Rutz bleibt Berlins einziges Drei-Sterne-Restaurant, die vier Zwei-Sterne-Häuser behaupten ihre Position – Bieberbau, prism und Skykitchen stehen nicht mehr in der aktuellen Sterneliste
Berlins kulinarischer Sternenhimmel ist 2026 etwas kleiner geworden. Bei der Verleihung des Guide Michelin Deutschland am Dienstagabend, den 23. Juni 2026, wurden insgesamt 19 Berliner Restaurants mit mindestens einem der begehrten roten Sterne ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr waren es noch 22 Restaurants.
An der Spitze gibt es keine Veränderung: Das Rutz in Mitte bleibt Berlins einziges Drei-Sterne-Restaurant und gehört damit weiterhin zur kleinen Spitzengruppe der besten Restaurants Deutschlands. Auch CODA Dessert Dining, FACIL, Horváth und das Restaurant Tim Raue konnten ihre jeweils zwei Sterne verteidigen.
Bewegung gibt es dagegen in der Ein-Stern-Kategorie. Hier sinkt die Zahl der Berliner Restaurants von 17 auf 14. Neue Sterne wurden in der Hauptstadt diesmal nicht vergeben. Das prism hatte bereits im August 2025 geschlossen. Bieberbau und Skykitchen sind weiterhin geöffnet, gehören nach der Neubewertung aber nicht mehr zu den aktuell ausgezeichneten Sternerestaurants.
Kurz zusammengefasst
Berlin besitzt nach der Michelin-Neubewertung 2026 insgesamt 19 Sternerestaurants mit zusammen 25 roten Sternen.
Die Verteilung:
- ein Restaurant mit drei Sternen
- vier Restaurants mit zwei Sternen
- 14 Restaurants mit einem Stern
- keine neuen Berliner Sternerestaurants
- drei Restaurants weniger als 2025
- Rutz bleibt Berlins einziges Drei-Sterne-Restaurant
- CODA, FACIL, Horváth und Tim Raue behalten zwei Sterne
- Bieberbau, prism und Skykitchen stehen nicht mehr in der Sterneliste
- Byblos und Salhino erhalten neu den Bib Gourmand
- insgesamt gibt es neun Berliner Bib-Gourmand-Restaurants
2025 hatte Berlin noch 22 ausgezeichnete Restaurants mit zusammen 28 Sternen. Die neue Ausgabe bringt damit einen Rückgang um drei Restaurants und drei Sterne, ohne dass sich die Bewertung der Berliner Spitzenhäuser verändert hat.
Michelin Sterne in Berlin: 2025 und 2026 im Vergleich
| Auszeichnung | 2025 | 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Drei-Sterne-Restaurants | 1 | 1 | unverändert |
| Zwei-Sterne-Restaurants | 4 | 4 | unverändert |
| Ein-Stern-Restaurants | 17 | 14 | minus 3 |
| Sternerestaurants insgesamt | 22 | 19 | minus 3 |
| Rote Michelin-Sterne insgesamt | 28 | 25 | minus 3 |
| Neue Berliner Sternerestaurants | 3 | 0 | minus 3 |
Im oberen Bereich zeigt sich damit eine bemerkenswerte Stabilität. Alle fünf Berliner Restaurants mit zwei oder drei Sternen verteidigen ihre Position. Der Rückgang betrifft ausschließlich die Ein-Stern-Kategorie.
Das einzige Drei-Sterne-Restaurant in Berlin
⭐⭐⭐ Rutz – Mitte
Das Rutz bleibt auch 2026 die unangefochtene Nummer eins der Berliner Spitzengastronomie. Unter der kulinarischen Leitung von Marco Müller verbindet das Restaurant saisonale Produkte, Zutaten aus Berlin und Brandenburg sowie eine stark naturbezogene Küche mit technisch höchster Präzision.
Das Menü entwickelt aus vermeintlich vertrauten regionalen Produkten komplexe und eigenständige Geschmacksbilder. Gemüse, Kräuter, Fisch, Fleisch, Fermentation und besondere Produkte aus der unmittelbaren Umgebung stehen dabei nicht nur als Herkunftsversprechen auf der Karte, sondern bilden den Kern der kulinarischen Handschrift.
Drei Michelin-Sterne stehen für eine außergewöhnliche Küche, die eine eigene Reise wert ist. Das Rutz gehört 2026 zu lediglich zwölf Restaurants in Deutschland, die diese höchste Auszeichnung tragen.
Kiez: Mitte
Küche: modern, kreativ, regional und saisonal
Besonderheit: einziges Drei-Sterne-Restaurant Berlins
Die vier Zwei-Sterne-Restaurants in Berlin
⭐⭐ CODA Dessert Dining – Neukölln
Das CODA hat aus dem Dessert ein vollständiges Fine-Dining-Konzept entwickelt. René Frank und sein Team lösen die klassische Trennung zwischen herzhaftem Menü und süßem Abschluss auf. Statt überladener Süße stehen hochwertige Grundprodukte, Texturen, Säure, Röstaromen, Fermentation und ein präziser Umgang mit natürlicher Süße im Mittelpunkt.
Das Restaurant zeigt, dass Patisserie deutlich mehr sein kann als Kuchen, Schokolade und ein letzter Gang. Das gesamte Menü folgt einer eigenen Dramaturgie und macht das CODA zu einem der ungewöhnlichsten Zwei-Sterne-Restaurants Deutschlands.
Kiez: Neukölln
Küche: innovatives Dessert Dining und moderne Patisserie
Besonderheit: vollständiges Menü rund um neu interpretierte Desserts
⭐⭐ FACIL – Potsdamer Platz
Das FACIL gehört seit vielen Jahren zu den verlässlichsten Spitzenrestaurants der Hauptstadt. Im gläsernen Pavillon des THE MANDALA am Potsdamer Platz treffen Michael Kempfs moderne Küche, ein ruhiges Ambiente und eine ungewöhnlich grüne Atmosphäre mitten in der Stadt aufeinander.
2026 feiert das Restaurant sein 25-jähriges Bestehen mit besonderen Menüs, Kochkursen, einem Podcast und einem großen Wiedersehen ehemaliger Teammitglieder. Mehr über das Jubiläumsjahr lest ihr in unserem Artikel:
25 Jahre FACIL: Das Jubiläums-Spektakel über den Dächern Berlins
Kiez: Potsdamer Platz
Küche: moderne, produktbezogene Fine-Dining-Küche
Besonderheit: gläserner Gartenpavillon im THE MANDALA
⭐⭐ Horváth – Kreuzberg
Das Horváth am Landwehrkanal zählt zu den eigenständigsten Restaurants Berlins. Sebastian Frank entwickelt aus österreichischen Erinnerungen, Gemüse, regionalen Produkten und traditionellen Konservierungstechniken eine sehr persönliche Küche.
Viele Gerichte wirken zunächst reduziert, entfalten aber durch Fermentation, intensive Fonds, Rauch, Säure und ungewöhnliche Texturen eine große geschmackliche Tiefe. Gemüse übernimmt häufig die Hauptrolle, ohne dass das Konzept ausschließlich vegetarisch sein muss.
Kiez: Kreuzberg
Küche: moderne österreichische Küche mit starkem Gemüsefokus
Besonderheit: persönliche Interpretation österreichischer Geschmackswelten
⭐⭐ Restaurant Tim Raue – Kreuzberg
Tim Raue verbindet intensive asiatisch inspirierte Aromen mit Berliner Biografie, präzisem Handwerk und einer unverwechselbaren Balance aus Süße, Säure und Schärfe. Das Restaurant gehört seit Jahren zu den international bekanntesten kulinarischen Adressen der Stadt.
Neben dem regulären Menü bietet das Haus seit Mai 2026 freitags und samstags ein früheres Fünf-Gang-Seating an. Alle Informationen dazu findet ihr hier:
Restaurant Tim Raue: Frühes „Early Kolibri“-Dinner ab 17 Uhr
Kiez: Kreuzberg
Küche: asiatisch inspirierte Spitzenküche mit Berliner Bezügen
Besonderheit: intensive Aromatik und bekannte Signature-Gerichte
Alle 14 Ein-Stern-Restaurants in Berlin 2026
⭐ Bandol sur mer – Mitte
Das kleine Restaurant an der Chausseestraße verbindet kreative Küche, hochwertige Produkte und eine bewusst reduzierte Inszenierung. Die Atmosphäre bleibt angenehm unprätentiös, während die Gerichte technisch anspruchsvoll und aromatisch präzise aufgebaut sind.
Küche: kreativ und modern
⭐ Bonvivant – Schöneberg
Das Bonvivant steht für eine moderne pflanzenbasierte Küche, die Fine Dining mit einer entspannten Schöneberger Atmosphäre verbindet. Das Restaurant hat seinen früheren Zusatz „Cocktail Bistro“ inzwischen abgelegt und das Profil als vegane Gourmetadresse weiter geschärft.
Auch die alkoholfreien Begleitungen, das Sharing-Konzept und die Verbindung aus Restaurant, Brunch und Veranstaltungsraum gehören zur besonderen Identität des Hauses.
Unser ausführlicher Bericht:
Bonvivant: Berlins veganes Sternerestaurant schärft sein Konzept
Küche: vegan und pflanzenbasiert
⭐ Bricole – Prenzlauer Berg
Das Bricole verbindet präzises Handwerk mit einer modernen, stark produktorientierten Küche. Die Menüs setzen auf saisonale Zutaten, konzentrierte Aromen und eine elegante Präsentation, ohne unnötige Effekte in den Vordergrund zu stellen.
Küche: modern und französisch beeinflusst
⭐ Cookies Cream – Mitte
Hinter einer unscheinbaren Tür in der Behrenstraße verbirgt sich eines der bekanntesten vegetarischen Restaurants Berlins. Cookies Cream kombiniert Gemüse, Getreide, Kräuter und intensive Saucen zu einer urbanen Form der Sterneküche, die deutlich lockerer auftritt als viele klassische Gourmetrestaurants.
Küche: vegetarisch, auf Wunsch teilweise vegan
⭐ GOLVET – Tiergarten
Das GOLVET liegt hoch über der Potsdamer Straße und verbindet moderne Fine-Dining-Küche mit einem weiten Blick über Berlin. Die Gerichte sind kreativ, technisch präzise und häufig von internationalen Aromen beeinflusst.
Küche: modern und kreativ
Besonderheit: Panoramablick über die Stadt
⭐ hallmann & klee – Neukölln
Das hallmann & klee in Rixdorf setzt auf eine moderne, saisonale Küche mit klaren Aromen und bewusst reduzierten Kompositionen. Das Restaurant verbindet kulinarischen Anspruch mit einer angenehm persönlichen Nachbarschaftsatmosphäre.
Küche: saisonal und modern
⭐ Hugos – Tiergarten
Das Hugos befindet sich in der 14. Etage des InterContinental Berlin. Neben dem Panorama über die City West prägen moderne europäische Küche, hochwertige Produkte und eine klassische Fine-Dining-Atmosphäre das Restaurant.
Küche: modern-europäisch
Besonderheit: Ausblick über Berlin
⭐ Irma la Douce – Tiergarten
Irma la Douce interpretiert französische Küche zeitgemäß und verbindet klassische Techniken mit einem lockeren Berliner Restaurantgefühl. Auf der Karte stehen Gerichte mit klarer französischer Basis, die modern und teilweise spielerisch weiterentwickelt werden.
Küche: französisch und modern
⭐ Lorenz Adlon Esszimmer – Mitte
Das Lorenz Adlon Esszimmer im Hotel Adlon Kempinski gehört zu den traditionsreichsten Fine-Dining-Adressen der Stadt. Nach der Rückstufung von zwei auf einen Stern im vergangenen Jahr behauptet das Restaurant seine Auszeichnung 2026.
Die Küche ist elegant, stark französisch geprägt und auf klassische Luxusprodukte, präzise Saucen und einen formellen Service ausgerichtet. Der Blick auf das Brandenburger Tor verstärkt den besonderen Rahmen.
Küche: französisch und klassisch-modern
Besonderheit: Lage im Hotel Adlon gegenüber dem Brandenburger Tor
⭐ Loumi – Kreuzberg
Das Loumi gehört zu den drei Berliner Neuzugängen des vergangenen Jahres und verteidigt seinen Stern. Die Küche verbindet internationale Einflüsse, intensive Aromen, Fermentation und moderne Techniken zu einem eigenständigen Menü.
Küche: modern und international inspiriert
⭐ Matthias – Prenzlauer Berg
Auch das Matthias wurde erstmals 2025 ausgezeichnet und behält seinen Stern. Das Restaurant arbeitet mit französisch geprägten Techniken, saisonalen Produkten und einer modernen, klaren Präsentation.
Küche: französisch beeinflusst und modern
⭐ Nobelhart & Schmutzig – Kreuzberg
Nobelhart & Schmutzig verfolgt seit Jahren eines der konsequentesten Regionalkonzepte der Stadt. Verwendet werden Produkte aus Berlin und der umliegenden Region, während viele international übliche Zutaten bewusst keine Rolle spielen.
Das Ergebnis ist eine eigenständige Küche, die Herkunft, Landwirtschaft, Produzenten und saisonale Verfügbarkeit ins Zentrum stellt.
Küche: radikal regional und produktbezogen
⭐ pars Restaurant – Charlottenburg
Das pars gehört ebenfalls zu den Berliner Sterneneulingen des Jahres 2025 und bestätigt die Auszeichnung. Das intime Restaurant verbindet saisonale Produkte, kreative Ideen und eine konzentrierte Menüfolge.
Küche: modern, saisonal und kreativ
⭐ tulus lotrek – Kreuzberg
Das tulus lotrek steht für eine üppige, verspielte und aromatisch intensive Küche. Die Gerichte sind häufig farbenfroh, technisch präzise und bewusst genussvoll komponiert. Dazu kommt eine ungezwungene Atmosphäre, die den klassischen Abstand vieler Gourmetrestaurants vermeidet.
Küche: kreativ, modern und aromatisch kraftvoll
Diese drei Berliner Restaurants stehen nicht mehr in der Sterneliste
Bieberbau
Der Bieberbau in Wilmersdorf hatte seit 2015 einen Michelin-Stern getragen. Das Restaurant ist weiterhin geöffnet, wird in der Ausgabe 2026 aber nicht mehr mit einem Stern geführt.
Eine individuelle Begründung für den Wegfall veröffentlicht Michelin grundsätzlich nicht. Die Bewertung bezieht sich immer auf die aktuelle Ausgabe und wird durch wiederholte anonyme Besuche neu ermittelt.
prism
Das prism war für seine moderne Interpretation levantinischer und israelischer Küche bekannt. Das Restaurant schloss Ende August 2025 nach sieben Jahren in Berlin. Küchenchef Gal Ben Moshe verlagerte seinen beruflichen Schwerpunkt anschließend nach Prag.
Das prism fehlt damit nicht aufgrund eines regulären laufenden Restaurantbetriebs in der Auswahl, sondern ist als Berliner Restaurant nicht mehr geöffnet.
Skykitchen
Das Skykitchen im Vienna House by Wyndham Andel’s Berlin hatte seinen Michelin-Stern elf Jahre in Folge gehalten. Nach Veränderungen in der Küchenleitung gehört das weiterhin geöffnete Restaurant 2026 nicht mehr zu den ausgezeichneten Ein-Stern-Häusern.
Der Verlust einer Auszeichnung bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Restaurant grundsätzlich an Qualität verloren hat. Ein Küchenchefwechsel, eine veränderte Handschrift, ein neues Konzept oder Unterschiede bei der über mehrere Besuche bewerteten Konstanz können eine Rolle spielen.
Keine neuen Sterne – trotzdem bleibt Berlins Spitze stabil
Dass Berlin 2026 keinen neuen Michelin-Stern erhält, ist nach den drei Neuzugängen des Vorjahres zunächst ernüchternd. Loumi, Matthias und pars hatten 2025 für frischen Schwung gesorgt und konnten ihre Auszeichnungen nun bestätigen.
Noch wichtiger für die internationale Wahrnehmung ist die Stabilität an der Spitze. Rutz hält die maximale Bewertung, während CODA, FACIL, Horváth und Tim Raue ihre jeweils zwei Sterne verteidigen.
Berlin verliert somit nicht an der Spitze, sondern vor allem in der Breite der Ein-Stern-Kategorie. Mit 19 Sternerestaurants und sehr unterschiedlichen Küchenstilen bleibt die Hauptstadt dennoch eine der vielfältigsten Fine-Dining-Städte Deutschlands.
Von regionaler Produktküche über Dessert Dining und österreichische Aromen bis zu veganen, vegetarischen, französischen und asiatisch inspirierten Konzepten bildet die Liste nicht nur klassische Luxusgastronomie ab. Sie zeigt auch, wie unterschiedlich Sterneküche in Berlin inzwischen aussehen kann.
Zwei neue Bib Gourmands für Berlin
Neben den roten Sternen vergibt Michelin den Bib Gourmand. Die Auszeichnung steht für Restaurants, die eine besonders gute Küche zu einem im jeweiligen Umfeld attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.
Berlin besitzt 2026 neun Bib-Gourmand-Restaurants:
- Barra
- Byblos – neu
- Lucky Leek
- MaMi’s
- MASTAN
- November Brasserie
- Nußbaumerin
- Remi
- Salhino – neu
Mit Byblos und Salhino kommen zwei internationale Küchen hinzu. Byblos steht für libanesische Küche in Wilmersdorf, Salhino bringt georgische Gerichte nach Charlottenburg.
Der Bib Gourmand ist kein Michelin-Stern und sollte nicht mit diesem verwechselt werden. Für viele Gäste ist er dennoch besonders interessant, weil er anspruchsvolle Küche mit einem zugänglicheren Preisrahmen verbindet.
Das Ende des Grünen Michelin-Sterns
Eine grundlegende Veränderung betrifft 2026 die bisherige Nachhaltigkeitsauszeichnung. Michelin lässt den Grünen Stern schrittweise auslaufen. Die Auszeichnung war 2020 eingeführt worden und würdigte Restaurants, die sich besonders für nachhaltige Beschaffung, Regionalität, Abfallvermeidung und ressourcenschonendes Arbeiten engagierten.
An seine Stelle tritt das redaktionelle Format „Mindful Voices“. Dort sollen künftig Köche, Hoteliers und Winzer vorgestellt werden, die mit neuen Ideen und verantwortungsvollen Konzepten arbeiten. Anders als der Grüne Stern ist „Mindful Voices“ jedoch keine formelle Auszeichnung mit einem eigenen Symbol.
Für Berlin ist diese Umstellung besonders relevant. Die Stadt hatte zuletzt mehrere mit einem Grünen Stern ausgezeichnete Restaurants und galt innerhalb Deutschlands als ein wichtiger Standort für nachhaltige und pflanzenbasierte Gastronomie.
Was bedeuten ein, zwei oder drei Michelin-Sterne?
Ein Michelin-Stern
Ein Stern zeichnet eine Küche voller Finesse aus, die einen Stopp wert ist. Entscheidend ist die Qualität auf dem Teller, nicht die Größe des Restaurants, die Einrichtung oder die Förmlichkeit des Services.
Zwei Michelin-Sterne
Zwei Sterne stehen für eine hervorragende Küche, für die sich ein Umweg lohnt. Die Restaurants müssen eine besonders eigenständige Handschrift, hohe technische Präzision und große Konstanz zeigen.
Drei Michelin-Sterne
Drei Sterne markieren die höchste Kategorie. Sie stehen für eine außergewöhnliche Küche, die eine eigene Reise wert ist. In Deutschland erreichen 2026 nur zwölf Restaurants dieses Niveau.
Wie Michelin Restaurants bewertet
Die Michelin-Inspektoren besuchen Restaurants anonym und bezahlen ihre Rechnungen selbst. Bewertet wird die Leistung auf dem Teller nach einheitlichen Kriterien.
Dazu gehören:
- Qualität der verwendeten Produkte
- Beherrschung der Kochtechniken
- Harmonie der Aromen
- erkennbare Persönlichkeit der Küche
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- gleichbleibende Qualität über mehrere Besuche
Ein Stern gilt immer für das Restaurant und die jeweils geprüfte kulinarische Leistung. Die Auszeichnung wird jährlich neu bewertet und ist nicht dauerhaft garantiert.
Service, Einrichtung und Aussicht können das Restauranterlebnis prägen, entscheiden aber nicht allein über die roten Sterne.
💡 Dennis’ Insider Tipp
Wer zum ersten Mal Sterneküche ausprobieren möchte, muss nicht automatisch mit dem teuersten und förmlichsten Restaurant beginnen. Berlin bietet ungewöhnlich viele Häuser, die kulinarischen Anspruch mit einer entspannten Atmosphäre verbinden.
Das Bonvivant und Cookies Cream zeigen, wie vielseitig vegetarische und vegane Sterneküche sein kann. hallmann & klee oder pars wirken persönlicher und intimer als ein großes Hotelrestaurant. Wer dagegen einen besonderen Anlass mit klassischem Rahmen verbinden möchte, findet im FACIL, Hugos oder Lorenz Adlon Esszimmer das passende Ambiente.
Beim Restaurant Tim Raue ist das neue frühe „Early Kolibri“-Menü eine interessante Möglichkeit, Fine Dining mit einem weiteren Berlin-Abend zu verbinden. CODA eignet sich für alle, die bewusst ein Konzept erleben möchten, das es in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt.
Mein wichtigster Tipp bleibt: Nicht nur nach der Zahl der Sterne auswählen. Entscheidend ist, welche Küchenidee zum eigenen Geschmack passt. Ein radikal regionales Menü im Nobelhart & Schmutzig ist ein völlig anderes Erlebnis als Dessert Dining im CODA oder die intensive asiatisch inspirierte Aromatik bei Tim Raue.
Fazit: Berlin verliert drei Adressen, aber nicht seine kulinarische Spitze
Die Michelin-Ausgabe 2026 bringt für Berlin keinen neuen Sternenregen. Mit 19 statt 22 Sternerestaurants fällt die Bilanz schwächer aus als im vergangenen Jahr. Bieberbau und Skykitchen verlieren ihre aktuelle Auszeichnung, während das geschlossene prism aus der Berliner Auswahl verschwindet.
Gleichzeitig verteidigen alle Spitzenhäuser ihre Bewertungen. Rutz bleibt bei drei Sternen, CODA, FACIL, Horváth und Tim Raue behalten jeweils zwei Sterne. Auch die drei Neuzugänge des Vorjahres – Loumi, Matthias und pars – bestätigen ihre Auszeichnung.
Berlin bleibt damit eine Stadt, in der Sterneküche nicht auf einen bestimmten Stil reduziert werden kann. Regionalität, Patisserie, Gemüse, französische Klassik, asiatische Aromatik, österreichische Erinnerungen und moderne internationale Konzepte stehen nebeneinander.
Die Liste ist 2026 kürzer geworden. Kulinarisch bleibt sie dennoch außergewöhnlich vielfältig.
Faktenblock
Auszeichnung: Guide Michelin Deutschland 2026
Verleihung: 23. Juni 2026
Ort der Verleihung: Gesellschaftshaus Palmengarten, Frankfurt am Main
Berliner Sternerestaurants: 19
Rote Sterne in Berlin insgesamt: 25
Drei-Sterne-Restaurants: 1
Zwei-Sterne-Restaurants: 4
Ein-Stern-Restaurants: 14
Neue Berliner Sterne: keine
Restaurants 2025: 22
Rote Sterne 2025: 28
Nicht mehr mit Stern geführt: Bieberbau, prism und Skykitchen
Einziges Drei-Sterne-Restaurant: Rutz
Zwei Sterne: CODA Dessert Dining, FACIL, Horváth und Tim Raue
Neue Bib Gourmands: Byblos und Salhino
Bib Gourmands in Berlin: 9
Sternerestaurants in Deutschland: 339
Drei Sterne deutschlandweit: 12
Zwei Sterne deutschlandweit: 48
Ein Stern deutschlandweit: 279
FAQ zu den Michelin-Sternen in Berlin 2026
Wie viele Sternerestaurants gibt es 2026 in Berlin?
Berlin besitzt nach der Neubewertung des Guide Michelin 2026 insgesamt 19 Restaurants mit mindestens einem roten Michelin-Stern.
Wie viele Michelin-Sterne hat Berlin insgesamt?
Die 19 ausgezeichneten Restaurants vereinen zusammen 25 rote Michelin-Sterne.
Welches Restaurant hat in Berlin drei Michelin-Sterne?
Das Rutz in Berlin-Mitte bleibt das einzige Drei-Sterne-Restaurant der Hauptstadt.
Welche Berliner Restaurants haben zwei Michelin-Sterne?
Zwei Sterne tragen CODA Dessert Dining, FACIL, Horváth und das Restaurant Tim Raue.
Welche Restaurants haben ihren Michelin-Stern verloren?
Bieberbau und Skykitchen werden 2026 nicht mehr mit einem Stern geführt. Auch das prism steht nicht mehr in der Liste, hatte seinen Berliner Betrieb allerdings bereits im August 2025 geschlossen.
Gibt es 2026 neue Sternerestaurants in Berlin?
Nein. In Berlin wurde 2026 kein Restaurant neu mit einem roten Michelin-Stern ausgezeichnet.
Welche neuen Bib-Gourmand-Restaurants gibt es in Berlin?
Byblos und Salhino wurden neu mit dem Bib Gourmand ausgezeichnet.
Ist der Bib Gourmand ein Michelin-Stern?
Nein. Der Bib Gourmand ist eine eigenständige Auszeichnung für gute Küche mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gibt es den Grünen Michelin-Stern weiterhin?
Michelin lässt den Grünen Stern schrittweise auslaufen. Er wird durch das redaktionelle Format „Mindful Voices“ ersetzt, das jedoch keine formelle Auszeichnung darstellt.
Wie oft werden Michelin-Sterne neu bewertet?
Die Restaurants werden für jede Ausgabe erneut geprüft. Michelin-Sterne sind nicht dauerhaft und müssen durch gleichbleibende Qualität verteidigt werden.
Wird nur das Essen bewertet?
Die roten Michelin-Sterne beziehen sich vor allem auf die Küche und die Qualität der Gerichte. Einrichtung, Luxus und Aussicht sind nicht die entscheidenden Kriterien für die Sternebewertung.
Welches Sternerestaurant eignet sich für vegane Küche?
Das Bonvivant in Schöneberg arbeitet vollständig pflanzenbasiert. Cookies Cream in Mitte ist vegetarisch und bietet ebenfalls vegane Möglichkeiten.














