Kunst direkt dort erleben, wo sie entsteht
Wer heute einen Blick hinter die Türen eines der größten Berliner Atelierkomplexe werfen möchte, hat dazu acht Stunden lang Gelegenheit. Am Sonntag, 4. Oktober 2026, öffnen die Gerichtshöfe in Berlin-Wedding von 12:00 bis 20:00 Uhr ihre Ateliers und Werkstätten. Mehr als 50 Künstler und Designer zeigen aktuelle Arbeiten, Projekte und Arbeitsprozesse.
Zu sehen sind unter anderem Malerei, Zeichnung, Grafik, Skulptur, Objektkunst, Fotografie, digitale Medien, Performance und Design. Dazu kommen Führungen, musikalische Beiträge, eine Soundperformance, ein Fotoprojekt und ein Keramikangebot zum Mitmachen.
Update vom 4. Oktober 2026, 13:35 Uhr: Die Open Studios finden heute wie angekündigt von 12:00 bis 20:00 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos. Zugänge gibt es über Gerichtstraße 12/13 sowie Wiesenstraße 62 in Wedding.
⚡ Kurz zusammengefasst
Die Open Studios in den Gerichtshöfen finden heute, am 4. Oktober 2026, von 12:00 bis 20:00 Uhr statt. Mehr als 50 Künstler und Designer öffnen ihre Ateliers und Werkstätten und geben Einblicke in Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur, Keramik, digitale Medien, Performance und weitere künstlerische Bereiche.
Der Eintritt ist kostenlos. Zusätzlich zu den frei zugänglichen Ateliers gibt es unter anderem Führungen um 14:00 und 17:00 Uhr, ein Konzert um 15:00 Uhr, eine Studioführung um 16:00 Uhr sowie eine Soundperformance um 18:00 Uhr. Für einen ersten Rundgang sollte man ungefähr 90 Minuten bis zwei Stunden einplanen; wer mehrere Etagen, Performances und Gespräche mitnehmen möchte, kann problemlos den ganzen Nachmittag dort verbringen.
Warum sich die Open Studios in den Gerichtshöfen lohnen
Der größte Reiz der Open Studios liegt darin, dass die Kunst nicht in einer klassischen Ausstellungssituation präsentiert wird. Besucher sehen die Arbeiten dort, wo sie entstehen: zwischen Staffeleien, Werkzeugen, Materialien, unfertigen Projekten und den persönlichen Arbeitsumgebungen der Künstler.
Viele Teilnehmer sind selbst vor Ort und stehen für Gespräche über ihre Arbeitsweise, aktuelle Projekte und künstlerische Ideen zur Verfügung. Damit unterscheidet sich der Tag deutlich von einem normalen Galeriebesuch.
2026 setzen die Gerichtshöfe außerdem stärker auf gemeinsame Präsentationen. Mehrere Künstler haben Gäste eingeladen und entwickeln zusammen Ausstellungen, musikalische Formate oder digitale Installationen. Dadurch entstehen immer wieder Situationen, die nur während dieser Open Studios zu erleben sind.
Das Programm der Open Studios 2026
Neben den frei zugänglichen Ateliers gibt es über den Tag verteilt mehrere feste Programmpunkte.
| Uhrzeit | Programmpunkt | Ort |
|---|---|---|
| 12:00–20:00 | Viola und Violine mit Heri Shin und Chatschatur Kanajan | Studio Arryn Snowball, A2, 3. OG |
| 12:00–19:00 | Fliesen glasieren im Keramikatelier | Helga Schmelzle, A7, 2. OG |
| 14:00 | Führung durch ausgewählte Ateliers mit Gunhild Flöter | Start A8 |
| 15:00 | Konzert „the durst“ | Studio Dominik Eggermann, A2, 4. OG |
| 15:00–17:00 | Fotoshooting „Dreams of Flying!“ mit Jan von Holleben | A4, 2. OG |
| 16:00 | Studioführung mit Christine Sinner | A2, 2. OG |
| 17:00 | Führung durch ausgewählte Ateliers mit Gunhild Flöter | Start A8 |
| 18:00 | Soundperformance von Wolfgang Spahn | A5, 2. OG |
Das Programm läuft parallel zu den geöffneten Ateliers. Wer an einer Führung teilnehmen möchte, sollte sich deshalb vorher überlegen, welche weiteren Bereiche davor oder danach besucht werden sollen.
Mehr als 50 Künstler und Designer sind dabei
Die Teilnehmerliste ist umfangreich. Zu den beteiligten Künstlern und Designern gehören unter anderem Niko Abramidis & NE, Helene Appel, Silke Bartsch, Christine Bayer, Anne Berning, Asgar Bozorgi, Susi Gelb, Jan von Holleben, Patrick Huber, Sarah Illenberger, Jinran Kim, Cosima zu Knyphausen, Schirin Kretschmann, Ute Lindner, Valerie Otte, Jakob Roepke, Wolfgang Rohloff, Helga Schmelzle, Eva Sörensen, Craig Stewart, Su-Mei Tse, Andrea Wallgren und Gabriele Worgitzki.
Dazu kommen zahlreiche eingeladene Gäste. Damit bleibt das Programm deutlich breiter als eine reine Hausausstellung der festen Ateliernutzer.
Die Vielfalt reicht von klassischer Malerei und Grafik über Fotografie und Bildhauerei bis zu Keramik, Installation, Sound und digitalen Arbeiten. Gerade diese Mischung macht den Rundgang interessant, weil sich die einzelnen Etagen und Ateliers sehr unterschiedlich anfühlen können.
Einige Programmpunkte stechen besonders heraus
Führungen um 14:00 und 17:00 Uhr
Wer die Gerichtshöfe zum ersten Mal besucht, kann mit einer Führung einen guten Einstieg bekommen. Gunhild Flöter führt um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr durch ausgewählte Ateliers. Treffpunkt ist Aufgang 8.
Die Führungen eignen sich besonders für Besucher, die nicht völlig ohne Orientierung durch die verschiedenen Etagen laufen möchten.
Fotoshooting „Dreams of Flying!“
Von 15:00 bis 17:00 Uhr lädt Fotograf Jan von Holleben zu seinem Projekt „Dreams of Flying!“ ein. Der Programmpunkt findet in Aufgang 4, 2. Obergeschoss statt.
Das Format hebt sich vom klassischen Atelierbesuch ab, weil Besucher hier selbst Teil eines fotografischen Projekts werden können.
Keramik zum Mitmachen
Im Keramikatelier von Helga Schmelzle können Besucher zwischen 12:00 und 19:00 Uhr Fliesen glasieren. Das Atelier befindet sich in Aufgang 7 im zweiten Obergeschoss.
Gerade für Besucher, die nicht nur schauen, sondern selbst etwas ausprobieren möchten, ist das einer der interessantesten Programmpunkte.
Soundperformance zum Abschluss
Um 18:00 Uhr beginnt eine Soundperformance von Wolfgang Spahn in Aufgang 5, 2. Obergeschoss. Sie gehört zu den späteren festen Programmpunkten und lässt sich gut mit einem Rundgang am späten Nachmittag kombinieren.
Die Gerichtshöfe: Kunstquartier seit den 1980er-Jahren
Die Geschichte des Areals reicht wesentlich weiter zurück als die Open Studios. Der historische Gewerbehofkomplex zwischen Gerichtstraße und Wiesenstraße wurde 1912 errichtet.
Seit 1983 nutzen Künstler Räume in den Gerichtshöfen als Ateliers und Werkstätten. Inzwischen gibt es dort rund 70 Künstlerateliers. Damit gehört der Komplex zu den größten Atelierhäusern Deutschlands.
2004 wurde der Verein Kunst in den Gerichtshöfen e.V. gegründet. Ziel ist es, das Kunstquartier als Gemeinschaft zu stärken und die Höfe stärker als Ort für Austausch zwischen Künstlern und Öffentlichkeit zu öffnen.
Gerade die Mischung ist bis heute typisch: Neben Ateliers gibt es Werkstätten, Gewerbe und weitere Nutzungen. Damit haben sich die Gerichtshöfe einen Teil jener Berliner Hofstruktur bewahrt, die in anderen Teilen der Stadt zunehmend verschwunden ist.
Vier Höfe, acht Aufgänge und viele Etagen
Die Gerichtshöfe sind kein einzelnes Haus mit einem zentralen Ausstellungssaal. Der Komplex erstreckt sich über mehrere Höfe und Aufgänge.
Historisch umfasst das Atelierquartier vier Höfe und acht Aufgänge. Wer alles sehen möchte, sollte deshalb nicht nur im Erdgeschoss bleiben, sondern gezielt die verschiedenen Treppenhäuser und Etagen erkunden.
Gerade darin liegt ein großer Teil des Reizes. Hinter einer unscheinbaren Tür kann ein Malatelier liegen, eine Etage weiter eine Werkstatt, ein Fotostudio oder eine Installation.
Der große Hof wird während der Open Studios zusätzlich zum Treffpunkt. Dort stehen Tische und Bänke bereit, sodass Besucher zwischen zwei Atelierbesuchen eine Pause machen können.
Eintritt und Anmeldung
Der Besuch der Open Studios ist kostenlos. Eine allgemeine Eintrittskarte ist nicht notwendig.
Auch für den normalen Rundgang durch die Ateliers ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Bei Führungen und kleineren Ateliers kann die Kapazität naturgemäß begrenzt sein.
Wer einen bestimmten Programmpunkt sehen möchte, sollte deshalb nicht erst in letzter Minute zum jeweiligen Aufgang gehen.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für einen schnellen Überblick reichen ungefähr 90 Minuten. Damit kann man mehrere Aufgänge besuchen und einige unterschiedliche Kunstformen kennenlernen.
Wer sich Zeit für Gespräche nimmt, an einer Führung teilnimmt oder die festen Programmpunkte einbauen möchte, sollte eher zwei bis drei Stunden einplanen.
Kunstinteressierte können ohne Weiteres den gesamten Nachmittag in den Gerichtshöfen verbringen. Mehr als 50 Teilnehmer und die vielen parallel laufenden Formate machen es ohnehin unrealistisch, jedes Atelier ausführlich anzuschauen.
Anreise zu den Gerichtshöfen
Mit S-Bahn und U-Bahn
Am nächsten liegt der S-Bahnhof Humboldthain. Von dort sind es ungefähr 300 Meter, also etwa fünf Minuten zu Fuß, zu den Gerichtshöfen.
Auch S+U Wedding ist gut geeignet. Je nach Eingang beträgt der Fußweg ungefähr sieben bis zehn Minuten. Dort halten die Ringbahn sowie die U6.
Eine weitere Möglichkeit ist U Reinickendorfer Straße an der U6. Von dort sind es ungefähr 500 Meter.
Vom Alexanderplatz sollte man mit öffentlichen Verkehrsmitteln insgesamt grob 20 bis 25 Minuten einplanen, vom Hauptbahnhof ungefähr 15 bis 20 Minuten.
Mit dem Bus
Die Bushaltestelle Gerichtstraße/Hochstraße liegt praktisch direkt vor dem Komplex und wird von der Linie 247 bedient.
Auch die Haltestellen rund um Wedding und Wiesenstraße sind fußläufig erreichbar.
Mit dem Auto
Mit dem Auto ist die Gerichtstraße erreichbar, allerdings würde ich für die Open Studios eher den öffentlichen Nahverkehr empfehlen. Rund um Wedding sind freie Parkplätze nicht garantiert, und für den Besuch selbst bringt das Auto keinen Vorteil.
Wer dennoch fährt, sollte zusätzliche Zeit für die Parkplatzsuche in den umliegenden Straßen einplanen.
Mit dem Fahrrad
Die Gerichtshöfe lassen sich auch gut mit dem Fahrrad erreichen. Aus Mitte, Moabit, Prenzlauer Berg oder Gesundbrunnen liegt der Komplex je nach Ausgangspunkt oft nur 10 bis 25 Fahrradminuten entfernt.
Im Bereich der Höfe sollte das Fahrrad so abgestellt werden, dass Eingänge, Durchgänge und Rettungswege frei bleiben.
💡 Dennis’ Tipp
Wenn du zum ersten Mal in den Gerichtshöfen bist, würde ich nicht direkt um 12:00 Uhr alles schnell ablaufen. Spannender ist ein Start gegen 13:30 Uhr. Dann kannst du zunächst frei durch einige Ateliers gehen und anschließend direkt die Führung um 14:00 Uhr mitnehmen.
Danach würde ich bewusst nicht versuchen, jede Tür zu öffnen. Lieber einige Ateliers intensiver ansehen, mit den Künstlern sprechen und einen der besonderen Programmpunkte einbauen. Das Fotoshooting ab 15:00 Uhr, das Keramikangebot und die Soundperformance um 18:00 Uhr geben dem Besuch zusätzlich Struktur.
Wer eine ruhigere Atmosphäre bevorzugt, dürfte am frühen Nachmittag besser aufgehoben sein. Gegen später dürfte es in den Höfen und auf den Treppen zunehmend voller werden.
📌 Faktenbox: Open Studios Gerichtshöfe 2026
Veranstaltung: Open Studios Gerichtshöfe 2026
Termin: Sonntag, 4. Oktober 2026
Öffnungszeiten: 12:00 bis 20:00 Uhr
Ort: Gerichtshöfe Wedding
Zugang: Gerichtstraße 12/13 oder Wiesenstraße 62
Bezirk: Berlin-Wedding
Teilnehmer: mehr als 50 Künstler und Designer
Atelierkomplex: rund 70 Künstlerateliers
Eintritt: kostenlos
Programm: offene Ateliers, Ausstellungen, Führungen, Konzert, Soundperformance, Fotoprojekt und Keramik
Führungen: 14:00 und 17:00 Uhr
Nächste S-Bahn: Humboldthain, rund fünf Minuten zu Fuß
Alternative: S+U Wedding oder U Reinickendorfer Straße
Baujahr der Höfe: 1912
Künstlerateliers seit: 1983
❓ FAQ zu den Open Studios Gerichtshöfe 2026
Wann finden die Open Studios in den Gerichtshöfen statt?
Die Open Studios finden heute, am Sonntag, 4. Oktober 2026, von 12:00 bis 20:00 Uhr statt.
Ist der Eintritt kostenlos?
Ja. Der Besuch der Gerichtshöfe und der regulären Open-Studios-Angebote ist kostenlos.
Wo liegen die Gerichtshöfe?
Die Gerichtshöfe liegen in Berlin-Wedding zwischen Gerichtstraße und Wiesenstraße. Zugänge gibt es über Gerichtstraße 12/13 sowie Wiesenstraße 62.
Wie viele Künstler sind beteiligt?
Mehr als 50 Künstler und Designer nehmen an der Ausgabe 2026 teil.
Was gibt es zu sehen?
Das Spektrum reicht von Malerei, Zeichnung und Grafik über Fotografie, Skulptur und Objektkunst bis zu Keramik, digitalen Medien, Performance und Design.
Gibt es Führungen?
Ja. Führungen durch ausgewählte Ateliers beginnen um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr. Treffpunkt ist Aufgang 8.
Muss man sich anmelden?
Für den normalen Besuch der Open Studios ist keine allgemeine Anmeldung notwendig.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für einen ersten Überblick reichen etwa 90 Minuten. Wer mehrere Ateliers, Führungen und Programmpunkte erleben möchte, sollte eher zwei bis drei Stunden einplanen.
Wie komme ich am besten hin?
Besonders praktisch ist der S-Bahnhof Humboldthain. Von dort sind es ungefähr fünf Minuten zu Fuß. Auch S+U Wedding und U Reinickendorfer Straße liegen in der Nähe.














