis in die Gegenwart
Mit „Preach“ aus dem Jahr 2024 zeigt C/O Berlin auch eine sehr aktuelle Werkgruppe.
Carrie Mae Weems beschäftigt sich darin mit Schwarzen Glaubensgemeinschaften, Spiritualität und deren Bedeutung für Gemeinschaft und Widerstand. Ältere Fotografien werden mit neueren Bildern kombiniert und verbinden verschiedene Generationen miteinander.
Dadurch endet „The Heart of the Matter“ nicht bei den bekannten Arbeiten der 1980er- und 1990er-Jahre. Die Ausstellung reicht bis in die aktuelle künstlerische Arbeit von Carrie Mae Weems.
„Leave Now!“ verbindet Familiengeschichte und Illusion
Eine der ungewöhnlicheren Arbeiten der Retrospektive ist die Videoinstallation „Leave Now!“ aus dem Jahr 2022.
Darin greift Carrie Mae Weems eine Geschichte ihres Großvaters Frank Weems auf. Er war Pachtbauer in Arkansas und Mitglied der Southern Tenant Farmers‘ Union.
Für die Installation nutzt Weems unter anderem den sogenannten „Pepper’s Ghost“-Effekt. Die Illusionstechnik stammt aus dem 19. Jahrhundert und ermöglicht geisterhaft wirkende Erscheinungen. Persönliche Familiengeschichte, politische Vergangenheit und theatrale Inszenierung treffen so unmittelbar aufeinander.
Mehr als 100 Fotografien und Videos
Die Retrospektive ist bewusst breit angelegt. Mehr als 100 Fotografien und Videos zeigen unterschiedliche Phasen und Arbeitsweisen von Carrie Mae Weems.
Neben dokumentarischen Aufnahmen stehen inszenierte Selbstporträts, konzeptuelle Serien und Videoinstallationen. Dadurch wirkt die Ausstellung weniger wie eine streng chronologische Biografie als wie eine Reise durch wiederkehrende Themen.
Kuratiert wurde „The Heart of the Matter“ von Sarah Hermanson Meister von Aperture. Für C/O Berlin wurde die Ausstellung von Boaz Levin adaptiert.
Audioguide mit Carrie Mae Weems
Zur Ausstellung gehört ein Audioguide, in dem Carrie Mae Weems selbst über ihr Leben und ihre Arbeiten spricht.
Das gibt dem Rundgang eine zusätzliche persönliche Ebene. Statt ausschließlich kunsthistorische Einordnungen zu hören, können Besucher ausgewählte Werke direkt mit den Gedanken der Künstlerin verbinden.
Zusätzlich hat C/O Berlin einen begleitenden Podcast veröffentlicht, in dem Weems unter anderem über Bilder, Erinnerung, ihre künstlerische Arbeit und ihre Verbindung zu Berlin spricht.
Öffnungszeiten von C/O Berlin
C/O Berlin ist regulär täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.
Am heutigen 26. September 2026 gibt es allerdings eine Ausnahme: Ein Teil von „The Heart of the Matter“ ist nur eingeschränkt zugänglich und wird ab 14 Uhr geschlossen.
Wer die Carrie-Mae-Weems-Retrospektive heute möglichst vollständig sehen möchte, sollte deshalb eher am Vormittag kommen.
Eintritt: Das kosten Tickets bei C/O Berlin
Der reguläre Eintritt bei C/O Berlin beträgt aktuell 15 Euro.
Regulär: 15 Euro
Ermäßigt: 8 Euro
Kulturzugang: 4 Euro
Bis einschließlich 18 Jahre: Eintritt frei
Gruppen ab 10 Personen: 12 Euro regulär beziehungsweise 6 Euro ermäßigt pro Person
Mit dem Eintritt lassen sich auch die parallel laufenden Ausstellungen besuchen.
Tickets sind online sowie vor Ort erhältlich.
Kostenlose Führungen am Wochenende
Samstags und sonntags bietet C/O Berlin öffentliche Führungen durch die aktuellen Ausstellungen an.
Die deutschsprachige Führung beginnt um 14 Uhr, die englischsprachige Führung um 15:30 Uhr.
Die Teilnahme ist bereits im regulären Eintrittspreis enthalten. Eine vorherige Online-Buchung ist für die öffentlichen Führungen nicht erforderlich; die Anmeldung erfolgt vor Ort.
Gerade bei einer umfangreichen Retrospektive wie „The Heart of the Matter“ kann eine Führung zusätzliche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Werkgruppen sichtbar machen.
Am 2. November ist der Eintritt kostenlos
Wer bei der Terminwahl flexibel ist, kann sich Montag, den 2. November 2026, vormerken.
Im Rahmen von „Extend Your Weekend“ öffnet C/O Berlin an diesem Tag von 11 bis 20 Uhr bei freiem Eintritt.
Das kostenlose Angebot umfasst neben „The Heart of the Matter“ auch die parallel laufenden Ausstellungen. Gerade für Besucher, die mehrere Positionen sehen möchten, ist das ein interessanter Termin.
Weitere Ausstellungen gleichzeitig bei C/O Berlin
Parallel zur Carrie-Mae-Weems-Retrospektive zeigt C/O Berlin zwei Ausstellungen des After Nature Prize 26.
Zu sehen sind Stelios Kallinikou mit „Cliffs Among Dreams“ und Susanne Kriemann mit „Im Fieber der Sonne flattern Schmetterlinge im Bauch“. Beide Ausstellungen laufen bis zum 20. Januar 2027.
Damit lässt sich ein Besuch gut auf mehrere fotografische und künstlerische Positionen ausweiten. Für Carrie Mae Weems allein sollte trotzdem ausreichend Zeit eingeplant werden.
Wie viel Zeit sollte man für die Ausstellung einplanen?
Wer nur einen schnellen Rundgang machen möchte, kann die wichtigsten Arbeiten innerhalb einer guten Stunde sehen. Für die gesamte Retrospektive würde ich allerdings eher 90 Minuten bis zwei Stunden einplanen.
Gerade die größeren Serien funktionieren besser, wenn man sich die Bildfolgen und begleitenden Texte genauer ansieht. Hinzu kommen Videos und Installationen, für die zusätzliche Zeit notwendig ist.
Wer außerdem noch die beiden anderen aktuellen Ausstellungen bei C/O Berlin besuchen möchte, kann problemlos einen halben Nachmittag im Amerika Haus verbringen.
Anreise zu C/O Berlin
C/O Berlin befindet sich im Amerika Haus in der Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin, unmittelbar am Bahnhof Zoologischer Garten.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Die einfachste Anreise führt zum S+U Bahnhof Zoologischer Garten. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Amerika Haus.
Vom Hauptbahnhof dauert die Fahrt ungefähr 10 bis 15 Minuten. Vom Alexanderplatz sollte man etwa 15 bis 20 Minuten einplanen, vom Potsdamer Platz rund 15 Minuten.
Durch die zentrale Lage am Bahnhof Zoo ist C/O Berlin aus nahezu allen Teilen der Stadt gut erreichbar.
Mit dem Auto
Wer mit dem Auto kommt, findet rund um den Zoologischen Garten mehrere kostenpflichtige Parkmöglichkeiten. Dazu gehört auch das Parkhaus am Zoo.
Vom Hauptbahnhof oder Alexanderplatz dauert die Fahrt je nach Verkehr ungefähr 15 bis 25 Minuten.
Gerade am Wochenende kann es rund um Bahnhof Zoo und Kurfürstendamm allerdings deutlich voller werden. Für einen Museumsbesuch ist die Anreise mit Bus oder Bahn meist unkomplizierter.
Mit dem Fahrrad
Aus Mitte, Tiergarten und Charlottenburg lässt sich C/O Berlin gut mit dem Fahrrad erreichen.
Vom Hauptbahnhof sind ungefähr 15 Minuten, vom Potsdamer Platz etwa 15 bis 20 Minuten und vom Alexanderplatz ungefähr 25 Minuten einzuplanen.
Hinweis zur Barrierefreiheit
Aktuell ist der Aufzug bei C/O Berlin außer Betrieb.
Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität ist das eine wichtige Information bei der Planung des Besuchs. Durch den Ausfall können einzelne Bereiche schwieriger oder nicht ohne Weiteres erreichbar sein.
💡 Dennis’ Tipp
Wer die Ausstellung heute am 26. September sehen möchte, würde ich klar den Vormittag empfehlen. Durch die Einschränkungen ab 14 Uhr ist ein später Besuch speziell für Carrie Mae Weems heute nicht die beste Wahl.
An einem normalen Öffnungstag würde ich mindestens 90 Minuten bis zwei Stunden einplanen. Besonders die „Kitchen Table Series“, „Preach“ und die Videoinstallationen profitieren davon, wenn man sich nicht nur schnell durch die Räume bewegt.
Wer zeitlich flexibel ist und beim Eintritt sparen möchte, kann sich außerdem den 2. November vormerken. Dann ist C/O Berlin kostenlos zugänglich.
📌 Faktenbox: Carrie Mae Weems bei C/O Berlin
Ausstellung: Carrie Mae Weems – The Heart of the Matter
Laufzeit: 12. September 2026 bis 3. Februar 2027
Ort: C/O Berlin im Amerika Haus
Adresse: Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin
Umfang: mehr als 100 Fotografien und Videos
Besonderheit: erste umfassende Carrie-Mae-Weems-Retrospektive in Berlin
Öffnungszeiten: täglich 11:00–20:00 Uhr
Eintritt: 15 Euro
Ermäßigt: 8 Euro
Kulturzugang: 4 Euro
Bis einschließlich 18 Jahre: Eintritt frei
Öffentliche Führungen: Samstag und Sonntag
Deutsch: 14:00 Uhr
Englisch: 15:30 Uhr
Führungen: im Eintritt enthalten
Kostenloser Eintritt: 2. November 2026
ÖPNV: S+U Zoologischer Garten
Heute, 26. September: Teil der Ausstellung eingeschränkt und ab 14 Uhr geschlossen
Barrierefreiheit: Aufzug derzeit außer Betrieb
❓ FAQ zu Carrie Mae Weems bei C/O Berlin
Wie lange läuft die Carrie-Mae-Weems-Ausstellung in Berlin?
„The Heart of the Matter“ ist bis zum 3. Februar 2027 bei C/O Berlin zu sehen.
Wie viele Werke werden gezeigt?
Die Retrospektive umfasst mehr als 100 Fotografien und Videos aus über vier Jahrzehnten.
Was kostet der Eintritt?
Der reguläre Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 8 Euro. Besucher bis einschließlich 18 Jahre haben freien Eintritt.
Wann ist C/O Berlin geöffnet?
Das Ausstellungshaus ist regulär täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.
Ist die Carrie-Mae-Weems-Ausstellung heute vollständig geöffnet?
Am 26. September 2026 ist ein Teil der Ausstellung eingeschränkt zugänglich und ab 14 Uhr geschlossen.
Gibt es öffentliche Führungen?
Ja. Samstags und sonntags beginnt eine deutschsprachige Führung um 14 Uhr, die englische Führung um 15:30 Uhr. Die Teilnahme ist im Eintritt enthalten.
Wann kann man C/O Berlin kostenlos besuchen?
Am 2. November 2026 ist der Eintritt im Rahmen von „Extend Your Weekend“ kostenlos.
Welche bekannten Werke von Carrie Mae Weems sind zu sehen?
Zu den wichtigen Arbeiten gehören unter anderem die „Kitchen Table Series“, frühe Familienarbeiten, „Museums“, „Preach“ sowie die Videoinstallation „Leave Now!“.
Wo befindet sich C/O Berlin?
C/O Berlin liegt im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22–24 in 10623 Berlin, direkt am Bahnhof Zoologischer Garten.
Wie viel Zeit sollte man für die Ausstellung einplanen?
Für einen ausführlichen Besuch sind ungefähr 90 Minuten bis zwei Stunden sinnvoll.













